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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Doubgras - Doucet.

Floing. Nach seiner Rückkehr aus der deutschen Kriegsgefangenschaft erhielt er das Kommando des 4. Korps der die Kommunisten in Paris belagernden Armee, drang 21. Mai 1871 zuerst in die Stadt ein, wurde 1873 zum Kommandeur des 6. Korps in Châlons sur Marne und 1879 zum Generalinspekteur ernannt und starb 4. Mai 1879. - Sein älterer Bruder, Charles Abel D., geb. 1809, fiel als Kommandeur der 2. Division im Korps Mac Mahons 4. Aug. 1870 bei Weißenburg.

Doubgras, s. Cynodon.

Double (franz., spr. duhbl, "doppelt"), alte franz. Silbermünze seit 1200, = 2 Deniers. Der D.-Tournois war eine Silbermünze, in Tours geprägt, der vorigen anfangs an Wert gleich; später bis zur Kupfermünze verringert, kam er zu Ende des 17. Jahrh. ganz außer Kurs. Der D.-Henri war eine französische Goldmünze, unter Heinrich III. und Heinrich IV. geprägt, = einem Doppellouisdor (D.-Louis); s. Louisdor.

Doublé (franz.), s. Billard und Doppelschlag.

Doubles (franz., spr. duhbl), in der Musik älterer Name für Variationen (z. B. bei Händel, Bach, Couperin etc.). Dieselben verändern aber weder die Taktart noch die Harmonie oder das Tongeschlecht und die Tonart des Themas, verbrämen dasselbe vielmehr nur durch immer neuen Aufputz und gesteigerte Bewegungsart der Begleitfiguren (daher der Name "Verdoppelungen").

Doublestoff, ein besonders zu Damenmänteln benutztes starkes, tuchartiges Doppelgewebe.

Doublette (franz.), s. Dublette.

Doublieren (franz.), s. Duplieren.

Doublings (engl., spr. dobblings), die Kreuz- und Quersprünge (Haken) des verfolgten Hasen.

Doublone (franz.), s. Dublone.

Doublüre (franz.), Unterfutter; Aufschlag an Röcken, besonders an Uniformen.

Doubs (spr. duh), ein zum System des Rhône gehörender Fluß im östlichen Frankreich, entspringt im Departement Rhône am Mont Noir im Jura (in 937 m Meereshöhe) bei Chaux-Neuve, durchströmt den See von St.-Point, passiert Pontarlier (830 m ü. M.) und Morteau, betritt mit dem Lac des Brenets die Schweizergrenze (740 m) und bildet unmittelbar nach seinem Ausfluß den Saut du D., einen hübschen, 27 m hohen Wasserfall. Nachdem er eine Strecke lang bis oberhalb Soubey auf der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz dahingeflossen, beschreibt er durch das schweizerische Gebiet von St.-Ursanne einen scharfen Bogen nach W., wendet sich dann durch ein Querthal nach N. und beginnt endlich seinen gewundenen Unterlauf in südwestlicher Richtung, fast parallel dem Oberlauf. Er umfließt. Besançon und mündet bei Verdun links in die Saône. Das obere Thal bis Montbéliard ist eng und felsig, oft mit senkrechten Felswänden in die Juraschichten eingeschnitten; das untere, bis Besançon hier und da noch beengt, ist weiter abwärts weit und waldig. Der Fluß hat eine Länge von 430 km. Unter seinen Zuflüssen sind die Savoureuse (rechts) und Loue (links) die bedeutendsten. Mittels eines Kanals, der unterhalb Dôle an der Saône anfängt und bis in die Ill bei Straßburg geführt ist, verbindet der D. den Rhône mit dem Rhein.

Das nach ihm benannte französische Departement besteht aus dem größten Teil der Grafschaft Hochburgund (Franche-Comté) und der ganzen Grafschaft Mömpelgard (Montbéliard), grenzt im O. und SO. an die Schweiz, im SW. an das Departement Jura, im NW. und N. an Obersaône, Oberrhein und das Elsaß und umfaßt 5227,5 qkm (94,9 QM.). Das Land, bewässert von den Flüssen D., Loue, Ognon, Dessoubre etc., ist größtenteils gebirgig und besonders im SO. von den Kalkketten des Jura (mit Gipfeln von über 1400 m Höhe) erfüllt, deren Höhen, 7-8 Monate mit Schnee bedeckt, fast vegetationslos sind, deren südliche Abhänge jedoch treffliche Weiden und Thäler mit Fichtenwäldern haben. Die Wohnungen sind in dieser obern Region spärlich. In der mittlern, mildern Region beginnt Weizen- und Weinkultur, und die Höhen sind mit Eichen, Buchen und Fichten bewaldet. Die Ebene endlich, das Thal des Doubs und des Ognon, über welche sich die Berge 300 m hoch erheben, ist reich an Getreide und Wein und stark bevölkert. Die Hochebenen der ersten beiden Regionen sind mit Sümpfen bedeckt, und auch am Fuß der Berge finden sich ausgedehnte Seen und Sümpfe und viele Torfstiche. Auch zahlreiche Höhlen und einige Mineralquellen sind vorhanden. Das Klima ist kontinental gemäßigt, aber wegen der häufigen und starken Regen nicht gesund; der Unterschied zwischen der Sommer- und der Wintertemperatur ist beträchtlich. Die Bewohner, (1881) 310,827 Seelen, sind ein echtes Gebirgsvolk von gedrungenem Körperbau, ausdauernd, kriegerisch, redlich, gastfrei. Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Der Anbau der Cerealien (namentlich Weizen und Hafer) hat sich verdoppelt, die Viehzucht wesentlich vervollkommt; große Sumpfstrecken sind ausgetrocknet, wüste Heideflächen fruchtbar gemacht worden. Im ganzen kommen vom Areal 145,138 Hektar auf Ackerland, 30,090 Hektar auf künstliche, 92,216 Hektar auf natürliche Wiesen, 7617 Hektar auf Weinland, 130,146 Hektar auf Busch und Wald; der Rest ist Weide- und Brachland etc. Die Viehzucht liefert insbesondere starke Pferde und viele Ziegen. Das Mineralreich liefert Torf, Eisenerz, Thon, Salz u. a. Die Industrie beschäftigt sich in zahlreichen Etablissements mit Eisenverarbeitung, ferner mit Uhrmacherei (jährlich ca. 450,000 Stück, Hauptsitz Besançon), Maschinenbau, Papier-, Glas- und Fayencefabrikation etc. Der Handel ist lebhaft und führt Eisen und Eisenwaren, Uhren, Holz, Vieh, Butter und Käse (Produktion jährlich über 5 Mill. Stück) aus. Das Departement zerfällt in vier Arrondissements (Baume, Besançon, Montbéliard u. Pontarlier); Hauptstadt ist Besançon.

Doucement (franz., spr. duhsmang), sanft, sacht, leise.

Doucet (spr. duhssä), Charles Camille, franz. Dramatiker, geb. 16. Mai 1812 zu Paris, widmete sich nach vollendetem Rechtsstudium der Bühnendichtung und ward 1853 zum Direktor der Administration sämtlicher Bühnen Frankreichs, 1863 zum Direktor der Theater im Ministerium des kaiserlichen Hauses ernannt. Zwei Jahre später wurde er in die Akademie gewählt und erhielt 1876 die Stelle des ständigen Sekretärs derselben, wozu ihn seine diplomatische Glätte und große persönliche Beliebtheit besonders befähigten. Von seinen Lustspielen sind die bekanntesten: "Un jeune homme" (1841); "L'avocat de sa cause" (1842); "La chasse aux fripons" (1846) und das Stück "Le fruit défendu" (1857, deutsch 1861), das neben dem Drama "La considération" (1860) wohl als seine gelungenste Produktion bezeichnet werden kann. Noch sind zwei von der Akademie gekrönte lyrische Szenen: "Velasquez" (1847) und "La barque d'Antonie" (1849), zu erwähnen. D. ist seit 1867 Kommandeur der Ehrenlegion und versah viele Jahre am "Moniteur