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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Dschaisalmir; Dschalalpur; Dschalandhar; Dschalo; Dschambi; Dschami; Dschamna

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Dschaisalmir - Dschamna.

päischem Vorbild, 379 nach indischem Muster. Der auf das Wohl seines Landes bedachte Fürst war bei der großen Hungersnot allein von allen Herrschern Radschputanas bestrebt, das Elend zu mildern. Dafür wurden seine Salutschüsse von der englischen Regierung von 17 auf 19 erhöht. Doch finden seine Befehle vielfach keine Ausführung, Steuerwesen und Justiz liegen noch im argen. Eine merkliche Besserung brachte der Vertrag vom 7. Aug. 1869, durch welchen der Salzsee Sambar, bis dahin in gemeinschaftlichem Besitz von D. und Dschodhpur, in das Eigentum der englisch-indischen Regierung überging. Der See war der Zankapfel zwischen den Radschas und ihren Vasallen gewesen; die Salzgewinnung ging nicht ohne Unruhe von statten, Angriffe auf die Salzkarawanen waren an der Tagesordnung. Seit die englisch-indische Regierung das Salzlager ausbeutet, herrscht Ruhe und Ordnung. Die Ende 1880 zur Vollendung gebrachte Radschputana-Eisenbahn durchzieht D. von NO. nach SW.; nach dem Sambarsee ist eine Zweigbahn gebaut. 1883 veranstaltete der Fürst in seiner Hauptstadt eine epochemachende Ausstellung kunstgewerblicher Gegenstände aus ganz Indien. Vgl. "Rajputana Gazetteer" (Kalkutta 1880).

2) (D. Zemindari) Kleiner englisch-ind. Vasallenstaat, am Rande der Ostghats zwischen 17½ bis 20° nördl. Br. und 81 1/3-84° östl. L. v. Gr.; der Umfang beträgt 29,851 qkm (542 QM.) mit (1881) 694,673 Einw., fast ausschließlich hinduisierten vorarischen Urbewohnern. Der Fürst ist ein Radschpute hoher Kaste, seine Familie nahm im 15. Jahrh. Besitz vom Land. Von den Ebenen im O. und dem Tafelland des östlichen Dekhan durch die Lage im stark bewaldeten Gebirge abgeschlossen, war das Fürstentum bis 1848 nur dem Namen nach abhängig; damals brachen Palastunruhen aus, die Aufstände im Gefolge hatten; 1860 griff die englisch-indische Regierung direkt in die Verwaltung ordnend ein. S. Karte "Ostindien".

Dschaisalmir (engl. Jeysulmere), ein unter britischem Schutz stehender Radschputenstaat, zwischen Dschodhpur, Bahawalpur, Bikanir und Sind gelegen, umfaßt 42,586 qkm (774 QM.) mit (1881) 108,143 Einw. (57,484 Hindu, 28,032 Mohammedaner). Das Land macht durchaus den Eindruck der Öde. Der Norden ist Wüste, der Süden von einer Kette dürrer und baumloser Höhen durchzogen, zwischen denen Weideplätze sich ausbreiten. Fließende Gewässer fehlen; längs der Karawanenwege durch die Wüste wird für den nötigen Wasserbedarf mit großen Kosten gesorgt. Das Land ist reich an wilden Tieren, besonders Wölfen, Schakalen und Schlangen; Haustiere sind: Dromedar, Pferd, Rind, Schaf. Haupterzeugnis des Ackerbaues ist Hirse. Die gleichnamige Hauptstadt, am Fuß einer der Kalkhöhenketten gelegen und mit einer Mauer umgeben, hat (1881) 10,965 Einw., welche rührige Handelsleute sind.

Dschalalpur, Ort im Pandschab in Ostindien, unter 32° 39½' nördl. Br. und 73° 27' östl. L. v. Gr., am rechten Dschelamufer, mit (1881) 12,839 Einw.; das Fort Bukephala Alexanders d. Gr.

Dschalandhar (Jullundur), Regierungsbezirk in der englisch-ostind. Provinz Pandschab, 32,550 qkm (592 QM.) mit (1881) 2,421,781 Einw., liegt zwischen den Flüssen Bias und Satledsch und wird von der Dehli-Lahor-Eisenbahn durchschnitten. Der Bezirk ist sehr fruchtbar; in seinem nördlichen Distrikt Kangra, der bereits im Himalaja liegt, haben die Engländer mit großem Erfolg die Kultur des Thees eingebürgert. Die Stadt D. hat 52,119 Einw., eine Menge prächtiger Gebäude und zunehmenden Handel.

Dschalo, 1) Oase in Tripolis, s. Audschila.

2) Ort in Palästina, s. Ajalon.

Dschambi (Djambi, Jambi), einer der bedeutendsten Flüsse Sumatras, dessen Quellen in den Gebirgslandschaften der Westküste liegen, und der an der Ostküste, ein Delta bildend, in vier Armen mündet. Er ist bis tief in das Innere schiffbar und sein Thal ein sehr reiches, allein sumpfiges und ungesundes Land. Es bildet den Hauptteil des Staats D., der im S. bis an die Residenz Palembang reicht und unter niederländischer Oberhoheit steht. Die jetzige Hauptstadt ist der Ort D. oder Tanapile.

Dschami (arab.), s. Moschee.

Dschami (Mewlana Abd ur Rahmân ibn Achmed), der letzte große pers. Dichter, geb. 1414 zu Dscham in der Provinz Chorasan, lebte am Hof der Sultane Abu Said und Hossein Behadur zu Herat und beschäftigte sich meist mit dem Unterricht des Volkes. Als Dichter eiferte er dem Nisami (s. d.) nach, indem er wie dieser einen Chamsa ("Fünfer") verfaßte, dessen beide erste Abteilungen zwei ethisch-asketische Lehrgedichte enthalten, während in den drei letzten die Geschichte von Alexander, von Medschnun und Leila sowie der biblisch-koranische Stoff von Jusuf (Joseph) und Salicha (Suleika) romantisch behandelt wird. Bei seinem 1492 erfolgten Tod hinterließ er 40 Werke theologischen, mystischen und poetischen Inhalts. Gedruckt wurden: "Schewahid en Nubuwwet" ("Zeugnisse des Prophetentums", türkisch von Achisade und Lamii); "Subhat ul Ahrâr" ("Rosenkranz der Gerechten", Kalkutta 1811 u. 1818; hrsg. von Falconer, Lond. 1849), ein moralisch-didaktisches Gedicht, und "Tuhfat ul Ahrâr" ("Geschenk der Edlen", hrsg. von Falconer, das. 1848); ferner das allegorische Epos "Salaman und Absal" (hrsg. von Falconer, das. 1850) und "Jusuf und Salicha", das berühmteste seiner romantischen Gedichte (Text und metrische Übersetzung von Rosenzweig, Wien 1825). Seine Beduinenromanze "Medschnun und Leila" ward von Chézy ins Französische (Par. 1807), nach diesem von Hartmann ins Deutsche übertragen (Leipz. 1807). Dschamis übrige poetische Erzeugnisse bestehen in dem mystisch-allegorischen Gedicht "Silsilat udsdsahab" ("Die Goldkette"), dem "Chiredname-i-Iskender" ("Weisheitsbuch Alexanders"), einer Beschreibung der beiden heiligen Städte Mekka und Medina unter dem Titel: "Futûh ul haramain" und drei "Diwanen" (Sammlungen lyrischer Gedichte), aus denen Wickerhauser (Leipz. 1855, Wien 1858) und vor allen Rückert (in der "Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft") einen beträchtlichen Teil metrisch übersetzt haben. Dschamis vorzüglichste prosaische Werke sind: "Behâristân" ("Frühlingsgarten", eine Nachahmung des "Rosengartens" von Saadi, mit Notizen über persische Dichter im vorletzten Kapitel; persisch und deutsch von Schlechta-Wssehrd, Wien 1846); "Nafahât ul uns" ("Die Hauche der Vertraulichkeit", ein biographisches Wörterbuch mit Lebensbeschreibungen von 607 mystischen Scheichs, gedruckt Kalkutta 1859); eine berühmte Briefsammlung ("Inshâ", das. 1811); eine Reihe metrischer, poetischer und philologischer Abhandlungen (z. B. "A treatise on Persian rhyme", persisch hrsg. von H. Blochmann, das. 1867) u. a. Vgl. Rosenzweig, Biographische Notizen über Mewlana Abd ur Rahmân D. (Wien 1840).

Dschamna (Dschamunâ), einer der zwei Hauptflüsse Hindostans in Vorderindien, entspringt am Himalaja an der Südwestseite der Dschamnotri Piks (Dschamnâwatâri, d. h. Herabsteigung des D.) unter