Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

237

Durani - Durban.

verfertigen. -

2) Stadt im SW. des nordamerikan. Staats Colorado, am Fuß der San Juan-Gebirge, ist Handelszentrum eines ergiebigen Bergbaureviers und hatte 1884: 5000 Einw. 50 km davon prähistorische Felsenwohnungen der Puebloindianer. D. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Durani, der tonangebende Stamm der Afghanen, dem die regierende Dynastie entsproß. Vgl. Afghanistan.

Durante, Francesco, Komponist, geb. 15. März 1684 (nach andern 1693) zu Fratta Maggiore bei Neapel, erhielt seine musikalische Bildung in letzterer Stadt an den Konservatorien dei Poveri di Giesù Cristo (durch Gaetano Greco) und Sant' Onofrio (durch Alessandro Scarlatti). Später widmete er sich, nach einigen in Rom selbst, einem gründlichen Studium der Meisterwerke der römischen Schule und wurde um 1718 zum Direktor des erstgenannten Konservatoriums ernannt, welchen Posten er 1742 mit dem des Direktors des Konservatoriums Santa Maria di Loreto vertauschte. Er starb 13. Aug. 1755 in Neapel. Durantes Kompositionen gehören nur der Kirche und der Kammer an (für das Theater schrieb er nichts) und bestehen aus zahlreichen Messen, Hymnen, Motetten etc., die meist für vier obligate Stimmen und in dem damals neuen konzertierenden Stil geschrieben sind. Sein Hauptverdienst besteht darin, als Lehrer wie als schaffender Künstler die Traditionen der römischen Schule des Palestrina für die italienische Kirchenmusik erhalten zu haben, in einer Zeit, wo dieselbe bereits Gefahr lief, von der Oper überflutet zu werden, und aus diesem Grund verdient er neben Leo die erste Stelle unter den Vertretern der von Alessandro Scarlatti begründeten, im Verlauf des Jahrhunderts durch eine Reihe berühmter Komponisten, wie Pergolese, Piccini, Jomelli, Paesiello, zur unumschränkten Herrschaft in Europa gelangten neapolitanischen Schule.

Durante causa durat effectus (lat.), solange die Ursache dauert, dauert die Wirkung.

Durante lite (lat.), während der Rechtshandel noch anhängig, unentschieden ist.

Durante matrimonio (lat.), während der Ehe, solange die Ehe dauert.

Duranti, Durante, Graf, ital. Dichter und Redner, geb. 1718 zu Brescia, studierte in Bologna, widmete sich mit Erfolg der lateinischen und italienischen Poesie und erwarb sich dadurch eine Stelle am sardinischen Hof. Er starb 24. Nov. 1780 in Palazzolo. Von seinen Gedichten, die sich durch Geist und Geschmack auszeichnen, gilt das didaktische "L'Uso", in 3 Teilen, in welchem er seinen Helden in den drei Lebenslagen des Junggesellen, Gatten und Witwers darstellt, für das beste. Seine vermischten Poesien erschienen als "Rime" zu Brescia 1755. Er schrieb auch zwei Tragödien: "Virginia" (Brescia 1764) und "Attilio Regolo" (Turin 1771), und mehrere Reden.

Durantis, Wilhelmus, gewöhnlich Speculator genannt, berühmter franz. Rechtsgelehrter, geb. 1237 zu Puimisson in Languedoc, studierte zu Bologna, ward Lehrer des kanonischen Rechts in Modena, unter den Päpsten Nikolaus III. und Martin IV. mit den höchsten Ämtern und kirchlichen Würden bekleidet, 1286 zum Bischof von Mende in Languedoc, 1295 zum Statthalter von Romagna und der Mark Ancona ernannt. Er starb bald darauf 1. Nov. 1296 in Rom. Sein Hauptwerk ist das "Speculum judiciale" (letzte Ausg., Frankf. 1668 u. Lyon 1678), noch jetzt wegen der darin niedergelegten praktischen Erfahrungen im Gebiet des gesamten Rechts wichtig.

Duration (neulat.), Verhärtung.

Durazno, Departement von Uruguay, im Innern des Landes, hat 13,252 qkm (248 QM.) und (1883) 19,991 Einw., die fast ausschließlich Viehzucht treiben; der gleichnamige Hauptort mit 2000 Einw. liegt am Grenzfluß Yi, über den eine 625 m lange Brücke führt.

Durazzo (von den Serben Dratsch, von den Albanesen Dúrresi genannt), Hafenplatz in Türkisch-Albanien (Wilajet Skutari), auf einem Vorgebirge des Adriatischen Meers, in herrlicher, aber fiebererzeugender Gegend, ein ärmlicher, verfallener Ort mit ca. 1200 Einw. und den Ruinen einer byzantinischen Citadelle. Der Hafen, obschon versandet, ist dennoch der belebteste und wichtigste von Mittelalbanien; 1884 liefen 810 Schiffe von 96,631 Ton. ein. Ausfuhrartikel (1884 für 1,913,626 Gulden) sind: Blutegel, Feldfrüchte, Felle und Leder, Nutzholz, Öl und Tabak. - Die Stadt hieß im Altertum Epidamnos und war eine Kolonie der Korinther und Kerkyräer, die 625 v. Chr. unter Führung des Herakliden Phaleos angelegt wurde und durch ihren politischen Parteikampf die Veranlassung zum Peloponnesischen Kriege gab. Unter den Römern, welche am Ende des 4. Jahrh. die Stadt gegen die andrängenden Illyrier in Schutz nahmen, wurde der alte Name der Stadt wegen seines Anklanges an das ominöse damnum ("Schaden") in Dyrrhachium, nach der Halbinsel, worauf die Stadt lag, verwandelt. Zwischen ihr und dem 150 km entfernt gegenüberliegenden Brundusium fand die Hauptverbindung Griechenlands mit Italien statt, und von hier aus begann die große Egnatische Heerstraße nach dem Hellespont. Bekannt ist D. namentlich wegen der langen Kämpfe zwischen Cäsar und Pompejus 48 v. Chr., welche zu gunsten des letztern ausliefen. Seine höchste Blüte erreichte D., als es zu Ende des 4. Jahrh. n. Chr. Hauptstadt der Provinz Epirus nova wurde. Zum byzantinischen Reiche gehörig, wurde es von Theoderich d. Gr. und zweimal (986-989 und 1018-42) von den Bulgaren erobert und behauptet. 1082 wurde D. von Robert Guiscard eingenommen. Nach Roberts Tod kam D. wieder unter byzantinische Herrschaft; 1108 ward es von Bohemund erobert, 1185 vom König Wilhelm dem Guten von Sizilien genommen, aber dann wieder an die Griechen abgetreten. 1205 kam es vorübergehend an Venedig, 1272 an Karl von Anjou, dann, durch ein Erdbeben 1273 gänzlich zerstört, aber bald wiederaufgebaut, 1304 als Herzogtum an Philipp von Tarent, 1333 an Achaia, 1336 an Serbien, gleich darauf an Neapel. 1394-1501 war es venezianisch. 1501 wurde die Stadt von den Türken unter Mohammed Bei erobert, und seitdem ist sie unter türkischer Herrschaft geblieben.

Durban (Port Natal), Hafenstadt der brit. Kolonie Natal in Südostafrika, an der Bai von Natal und Kopfstation der Eisenbahnlinien nach Verulam, Isipingo und Ladysmith, hat (1884) 16,630 Einw., davon 8543 Europäer, 4220 Kaffern und 3867 Inder. Unter den europäischen Kaufleuten sind die Deutschen ziemlich stark vertreten. D. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Der Hafen ist nur Schiffen von geringem Tiefgang zugänglich, da sich eine Barre, auf der stets eine hohe Brandung steht, vor die Einfahrt legt; doch wird an Beseitigung derselben gearbeitet. Jetzt muß ein Dampfer die kostspielige Verbindung zwischen Schiff und Land vermitteln. Dennoch geht über D. der ganze auswärtige Verkehr der Kolonie. Es liefen 1884 ein: 368 Schiffe mit 210,181 Ton., aus: 368 Schiffe mit 212,604 T. Die Ausfuhr (1883 für 831,747 Pfd. Sterl.) besteht vornehm-^[folgende Seite]