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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Écritoire; Écriture; Écrivailleur; Écru; Ecsed; Ectopistes; Écu; Ecuadōr

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Écritoire - Ecuador.

rich d. Gr., Helvetius, Diderot, d'Alembert, Marmontel etc.) oft wiederkehrendes Wort von historischer Wichtigkeit, das ohne Zweifel auf die Kirche zu beziehen ist. Viele seiner Briefe (namentlich an d'Alembert) unterzeichnete er, statt mit seinem Namen, mit "Écr. l'inf..." oder "Écrlinf" zur Täuschung der mit der Eröffnung staatsgefährlicher Briefe betrauten Beamten.

Écritoire (franz., spr. -tŏahr), Schreibzeug.

Écriture (franz.), Schrift, Schriftstück; Handschrift; l'É., la sainte. É., les (saintes) Écritures, die Heilige Schrift, Bibel.

Écrivailleur (franz., spr. -jöhr), Schmierer, Sudler.

Écru (franz., spr. -ü), roh, ungebleicht (Seide, Garn etc.).

Ecsed (spr. ettsched), Sumpf im ungar. Komitat Szathmár, unweit Nagy-Károly, 230 qkm groß und ca. 2 m tief, ist seit der Regulierung der Flüsse Kraszna und Szamos teilweise trocken gelegt.

Ectopistes, die Wandertaube, s. Tauben.

Écu (franz., spr. eküh), Schild; franz. Silbermünze (Louis blanc, Louis d'argent) bis 1803, zuerst unter Ludwig XIII. nach dem Muster der spanischen Piaster geprägt und in der Folge vielfach im Wert und auch im Gepräge (nach welchem der É. verschiedene Namen trug) verändert.

Ecuadōr (s. Karte "Peru etc."), südamerikan. Republik, so genannt, weil der Äquator dieselbe durchschneidet, liegt zwischen 1° 23' nördl. und 4° 45' südl. Br. und zwischen 71° 15' und 81° westl. L. v. Gr. und grenzt im N. an Kolumbien, im S. an Peru, im W. an den Stillen Ozean. Die Landesgrenzen sind noch nirgends genauer festgesetzt, außer daß durch Grenzvertrag vom Jahr 1832 die Ansprüche Kolumbiens auf Pasto anerkannt sind. Auch den Putumayo hat Kolumbien seit 1876 besetzt, während Peru den ganzen Marañon in Besitz hat, so daß die Grenzen Ecuadors sich auf das in unsrer Karte angegebene Gebiet beschränken. Dieses hat ein Areal von 329,000 qkm (5975 QM.). Außerdem gehören zu E. die Galapagos. Areal und Bevölkerung (nach ganz rohen Schätzungen und unter Annahme von 100-150,000 "wilden" Indianern [infielos]) verteilen sich wie folgt:

Provinzen ¹ QKilom. QMeil. Bewohner 1882 Auf 1 QKil.

Azuay (Cuenca) 26800 486,7 100000 3,73

Chimborazo 12400 225,2 128000 1,02

Esmeraldas 13550 246,1 10000 0,74

Guayas (Guayaquil) 23300 423,1 95000 4,08

Imbabura 10700 194,3 94000 8,78

Leon 9100 165,3 101000 11,09

Loja 18800 341,4 100000 5,32

Manavi 17100 310,6 68000 3,98

Oriente 161400 2931,2 150000 0,93

Pichincha 21500 390,5 120000 5,58

Rios 9300 168,9 60000 6,46

Tunguragua 5050 91,7 70000 13,86

Zusammen: 329000 5975,0 1196000 3,63

Galapagos 7643 138,8 88 0,01

¹ Über Umfang und Bevölkerung der neugebildeten Provinzen Oro, Olmedo, Carchi, Bolivar und Azogues liegen keine Angaben vor.

[Physische Verhältnisse.] Die Küste des Ozeans ist ohne kleinere Einbiegungen über 800 km lang und hat bei einzelnen guten Flußhäfen nur einen bedeutenden Busen, den von Guayaquil. Das Innere des Landes zerfällt in drei Teile: die Küstenebene, die Gebirge und die zwischen ihnen liegende Hochebene und die Ebene im O. desselben. Das Gebirge, ein Teil der südamerikanischen Kordilleren, besteht aus zwei parallel von S. nach N. ziehenden und durch ein breites Längenthal geschiedenen Ketten, welche aus hohen vulkanischen Bergen, entweder erloschenen und (elf) noch thätigen Vulkanen oder kraterlosen, durch Erhebung des Bodens emporgestiegenen Domen, zusammengesetzt sind. In der östlichen Kette erheben sich der Imbabura (4582 m), der Cayambe (5840 m), der Antisana (5746 m), die noch thätigen Vulkane Cotopaxi (5943 m) und Tunguragua (5087 m), der Capac-Urcu oder Altar de los Collanes (5404 m), der östlich von der Kette liegende und von ihr getrennte Sangay (5323 m), der thätigste aller Vulkane des Landes; in der westlichen dagegen der Catacachi (4966 m), der Pichincha (4787 m), der Corazon (4787 m), der Yliniza (5305 m), der Carahuairazo (5106 m), der Chimborazo (6310 m). Das zwischen beiden Ketten liegende Längenthal zerfällt durch Querriegel, welche die Ketten verbinden, in acht Becken, die sich zusammen 600 km lang bei einer Durchschnittsbreite von 35 km gegen S. ziehen, ohne unter 2500 m Höhe herabzusinken; sie sind der wichtigste Teil des ganzen Landes, der Hauptsitz der Bevölkerung und aller Bildung in den ältesten Zeiten wie noch jetzt. Das nördlichste Becken, die Ebene von Quito (2850 m), wird von dem folgenden, der Ebene von Tacunga (2780 m), durch das Querjoch von Chisinche (3604 m) getrennt, die letztere Ebene von der von Cuenca (2355 m) durch den Bergknoten von Azuay; südlicher liegt noch die zum Thal des obern Marañon sich senkende Bergebene von Loja (2072 m). Die Abfälle beider Ketten sind besonders nach außen steil, hier zugleich mit kurzen, vorspringenden Ketten, die sich im O. wie im W. rasch zur Tiefebene herabsenken. Von diesen Abfallsgebirgen sind die bedeutendsten an der Ostseite die Kordillere von Pastaza und die Kordillere de los Upanos, die vom Sangay ausgeht; an der Westseite der Bergknoten der Moñtana de Sandomo, der die Wasserscheide zwischen den zum Guayaquilgolf fließenden Flüssen und den nördlichen Küstenflüssen bildet. Auf diese Berge folgen an beiden Seiten tief gelegene, mit dicht verwachsenen Urwäldern bedeckte, daher fast undurchdringliche Tiefebenen. Die hohen Berge bestehen überwiegend aus vulkanischen Gesteinen, besonders verschiedenen Trachyten; ihre Abhänge wie das Längenthal zwischen den Ketten sind mit mächtigen Schichten von vulkanischem Sand, Asche und Tuffen bedeckt; aber am Fuß der Ketten treten die Ur- und Übergangsgesteine auf, die von den Vulkanen durchbrochen und auf der Ostseite von einem großen Kreidegebirgszug bedeckt sind. An nutzbaren Mineralien ist E. im ganzen nicht reich. Die Flüsse, namentlich die der Ostseite, führen etwas Gold; in der Ostkette findet sich Silber. Auch Eisen, Blei, Zink, Kupfer, Asphalt, Petroleum und Braunkohle, ferner Quecksilber und edle Steine (Smaragde, Bergkristalle, Granate etc.) sind vorhanden.

Hydrographisch gehört fast das ganze Land dem Gebiet des Amazonenstroms an. Von den in dem Längenthal entspringenden Flüssen, welche die Grenzketten desselben in tiefen Schluchten durchbrechen, fließen nur die der Ebene von Quito zur Küste ab und bilden das Gebiet des obern Rio Esmeraldas, des bedeutendsten Küstenflusses des Landes; die südlicher an den Abhängen der westlichen Kette entspringenden vereinigen sich in dem Rio Guayaquil. Dagegen entspringen von den Zuflüssen des Amazonenstroms der Pastaza in der Ebene von Tacunga, der Paute in der Ebene von Cuenca, endlich der Napo, der größte Fluß des Landes, am Ostabhang des Cotopaxi. - Das Klima