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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Elbsandsteingebirge; Elbschwanenorden; Elburg; Elburz; Elbzölle; Elch; Elche; Elchingen; Elda; Eldagsen; Elde; Eldena; Elder

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Elbsandsteingebirge - Elder.

doppelgipfeliger Trachytkegel. Der nordöstliche Gipfel ist 5642, der südwestliche 5620 m hoch; beide sind erloschene Krater, durch einen 5200 m hohen Rücken verbunden. Die Gletscher des E. sind relativ unbedeutend, weil das zentrale Firnfeld viele derselben speisen muß. Die Schneegrenze liegt in 3260 m Höhe. Der E. wurde zuerst 1829 von einem kabardinischen Hirten bei der russischen Expedition unter Lenz, 1868 von Freshfield, 1874 von Gardiner, 1884 von Déchy und in demselben Jahr von Iwanow, aber nur bis 5000 m Höhe erstiegen.

Elbsandsteingebirge, Gebirge in den sächs. Kreishauptmannschaften Bautzen und Dresden und in Böhmen, der nordwestliche Teil des großen Kreidegebiets, welches sich durch das nordöstliche Böhmen erstreckt, stößt im W. an das Erzgebirge, im S. an die Basalte des Mittelgebirges und wird von der Elbe durchschnitten. Den größten Teil desselben bildet die sogen. Sächsische Schweiz (s. d.).

Elbschwanenorden, eine der deutschen Sprachgesellschaften, von Joh. Rist um 1656 zu Wedel im Holsteinischen gestiftet, sollte ein "Pflanzgarten" für die Fruchtbringende Gesellschaft (s. d.) sein, ging aber mit dem Tode des Stifters (1667) wieder ein.

Elburg, Hafenstadt in der niederländ. Provinz Geldern, an der Zuidersee, mit einer bekannten, vom Admiral Kinsbergen gestifteten Erziehungsanstalt und (1883) 2633 Einw., die Ackerbau, besonders aber Schiffahrt und Fischerei treiben.

Elburz (Alburz), Gebirge in Persien, umfaßt denjenigen Teil vom nördlichen Randgebirge des iranischen Plateaus, welcher zwischen der Thalfurche des Sefid Rud im W. und der Gegend von Budschnurd oder Kutschân im O. liegt. Es steigt im Demawend zu 5630 m Höhe an, hat eine Länge von 670 bis 740 und eine Breite von 110 km, Paßhöhen von 2200 und, vom Demawend abgesehen, Gipfel- und Kammhöhen von 2900-4500 m. Der E. ist kein einfacher Gebirgszug, sondern besteht aus Reihen mehr oder minder paralleler Ketten, welche zuweilen durch Querjoche verbunden sind. Die Kämme haben rückenförmige Gestalt und bestehen fast ausschließlich aus Sedimentgebilden, die fast alle (von den azoischen bis zum Tertiär) vertreten sind. Der nördliche Abhang des E. ist, namentlich in seinen tiefern Teilen, vegetationsreich, der südliche kahl.

Elbzölle, s. Elbe, S. 503.

Elch, s. v. w. Elen.

Elche (spr. eltsche), Bezirksstadt in der span. Provinz Alicante, in der Küstenebene am Fluß Vinalopo gelegen, über den eine schöne Brücke führt, von einer fruchtbaren, reichbewässerten Huerta und von einem Palmenwald von 100,000 Stämmen umgeben, welcher der Stadt ein echt afrikanisches Ansehen gibt, hat eine schöne Kollegiatkirche, welche von einer großen, mit glänzenden Thonfliesen gedeckten Kuppel überragt wird, und (1878) 19,636 Einw., welche Espartowaren erzeugen und Handel mit Wein, Palmzweigen und Südfrüchten treiben. Als Hafenort für E. dient Santa Pola (4219 Einw.).

Elchingen (Oberelchingen), Pfarrdorf im bayr. Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg, Bezirksamt Neu-Ulm, unweit der Donau, mit (1880) 496 kath. Einwohnern. Die ehemals berühmte reichsunmittelbare Benediktinerabtei E., auf steilem Berge gelegen, wurde 1128 gestiftet. Noch jetzt ragt unter den stattlichen Klostergebäuden die Kirche hervor, die, 1773 vom Blitz getroffen, im mittelalterlichen Stil wiederhergestellt wurde. Als 1803 die Abtei infolge des Reichsdeputationshauptschlusses als Entschädigung an Bayern kam, umfaßte sie ein Areal von etwa 110 qkm mit 5300 Einw. und 69,000 Gulden Einkünften. Am 14. Okt. 1805 wurden bei E. die Österreicher durch die Franzosen unter Ney, der die Brücke eroberte, geschlagen, weshalb Ney den Titel eines Herzogs von E. erhielt.

Elda, Stadt in der span. Provinz Alicante, am Vinalopo und an der Eisenbahn von Madrid nach Alicante, hat ausgedehnte Schloßruinen und (1878) 4337 Einw., welche Espartoflechterei, Essig- und Papierfabrikation betreiben.

Eldagsen, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Hannover, Kreis Springe, 6 km von der Station E. (Linie Hannover-Altenbeken der Preußischen Staatsbahn), mit Senffabrikation, Tischlerei, Schuhmacherei, Schwefel- und Solbad und (1880) 2450 evang. Einwohnern. E. gehörte vormals zur Grafschaft Hallermund.

Elde, Fluß in Mecklenburg, entspringt bei der Darzer Mühle, 12 km westlich von Röbel, bildet den Müritz-, Kalpin-, Flesen-, Malchow- und Plauer See, teilt sich bei Eldena in zwei Arme (Alte und Neue E.), nimmt die Stör (Störkanal) aus dem Schweriner See, ferner die Lökenitz auf und mündet bei Dömitz nach 140 km langem Lauf in die Elbe. Sie ist schiffbar und steht durch den Müritz-Havelkanal mit der Havel in Verbindung. Dieser Kanal, 1831 bis 1837 angelegt, 15 m breit, 1,4 m tief, mit sechs Schleusen, verläßt die Müritz bei Klopzow, geht zuerst fast östlich durch den Kaapsee zum Wötersitzsee, sodann durch eine Reihe schmaler Seen an Mirow vorbei nach S. fast bis zur brandenburgischen Grenze und endlich wiederum nach O. bis zur Havel, die er im Priperter See erreicht. Die ganze Wasserstraße von der Havel bis zur Mündung der E. hat eine Länge von 195 km und 17 Schleusen. Im Lewitzbruch, oberhalb Neustadt, dient der Friedrich-Franzkanal als Abkürzung des Flußlaufs, während ein andrer Arm desselben nach rechts eine Verbindung mit der zur Sude gehenden Rögnitz herstellt.

Eldena, 1) Dorf mit Vorwerk im preuß. Regierungsbezirk Stralsund, 4 km östlich von Greifswald, mit den Trümmern einer 1199 gestifteten, 1638 von den Schweden zerstörten Cistercienserabtei, einer Landwirtschaftsschule (seit 1877), einem botanischen Garten, einer Baumschule, Bierbrauerei, Seebad und (1880) 663 Einw. Die 1835 gestiftete landwirtschaftliche Akademie wurde 1876 aufgehoben. Vgl. Baumstark, Die königliche staats- und landwirtschaftliche Akademie E. (Berl. 1870); Pyl, Geschichte des Cistercienserklosters E. (Greifsw. 1882). -

2) Dorf in Mecklenburg-Schwerin, an der Elde, 11 km südwestlich von Grabow, mit (1880) 979 Einw., einer Pfarrkirche und einem ehemaligen Cistercienser-Nonnenkloster, das 1230 gestiftet und 1556 säkularisiert ward.

Elder, John, Ingenieur, geb. 8. März 1824 zu Glasgow, hörte daselbst Vorlesungen über Maschinenbau, erlernte die Praxis in der Mühlenbauanstalt von Napier und bildete sich auch zu einem vortrefflichen Zeichner aus. Er leitete dann drei Jahre das Zeichenbüreau der Maschinenfabrik von Robert Napier und wurde 1852 Teilhaber der Firma Randolph, Eliot u. Komp., welche 1860 den Bau eiserner Schiffe begann. Damals erregte die Compoundmaschine allgemeines fachmännisches Interesse, und E., welcher ihren Wert erkannte und als einer der ersten darauf aufmerksam machte, daß diese Maschine eine Erhöhung der Dampfspannung und der Expansion über das bisher übliche Maß erheische, wenn sie ihre größte Leistungsfähigkeit entfalten sollte, benutzte sie mit