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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Elten; Elterlein; Eltmann; Elton; Eltville; Eltz; Eludieren; Elukubrieren; Elul; Elusion

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Elten - Elusion.

Seiten silberweiß oder goldgelb, am Bauch blaßrot schimmernd, an Wangen und Deckelstücken rosenrot mit Goldglanz, mit orangegelber Brust-, sonst roten Flossen, von denen aber Rücken- und Schwanzflosse viel schwarzes Pigment enthalten. Er ist sehr gemein in Flüssen und Seen Mitteleuropas, lebt gesellig, in der Jugend besonders in kleinern Bächen oder Flüssen mit kiesigem Grund, nährt sich hier von Würmern und Kerbtieren, später von Fischen, Krebsen, Fröschen, Mäusen, laicht im Mai und Juni und ist wegen seines grätigen Fleisches wenig geschätzt, wird aber als Futterfisch in Teiche gesetzt. Der Hasel (Häsling, s. Leuciscus L.), 25 cm lang, gestreckter, mit schmächtigerm, namentlich an der Stirn schmälerm Kopf und wenig schief stehendem, kleinem Maul, auf dem Rücken schwarzblau, an den Seiten gelblich oder weiß glänzend; Rücken- und Schwanzflosse sind dunkel, die andern Flossen gelb oder orange; er findet sich allgemein in den Gewässern Mitteleuropas, nährt sich von Würmern und Kerbtieren, laicht im März und April und dient als Köder für größere Lachsfische.

Elten, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Rees, unweit des Rheins, Knotenpunkt der Linien Amsterdam-Emmerich der Niederländischen und Neuß-Kleve-Zevenaar der Preußischen Staatsbahn, mit katholischer und evang. Pfarrkirche, Schullehrerseminar und (1880) 2343 meist kath. Einwohnern. Auf dem nahen Eltenberg befand sich bis 1803 ein 968 gegründetes adliges reichsunmittelbares Fräuleinstift (Hoch-E.).

Elterlein, Bergstadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Annaberg, 620 m ü. M., hat eine gotische Kirche, eine Klöppelschule und (1880) 2139 evang. Einwohner, welche Spitzenklöppelei, Posamentierwaren- und Pappfabrikation, Ackerbau, gegenwärtig auch wieder Bergbau auf Eisen, Schwefel und Silber treiben.

Eltmann, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt Haßfurt, am Main, hat ein Amtsgericht, eine schöne, neurestaurierte Pfarrkirche, eine Burgruine und (1880) 1529 meist kath. Einwohner. - E., anfänglich bloß Schloß, wurde im 8. Jahrh. dem Bistum Würzburg geschenkt und 1335 vom Kaiser Ludwig dem Bayern zur Stadt erhoben. 1 km nördlich auf der andern Seite des Mains das Dorf Ebelsbach, Station der Linie Bamberg-Würzburg der Bayrischen Staatsbahn.

Elton (Jalton-Nor, "goldener See"), der bedeutendste und wichtigste Salzsee Rußlands, liegt im Gouvernement Astrachan, im O. des untern Wolgaknies, dicht an der Grenze der Kirgisensteppe, hat 161 qkm (2,92 QM.) Flächeninhalt und bildet ein ovales, flaches Becken. Die Thonufer haben eine Höhe von 5-6 m, und acht kleine Flüßchen mit Salzwasser ergießen sich in der nassen Jahreszeit in den See. Bis zu unbekannter Tiefe besteht der Boden aus festem Salz, das, vom Regen gelöst, eine gesättigte Sole (rapa) bildet, die den Boden bedeckt (im Frühjahr bis über 60 cm hoch). In der Sonnenwärme scheidet sich das aufgelöste, sehr bitter schmeckende Salz wieder aus und bildet auf dem Boden eine neue Schicht. Das im Frühjahr reichlich zufließende Wasser löst dann das leichter lösbare Bittersalz auf und läßt eine feste, steinähnliche Masse (das "alte Salz") zurück, die sich allmählich mit einer schwarzen Schlammschicht bedeckt, auf welche sich wieder eine neue Salzschicht lagert. Die obersten 5 cm bestehen aus schneeweißen Würfeln, im Innern des Sees wird diese Schicht oft 12 cm dick; man hebt sie mit Stangen auf, wäscht sie ab und fährt sie auf Kanälen ans Ufer und von da weiter nach den großen Salzmagazinen zu Saratow und Kamyschin. Zu Anfang des 19. Jahrh. stieg die Jahresausbeute auf 8, in einzelnen Jahren auf 15 Mill. Pud; gegenwärtig liefert der See etwa 5½-6 Mill. Pud (90-98,000 Ton.), d. h. den siebenten Teil der gesamten Salzausbeute Rußlands. Das Salz des E. ist dem Steinsalz am ähnlichsten, indem es nur 0,13 Proz. Chlormagnesium und 98,8 Proz. Chlornatrium enthält. Ähnlich verhält es sich mit dem nahen Baskuntschatskisee (Bogdoin Dobassu), dessen Salz noch reiner ist als das des E.

Elton, James Frederick, engl. Afrikareisender, geb. 3. Aug. 1840, trat 1857 in die ostindische Armee ein, nahm am englischen Feldzug in China und am französischen in Mexiko teil und bereiste von 1868 bis 1871 Transvaal und Natal, wobei er den untern Limpopo erforschte. Darauf 1873 zum Vizekonsul in Sansibar, 1875 zum Konsul in Mosambik ernannt, besuchte er behufs Unterdrückung des Sklavenhandels wiederholt die Küste von Ostafrika. 1877 ging er zum Nyassasee und überstieg mit Cotterill das 4400 m hohe Kondigebirge am Nordende des Sees, erlag aber den Anstrengungen 13. Dez. 1877 bei Usecha in Ugogo (Ostafrika). Seine Tagebücher gab Cotterill heraus unter dem Titel: "Travels and researches among the lakes and mountains of Eastern and Central Africa" (Lond. 1879).

Eltville (Elfeld), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Rheingau, in herrlicher Lage am Rhein und an der Linie Frankfurt a. M.-Oberlahnstein-Lollar der Preußischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, eine kath. Pfarrkirche, geringe Burgreste mit hohem Wartturm, vortrefflichen Weinbau, eine Schaumweinfabrik, Nudelfabrikation, Mälzerei und (1880) 3118 meist kath. Einwohner. - E. (ursprünglich Adeldvile, Eldevile, lat. Altavilla, später Eltvilla) kommt schon 832 vor, wurde von Kaiser Otto I. den Erzbischöfen von Mainz geschenkt, die hier oft ihre Residenz und von 1354 bis 1382 eine Münze hatten, und galt als die Hauptstadt des Rheingaues. Sie wurde 1349 von Karl IV. belagert, weil sie den Gegenkönig Günther aufgenommen; doch kam hier 26. Mai 1349 ein Vertrag zwischen beiden Königen und dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg zu stande, infolge dessen Günther der Krone entsagte. In E. bestand schon 1465 eine von Gutenberg unterstützte Buchdruckerei unter Bechtermünz.

Eltz, wilder Gebirgsfluß in der Eifel, entspringt am Kelberg, fließt zuerst nach NO., dann nach SW. und mündet nach 8 km langem Lauf bei Moselkern in die Mosel. Am Rand seines vielbesuchten Thals auf einem 290 m hohen Felsen in romantischer Gegend liegt die malerische Burg E., eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burgen Deutschlands, Stammschloß des noch heute blühenden Geschlechts der Grafen von Elz und teilweise bewohnt, mit zahlreichen Altertümern.

Eludieren (lat.), etwas vermeiden, demselben ausweichen; etwas vereiteln; hintergehen, täuschen.

Elukubrieren (lat.), bei nächtlicher Lampe, d. h. mit Fleiß, ausarbeiten; daher Elukubration, mit Sorgfalt ausgearbeitete Abhandlung.

Elul, der zwölfte Monat der Juden im bürgerlichen und der sechste im Festjahr, meist unserm August entsprechend. Die letzten Tage des E. sind für die Juden Vorbereitungstage, an welchen beim Frühgottesdienst Selichot (Bußgebete) gesprochen werden, für das Neujahrs- und Versöhnungsfest; hat 29 Tage.

Elusion (lat.), Ausweichung, Vereitelung; Ausflucht.