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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Endermatische Methode - Endogenites.

3) Eduard, Maler, Sohn von E. 1), geb. 1824 zu Wien, bildete sich unter der Leitung seines Vaters vorzugsweise im historischen Genre aus. Es fehlt seinen Bildern nicht an gefälliger Komposition, an Phantasie und Leben; doch ist ihr Kolorit oft zu bunt. Seine hervorragendsten Gemälde sind: Franz I. im Atelier des Benvenuto Cellini; Shakespeare, am Hof der Königin Elisabeth den "Macbeth" vorlesend; die Ausstellung der Hogarthschen Zeichnungen; Kaiser Josephs Zusammentreffen mit Mozart; die Anekdote vom Ei des Kolumbus; Schiller am Hof zu Weimar; Rembrandt in seinem Atelier und die Schachpartie.

Endermatische Methode, diejenige Heilmethode, bei welcher die Anwendung der Arzneistoffe auf die von der Oberhaut entblößte Haut geschieht. Man verfährt bei der endermatischen Methode in der Weise, daß zunächst ein Blasenpflaster auf irgend eine Hautstelle appliziert wird. Hat sich die Blase gebildet, so trägt man die emporgehobene Epidermis mit der Schere ab und bestreut die entblößte Hautpartie mit dem Arzneipulver oder bepinselt sie mit dem gelösten Arzneimittel. Die Arzneistoffe gehen durch Vermittelung der Lymphgefäße der Haut in die Blut- und Säftemasse über und entwickeln von hier aus ihre Wirkung auf den Organismus. Die e. M. hat im Anfang dieses Jahrhunderts namentlich in Paris in hohem Ansehen gestanden, ist jedoch ganz wieder außer Gebrauch gekommen, da man in der hypodermatischen Methode oder den subkutanen Injektionen (s. d.) ein Mittel gefunden hat, welches an Sicherheit und Schnelligkeit der Wirkung wie an Bequemlichkeit für den Patienten die e. M. weit hinter sich zurückläßt und doch alle Zwecke derselben erfüllt.

Enderun (pers., "das Innere"), s. v. w. Harem.

En détail (franz., spr. ang detäj), im einzelnen, kleinen; s. Détail.

Endettieren (franz., spr. angd-), in Schulden stürzen, mit Schulden beladen.

Endfläche, s. v. w. Pinakoid (s. d. und Kristall).

Endgeschwindigkeit, s. Flugbahn.

Endingen, Stadt im bad. Kreis Freiburg, Amt Emmendingen, am Nordfuß des Kaiserstuhls, hat 2 Kirchen, Weinbau, Seidenweberei und (1880) 2772 meist kath. Einwohner. - E., urkundlich zuerst 763 erwähnt, war später Hauptort der Herrschaft Usenberg, kam 1387 an Österreich und wurde 1415 freie Reichsstadt, unterwarf sich jedoch alsbald wieder dem Haus Österreich.

Endiometer (griech.), Instrument zur Bestimmung des Meridians.

Endivie, s. Cichorium.

Endl., bei botan. Namen Abkürzung für St. L. Endlicher (s. d.).

Endlich (lat. finitum) heißt alles, was entweder extensiv der Ausdehnung in Raum und Zeit oder intensiv dem Grad nach beschränkt ist.

Endlicher, Stephan Ladislaus, Botaniker, geb. 24. Juni 1804 zu Preßburg, trat 1823 in das erzbischöfliche Seminar zu Wien und erhielt die niedern Weihen, verließ aber 1826 den geistlichen Stand und ward 1828 an der Hofbibliothek in Wien angestellt. Er studierte nun Naturwissenschaften, besonders Botanik, aber auch ostasiatische Sprachen, namentlich die chinesischen. Im J. 1836 ward er Kustos der botanischen Abteilung am Naturalienkabinett zu Wien, 1840 Professor der Botanik an der Universität und Direktor des botanischen Gartens. Er starb 28. März 1849 in Wien. Aus seinen zahlreichen botanischen Werken heben wir hervor: "Flora Posoniensis" (Preßb. 1830); "Prodromus florae Norfolkicae" (Wien 1833); "Grundzüge einer neuen Theorie der Pflanzenzeugung" (das. 1838); "Iconographia generum plantarum" (das. 1838); "Medizinalpflanzen der österreichischen Pharmakopöe" (das. 1842); "Grundzüge der Botanik" (das. 1843, mit Unger); "Synopsis coniferarum" (St. Gallen 1847). Endlichers größtes botanisches Verdienst besteht in dem von ihm aufgestellten natürlichen Pflanzensystem, welches er dargelegt hat in seinem Werk "Genera plantarum secundum ordines naturales disposita" (Wien 1836-1850) und später in seinem "Enchiridion botanicum exhibens classes et ordines plantarum" (Leipz. 1841). Dies Werk ist seiner Vollständigkeit in der Charakteristik der Familien und Gattungen wegen bis auf die neueste Zeit unentbehrlich geblieben. Außerdem nahm E. als Mitarbeiter Anteil an der von Nees v. Esenbeck besorgten Ausgabe von R. Browns "Vermischten Schriften", an Pöppigs "Nova genera et species plantarum", an den "Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte" und an der "Enumeratio plantarum, quas in Nova Hollandia collegit C. L. B. de Huegel". Seit 1840 redigierte er mit Martius die "Flora Brasiliensis". Außer dem "Atlas von China nach der Aufnahme der Jesuitenmissionäre" (Wien 1843, 6 Hefte) gab er eine Anzahl schätzbarer Beiträge zur Kunde der ältern deutschen und altklassischen Litteratur sowie der ungarischen Geschichtsquellen, so zwei Dichtungen des Priscian (Wien 1828), die Bruchstücke einer altdeutschen Übersetzung des Matthäus-Evangeliums (mit Hoffmann von Fallersleben, das. 1834; 2. Aufl., mit Maßmann, 1841), die "Analecta grammatica" (das. 1836) und "Anfangsgründe der chinesischen Grammatik" (das. 1845), heraus.

Endoarteriitis, s. Arterienentzündung.

Endocardium, eine zarte, bindegewebige Haut, welche die Herzhöhlen auskleidet. Endocarditis, s. Herzentzündung.

Endochrom, der in Bändern und Platten in den Diatomeen vorkommende braune Farbstoff, der aus Chlorophyll und gelbem Diatomin bestehen soll. Das E. wird durch die meisten Mineralsäuren grün gefärbt, fluoresziert rot und zeigt die Absorptionsstreifen des Chlorophylls.

Endodérmis (griech.), Schutzscheidengewebe, in der Pflanzenanatomie die Grenzschicht, welche ein oder mehrere Gefäßbündel von umgebenden Parenchymmassen abgrenzt. Ihre Zellwände sind entweder zart und teilweise wellig gefaltet und verkorkt oder stark verdickt und verholzt. Die E. tritt in vielen Wurzeln und Stengeln mit axilem Gefäßstrang, besonders bei Wasserpflanzen, auf und hat eine mechanische Funktion.

Endogamie (griech.), s. Exogamie.

Endogen (griech.), Bezeichnung der Entstehungsweise derjenigen seitlichen Pflanzenglieder, die nicht aus oberflächlichen, sondern im Innern des Gewebes liegenden Zellen ihren Anfang nehmen und daher aus der Oberfläche hervorbrechen, wie z. B. die Äste der Equisetaceen (s. d.).

Endogenae, eine im Decandolleschen Pflanzensystem angewendete Bezeichnung für die Monokotyledonen, weil nach einer ältern, schon von Mohl widerlegten Vorstellung der Stamm dieser Pflanzen nicht wie bei den Dikotyledonen (Exogenae) durch Zuwachs an der Außenfläche eines ringförmigen Holzkörpers in die Dicke wächst, sondern in demselben die neuen Gefäßbündel innerhalb der ältern, schon verholzten sich bilden sollen (s. Monokotyledonen).

Endogenites, s. Holz (fossiles).