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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Erdmaus; Erdmetalle; Erdmörser; Erdnähe; Erdnuß; Erdnußöl; Erdö; Erdöl

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Erdmaus - Erdöl.

Grund der Schrift "Herzog Karl Emanuel I. von Savoyen und die deutsche Kaiserwahl von 1619" (Leipz. 1862) habilitierte er sich an der Berliner Universität, wurde 1864 Lehrer der Geschichte an der Kriegsakademie und 1869 außerordentlicher Professor. 1871 folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor nach Greifswald, im Herbst 1873 nach Breslau und Ostern 1874 als Nachfolger v. Treitschkes nach Heidelberg. E. schrieb noch: "Graf Georg Friedrich von Waldeck. Ein preußischer Staatsmann im 17. Jahrhundert" (Berl. 1869), "Das Zeitalter der Novelle in Hellas" (das. 1870) und gab in dem Aktenwerk "Urkunden und Aktenstücke zur Geschichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg" (das. 1864 ff.) die "Politischen Verhandlungen" (1864-1883, 5 Bde.) heraus.

2) Max, Komponist und Orchesterdirigent, geb. 14. Juni 1848 zu Nürnberg, machte seine Studien in Leipzig auf dem Konservatorium sowie später bei Rietz in Dresden, war 1871-80 Hofkapellmeister in Sondershausen, wo er, als Musiker der neudeutschen Richtung huldigend, auch den Schöpfungen der Anhänger derselben besonders thätige Förderung und Pflege angedeihen ließ, und wurde zu Anfang 1882 Dirigent der Konzerte der Russischen Musikgesellschaft in Moskau sowie bald darauf auch Professor am Konservatorium daselbst. Von seinen Kompositionen sind hervorzuheben die Chorwerke: "Prinzessin Ilse", "Schneewittchen", "Traumkönig und sein Lieb" und "Selinde", eine Orchestereinleitung zu Brachvogels "Narziß", verschiedene Lieder und Klavierstücke etc. - Seine Gattin Pauline E., geborne Fichtner, Pianistin, geb. 28. Juni 1851 zu Wien und daselbst ausgebildet, trat bereits mit dem 15. Jahr öffentlich auf, konzertierte darauf mit gutem Erfolg in Deutschland und Rußland und nahm 1870-71 noch Unterricht bei Liszt in Weimar, wo sie vom Großherzog zur Kammerpianistin ernannt wurde. Mit E. ist sie seit 1874 verheiratet.

Erdmaus, s. Wühlmaus.

Erdmetalle, die Metalle Aluminium, Beryllium, Zirkonium, Thorium, Yttrium, Erbium, Cer, Lanthan, Didym, besitzen vollkommenen Metallglanz, sind schwerer als Wasser, aber leichter als die Erzmetalle, an trockner Luft ziemlich beständig, laufen in feuchter Luft an, verbrennen erst in hoher Temperatur, zersetzen Wasser bei gewöhnlicher Temperatur nicht, wenig beim Kochen, leicht bei Gegenwart starker Säuren. Ihre Oxyde sind die Erden: Thonerde, Beryllerde etc. Diese sind farb-, geschmack- und geruchlos, feuerbeständig, sehr schwer schmelzbar, in Wasser unlöslich. Sie bilden mit Wasser unlösliche Hydroxyde, welche sehr schwach basisch sind, sich gegen starke Basen wie Säuren verhalten und mit Säuren leicht zersetzbare, nur zum Teil lösliche Salze und sehr leicht Doppelsalze bilden.

Erdmörser, Mine zum Auswerfen von Steinen, daher s. v. w. Steinmine.

Erdnähe (Perigäum), s. Apogäum.

Erdnuß, s. v. w. Lathyrus tuberosus, Carum Bulbocastanum, Arachis hypogaea; amerikanische E., s. Apios.

Erdnußöl (Katjangöl), s. Arachis.

Erdö (ungar.), s. v. w. Wald, in zusammengesetzten Ortsnamen vorkommend.

Erdöl (Petroleum, Steinöl, Naphtha), eine in der Natur vorkommende entzündliche Flüssigkeit, welche den aus verschiedenen Teersorten gewonnenen Mineralölen ähnlich ist und, wie diese, wesentlich aus flüssigen Kohlenwasserstoffen besteht. Das rohe E. ist hell oder dunkel, dünn- oder dickflüssig; es wird oft begleitet von brennbaren Gasen, enthält teils Bestandteile, die schon bei mäßiger Erwärmung Dampfform annehmen, teils schwer flüchtige Öle und starre Körper (Paraffin) und geht unter Umständen in sehr dickflüssige Substanzen über, als deren Endglied das starre Bergwachs und der Asphalt zu betrachten sind. Das E. ist sehr weit verbreitet und findet sich in den verschiedensten Gebirgsformationen, bisweilen in der Nähe von Punkten vulkanischer Thätigkeit, aber ganz allgemein auch in Sedimentgesteinen. Einzelne Vorkommen gehören einer sehr jungen Formation an, wie das von Wietze in Hannover, während das amerikanische E. aus den ältesten Formationen gewonnen wird. Es gibt aber an den verschiedenen Fundorten keine bestimmte Petroleumschicht. Das Öl durchdringt vielmehr die benachbarten Gesteinsschichten und erfüllt Spalten und Klüfte, auf welche es in seinem Lauf stößt. Das Vorkommen ist daher ein sehr unregelmäßiges, und in unmittelbar benachbarten Lokalitäten kann ein Bohrloch bei 20, ein andres erst bei mehr als 100 m Tiefe das Öl erreichen. Häufig enthalten die Hohlräume neben E. auch Wasser und brennbare Gase, nach ihrem spezifischen Gewicht übereinander geschichtet und meist unter hohem Druck stehend. Aus einem Bohrloch, welches bei einem schräg aufwärts gerichteten Hohlraum die Gasschicht trifft, wird daher zunächst eine Eruption entzündlicher Gase erfolgen, und wenn diese vorüber ist, muß das E. durch Pumpen gehoben werden. Trifft das Bohrloch dagegen von vornherein die Ölschicht, so wird das stark gespannte Gas das E. zur Oberfläche der Erde und selbst fontänenartig über dieselbe hinaustreiben. Eine Kluft, welche in dem mit Wasser gefüllten Teil angebohrt wird, liefert oft eine reiche Ausbeute an E., wenn es gelingt, das Wasser so weit auszupumpen, daß das Öl das Bohrloch erreichen kann. Unter den Produzenten von E. steht Nordamerika obenan. In den Vereinigten Staaten zieht sich die wichtigste Petroleumzone von der Westgrenze Pennsylvaniens in nordöstlicher Richtung quer durch diesen Staat und durch den Staat New York an dessen Südgrenze. Die wichtigsten Produzenten innerhalb dieser Zonelind die Grafschaften Mac Kean in Pennsylvanien mit einer mittlern Tagesproduktion von 34,000 und Alleghany in New York mit einer solchen von 12,000 Barrels. Der ganze Distrikt lieferte 1882 täglich 61,000 Barrels. Von weit geringerer Bedeutung sind Westvirginia, Ohio, Kentucky und Kalifornien. In Asien liefert Rangun am Irawadi jährlich gegen 3 Mill. Ztr. E. In Kanada erstreckt sich eine Erdölzone von Samia nach Gaspe, von Bedeutung ist die Ausbeute auf der Halbinsel zwischen den Seen Huron, St. Clair und Ontario. In Mittel- und Südamerika sind zu nennen: Cuba mit großem Reichtum an Asphalt, der Asphaltsee (Pitch Lake) auf Trinidad, die Petroleumquellen am See von Maracaibo, die Ölfelder von Mancora in Nordperu, von Cuarazuli, Plata und Piquerenda in Südbolivia und die der argentinischen Provinz Jujuy. In Asien hat Japan Quellen in den Bezirken Eschigo, Schinano, Totomi und Akita; in China und Formosa ist die Ausbeute noch gering. Ein wichtiges Gebiet ist Britisch-Birma, namentlich die Inseln Tscheduba, Ramri und Barongah. Die geologische Formation besteht aus sandigem Lehm, der ein auf einem Kohlenflöz ruhendes Thonlager bedeckt. Das Öl ist in dem Thon enthalten, und wenn man die obere Schicht durchbohrt und in den Thon einen Brunnen von 60 bis 90 m Tiefe gräbt, so sammelt sich das Öl in die-^[folgende Seite]