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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fachbogen; Fächel; Fächer; Fächerflügler

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Fachbogen - Fächerflügler.

Politik und Pädagogik die allgemeine Volksschule unbedingt fordern. Je höher aber die Stellung im geistigen Leben des Staats und der Gesellschaft ist, desto unabweisbarer die Notwendigkeit, daß die besondere F., um nicht einseitig und äußerlich zu werden, auf dem Grund einer tüchtigen wissenschaftlichen Gesamtbildung beruht. Auch in der beruflichen Fortbildung muß beides Hand in Hand gehen. Nach dem Vorgang des Französischen (enseignement spécial) spricht man heutzutage oft von F. in dem besondern Sinn der technischen oder gewerblichen F.

Fachbogen, s. Fachbaum.

Fächel (Rhipidium), s. Blütenstand, S. 81.

Fächer, Vorrichtungen verschiedener Konstruktion, welche seit sehr alter Zeit bei vielen Völkerschaften im Gebrauch sind, um sich Kühlung zuzufächeln oder zufächeln zu lassen. Die einfachsten F. bestehen aus einem Stiel, an welchem ein Baumblatt, ein Stück Papier oder Seidenzeug befestigt ist (Wedel, Blattfächer, Fig. 1). Derartige F., bei denen die in einem lackierten Ring ausgespannte Seide bemalt ist, sind noch gegenwärtig in China und Japan im Gebrauch und werden auch bei uns benutzt. Im Altertum spielten aber auch F. aus Federn, namentlich seit dem 5. Jahrh. solche aus Pfauenfedern (Fig. 2), eine große Rolle, und in den Tropen benutzen die Eingebornen gleichfalls Federfächer. Im Mittelalter war der F. besonders in Spanien und Italien im Gebrauch, wo er aus einem viereckigen aufgespannten Stück Stoff, bemaltem Pergament oder Geflecht bestand, das an das obere Ende eines langen Stiels befestigt wurde (Fahnenfächer, Fig. 3). Im 16. Jahrh. kam er nach Frankreich und Deutschland, und seit dem 17. Jahrh. ahmte man die chinesischen F. nach, bei denen eine Anzahl schmaler, keilförmig geschnittener Blätter an dem einen Ende durch einen Draht zusammengehalten wird, so daß man den F. beliebig entfalten und wieder zusammenlegen kann. Diese Faltfächer (Fig. 4) wurden unter Ludwig XIV. zu einem besonders beliebten Luxusgegenstand und in der verschiedensten und kostbarsten Weise verziert. Unter diesem König wurde auch 1678 eine Zunft der Fächermacher (maîtres éventaillistes) begründet. Die einzelnen Stäbe wurden aus Perlmutter, Elfenbein, Schildkrot, Edelmetall etc. gefertigt, mit Gravierungen, Malereien, Inkrustierungen u. dgl. dekoriert und an dem obern Ende bisweilen noch mit Pfauen-, Adler- oder Straußfedern versehen. Für die Faltfächer, die unten aus Stäben, oben aus Stoff bestanden, wurde Atlas, Seide oder ganz feines Leder gewählt, welche Stoffe ebenfalls mit Gouachemalereien versehen waren. Sie verschwanden dann in der Revolutionszeit und später, sind aber jetzt wieder sehr in Aufnahme gekommen. Wie früher, werden die F. durch das Zusammenwirken von Malerei und Kunstindustrie oft zu Kunstwerken ersten Ranges erhoben, die mit hohen Preisen bezahlt werden, namentlich wenn die Malereien von hervorragenden Künstlern ausgeführt sind. In China und Japan sind F. noch heute die beständigen Begleiter von Männern und Frauen. Für den Massenbedarf werden sie aus buntem Papier (Seiden- oder geöltem Papier) gefertigt und demgemäß schnell abgenutzt. Vgl. Blondel, Histoire des éventails (Par. 1875); Frauberger, Geschichte des Fächers (Leipz. 1877); Uzanne, L'éventail (Par. 1881, illustriert von Avril).

^[Abb.: Fig. 1. Blattfächer.]

^[Abb.: Fig. 2. Federfächer (etruskisches Vasenbild).]

^[Abb.: Fig. 3. Fahnenfächer.]

^[Abb.: Fig. 4. Italienischer Faltfächer (16. Jahrh.).]

Fächerflügler (Strepsiptera, Strepsipteren), Ordnung der Insekten, mit verkümmerten Mundteilen, bei den Männchen auch mit verkümmerten Vorderflügeln, während die Hinterflügel groß und

^[Abb.: Fig. Immenbreme (Xenos Peckii). 3/1 a Die verkümmerten Vorderflügel. b Weibchen von Xenos Rossii, von der Bauchseite, 3/1.]