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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fa-hien; Fagerlin; Faggot; Fagiuoli; Fagne, La; Fagopyrum; Fagotaille; Fagott; Fagottgeige; Fagus; Fahak; Fahamthee; Fähe; Fahlbänder

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Fagerlin - Fahlbänder.

zurückgekehrt, befehligte er bei der Belagerung von Tournai (1709), focht bei Ramillies und Malplaquet, belagerte Béthune, zwang 1711 die Festung Bouchain zur Übergabe, forcierte 1712 den Übergang über die Schelde und berannte Le Quesnoy mit Erfolg. Er starb als General der Infanterie im Dienste der Generalstaaten und kaiserlicher Feldmarschallleutnant 23. Febr. 1718 in Sluys.

3) Heinrich, geboren im März 1765, unterhandelte und schloß als Staatssekretär 1794 den Bund Hollands mit Preußen und England, folgte dann dem Erbstatthalter nach England, trat 1809 mit dem Prinzen von Oranien als Freiwilliger in das Heer des Erzherzogs Karl, kehrte 1813 mit Wilhelm I. nach Holland zurück, unterzeichnete in London den Friedensschluß zwischen Großbritannien und den Niederlanden und wurde 1829 Minister ohne Portefeuille; starb 22. März 1838 im Haag.

4) Robert, Freiherr von, Bruder des vorigen, geb. 10. März 1771, zeichnete sich als niederländischer General schon 1793-94 in den Feldzügen gegen Frankreich aus, hielt sich dann lange im Ausland auf und kehrte erst 1813 in seine Heimat zurück. König Wilhelm I. ernannte ihn 1815 zum Gesandten in Paris, wo F. auch 1852-54 akkreditiert war. Er starb 26. Dez. 1856 in Paris.

Fagerlin, Ferdinand Julius, schwed. Maler, geb. 5. Febr. 1825 zu Stockholm, widmete sich anfangs in seiner Vaterstadt der Schiffbaukunst, studierte zu Upsala und trat dann ins Militär. Nachdem er zunächst nur in seinen Mußestunden die Kunst und insbesondere die Porträtmalerei getrieben hatte, entschloß er sich 1854, ganz zur Malerei überzugehen. Er bezog deshalb die Akademie in Stockholm und bildete sich dann unter Karl Sohn in Düsseldorf und später unter Couture in Paris weiter aus. In Düsseldorf, wo er seinen Wohnsitz nahm, widmete er sich infolge einer Reise nach Holland vorzugsweise der Schilderung des dortigen Strand- und Schifferlebens und schuf Bilder von großer Lebenswahrheit, gelungener Charakteristik und gesundem Humor. Dahin gehören z. B.: die angehenden Raucher und die Eifersucht (beide im Nationalmuseum in Stockholm), die Liebeserklärung, der Heiratsantrag, die Krankenstube, der fein und scharf charakterisierte verschmähte Freier.

Faggot, in England ein Quantum von 120 Pfd. Stahl, = 54,431 kg.

Fagiuoli (spr. fadschu-), Giambattista, ital. Dichter, geb. 24. Juni 1660 zu Florenz, erhielt im Jesuitenkollegium seine gelehrte Bildung, ward zu Florenz unter anderm Mitglied der Neun, eines administrativen Kollegiums für das Gebiet von Florenz, und starb 12. Juli 1742. Seine meist burlesken Gedichte erschienen unter dem Titel: "Rime piacevoli" (Flor. 1729, 2 Bde., u. öfter; auch Lucca 1733 f., 6 Bde., wozu nach seinem Tod noch ein 7. Band kam, Vened. 1745). Seine "Commedie" (Flor. 1734-36, 7 Bde.) enthalten 22 Lustspiele. Seine Darstellung der Sitten ist natürlich, sein Dialog ungezwungen und seine Sprache korrekt; aber seinen Stücken mangeln komische Kraft und dramatisches Leben.

Fagne, La (spr. fannj, Venn, Veen), Landschaft in Belgien, umfaßt den südwestlichen Teil der Provinz Namur und den südöstlichen des Hennegaus zwischen Maas und Sambre, ist von weiten Strecken Bruch- und Heidelandes erfüllt und enthält die Städte Chimay, Mariembourg, Philippeville etc.

Fagopyrum, s. v. w. Buchweizen.

Fagotaille (franz., spr. -taj), Einfassung eines Dammes mit Reisigbündeln.

Fagott (ital. Fagotto, franz. Basson, engl. Bassoon), eins der dem heutigen Symphonieorchester angehörigen Holzblasinstrumente und Nachkomme der im 16. Jahrh. üblichen Bomharte. Die unförmlichen Dimensionen der größern Arten (Baßpommer und Doppelquintpommer), welche über 8 und 10 Fuß lang waren, brachten den Kanonikus Afranio zu Ferrara 1539 auf den Gedanken, das Rohr zu knicken und wie ein Bündel (fagotto) zusammenzulegen. Die Einrichtung der ersten Fagotte war indes so unvollkommen, daß sich die Bomharte über ein Jahrhundert daneben hielten. Wegen der viel sanftern Intonation wurde das F. lange Zeit Dolcian (Dulcian) genannt. Das F. gehört zu den Instrumenten mit doppeltem Rohrblatt (wie Oboe und Englisch Horn), welches in den S-förmig gewundenen Hals des Instruments eingeschoben und festgebunden wird; während aber bei den Schalmeien und Bomharten das Doppelblatt in einem kesselförmigen Mundstück frei stand und vom Bläser nicht berührt wurde, fehlt bei den Oboen und Fagotten das Mundstück ganz, und der Bläser nimmt das Doppelblatt direkt zwischen die Lippen, wodurch er den Ausdruck des Tons ganz in die Gewalt bekommt. Das F. ist also nicht einfach ein geknickter Bomhart mit verbessertem Tonlöcher- und Klappenmechanismus, sondern setzt zugleich die Erfindung voraus, welche die Schalmei zur Oboe machte. Wesentliche Verbesserungen des Mechanismus des Fagotts haben in diesem Jahrhundert Almenräder und Th. Böhm gemacht. Der Umfang des Fagotts ist vom Kontra-B bis zum zweigestrichenen c (<sub>1</sub>B bis c''), auf den neuesten Instrumenten bis es''; Virtuosen bringen auch noch e'' und f'' heraus, doch ist die gewöhnliche Grenze für den Orchestergebrauch as'. Ein weiches Blatt begünstigt die Ansprache der tiefern, ein hartes die der höhern Töne; die Unterscheidung des ersten und zweiten Fagotts im Orchester ist daher vom Komponisten wohl zu berücksichtigen. Das Kontrafagott steht noch eine volle Oktave, das veraltete Quartfagott eine Quarte tiefer als das F., das ebenfalls veraltete Quintfagott (Tenorfagott) dagegen eine Quinte höher (tiefster Ton F).

Fagottgeige, nach Leop. Mozarts "Violinschule" ein Streichinstrument, das größer als die Bratsche, aber kleiner als das Cello war.

Fagus, Pflanzengattung, s. Buche.

Fahak, s. Kugelfisch.

Fahamthee, s. Angraecum.

Fähe (Fähin), in manchen Gegenden weidmänn. Name der Hündin, Füchsin und andrer Raubtiere.

Fa-hien (chines., "des Gesetzes, d. h. der Religion, Glanz"), der geistliche Name des chines. Buddhapriesters Sehi, welcher von 399 n. Chr. an in 14 Jahren 30 verschiedene Länder durchwandert und von dort große Schätze heiliger Bücher zurückgebracht haben soll. Sein Reisebericht "Fu-kuo-ki" wurde 1836 von Abel Rémusat übersetzt; er enthält zwar, weil die technische Sprache der Buddhisten damals noch ungenügend gekannt war, viele Unrichtigkeiten, ist aber zur Kenntnis des damaligen Standes der Buddhalehre in Indien von Wichtigkeit.

Fahlbänder (Fallbänder), lokale Anhäufungen der in der übrigen Gesteinsmasse (meist Gneisen) nur als ganz zurücktretende accessorische Bestandteile vorkommenden Mineralien, namentlich des Magneteisens, der Kupfer-, Zink-, Zinn- und Kobaltverbindungen. Bei genügender Konzentration dieser Erzpartikeln werden die F. bauwürdig, namentlich dann, wenn sich die Erze innerhalb der Imprägnation gewisser Massen als höchster Grad derselben zu ge-^[folgende Seite]