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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fasänchen; Fasanenberg; Fasaneninsel; Fasanerie; Fasano; Fasces; Fasch; Fascher; Faschinen; Faschinenmesser

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Fasänchen - Faschinenmesser.

Goldfasan fruchtbare Blendlinge. Der Silberfasan (Gallophasis nycthemerus Gray, s. Tafel "Hühnervögel"), 110 cm lang, mit 67 cm langem Schwanz, langem, dickem, glänzend schwarzem Federbusch am Hinterkopf, scharlachroten Wangen, weißer, schwarz gewellter Oberseite, schwarzer, stahlblauschimmernder Unterseite und keilförmig verlängertem, dachartigem Schwanz, dessen mittlere Federn reinweiß sind; das Auge ist hellbraun, der Schnabel bläulichweiß, der Fuß lackrot. Der Silberfasan stammt aus China, wird dort, in Japan und seit dem 17. Jahrh. in Europa vielfach zahm gehalten und gedeiht sehr gut. Seiner Einbürgerung stehen seine große Rauflust und die für alles Raubzeug sehr auffällige Färbung der Oberseite entgegen. Er läuft nicht sehr schnell und behend, aber ausdauernd und fliegt ungern; er nährt sich von Körnern, Getreide, Kohl, Salat etc. Das Weibchen legt 10-18 rotgelbe Eier und brütet sie in 25 Tagen aus. Das Fleisch ist sehr wohlschmeckend. Über die Familie der Fasanen s. Hühnervögel.

Fasänchen, s. Amadinen und Astrilds.

Fasanenberg, Berggruppe bei St. Petersburg, bildet einen Teil der Duderhofschen Berge (s. d.).

Fasaneninsel, s. Bidassoa.

Fasanerie, s. Fasan.

Fasano, Stadt in der ital. Provinz Bari, an der Eisenbahn nach Brindisi, hat (1881) 13,941 Einw., welche Wein- u. Olivenbau treiben. Etwa 3 km davon in prächtiger Umgebung die Ruinen des antiken Egnatia.

Fasces (lat.), bei den alten Römern das symbolische Zeichen der Amtsgewalt, bestehend in vermittelst roter Riemen zusammengehaltenen "Rutenbündeln" aus Ulmen- oder Birkenholz, aus denen ein Beil hervorragte (s. Figur). Sie dienten ursprünglich den altetruskischen Königen als Abzeichen ihrer Autorität und wurden von dort samt den Liktoren, welche dieselben trugen, frühzeitig nach Rom verpflanzt. Die Könige ließen 12 Liktoren mit F. vor sich hergehen, eine Zahl, die auch von den Konsuln beibehalten wurde. Die Beile wurden schon im ersten Jahr der Republik (509 v. Chr.) durch den Konsul Valerius Publicola aus den F. entfernt, und es war seitdem keinem Beamten außer dem Diktator gestattet, sich innerhalb der Stadt der Beile zu bedienen; derselbe Konsul ließ auch die F. vor dem versammelten Volk senken (f. submittere), um anzudeuten, daß die Gewalt des Volkes über der des Konsuls stehe, was ebenfalls in der Folge Regel blieb. Der Diktator hatte 24 F., die Prokonsuln in den Provinzen hatten 12, die Prätoren 6, die kaiserlichen Legaten nur 5. Die Zensoren hatten keine F., ebensowenig die kaiserlichen Prokuratoren und Provinzialpräsides. Die F. wurden vor den Magistraten her-, und zwar in der Regel aufrecht, getragen; niedere Magistrate ließen sie aber vor höhern zum Gruße senken. Triumphierenden Feldherren schritten die Liktoren mit lorbeerumwundenen F. voran, was später bei den Kaisern ganz regelmäßig geschehen zu sein scheint. Auch waren die F. zu dieser Zeit vergoldet.

^[Abb.: Liktor mit dem Fascis.]

Fasch, türk. Name der russischen Stadt Poti (s. d.).

Fasch, Karl Friedrich Christian, Komponist geb. 18. Nov. 1736 zu Zerbst, Sohn des ebenfalls als Komponist seiner Zeit berühmten Johann Friedrich F., der 1758 als Kapellmeister in Zerbst starb, ward auf Empfehlung Franz Bendas 1756 als Kammermusikus und Cembalist in den Dienst Friedrichs d. Gr. nach Berlin berufen, wo er, abwechselnd mit K. Ph. Eman. Bach, des Königs Flötensoli am Klavier zu begleiten hatte. Während des Siebenjährigen Kriegs aus dem Dienste des Königs entlassen, erwarb er sich seinen Unterhalt durch Musikunterricht und Komponieren; namentlich setzte er in dieser Zeit viele Kanons, unter andern einen überaus kunstreichen fünffachen zu 25 Stimmen. Das ihm 1776 übertragene Kapellmeisteramt legte er schon 1778 wieder nieder. Aus einem kleinen Gesangverein, für welchen F. nach und nach eine Anzahl vier-, fünf- und sechsstimmiger Stücke komponierte, und der, allmählich wachsend, 1792 einen Saal im Akademiegebäude eingeräumt erhielt, entstand die Berliner Singakademie, nach deren Vorgang sich ähnliche Vereine in ganz Deutschland bildeten. F. starb 3. Aug. 1800. Als Komponist hat er sich namentlich durch sein achtstimmiges Miserere und seine 16stimmige Messe rühmlichst bekannt gemacht. Seine Biographie gab Zelter (Berl. 1801) heraus, sein Schüler und Nachfolger als Dirigent der Singakademie.

Fascher, ägypt. Stadt, s. Tendelti.

Faschinen, walzenförmige Strauchbündel, deren man sich beim Wasser-, Wege- und Batteriebau, zur Herstellung von Dämmen, Unterbau von Wegen, Bekleiden von Böschungen sowie beim Eindecken von Hohlbauten bedient. Die F. der Artillerie sind 3 m lang, 30 cm dick und durch 10 Drahtbunde zusammengeschnürt. Die F. der Pioniere: a) Bekleidungs-, Krönungs- und Deckfaschinen, 3,8 m lang, 25 cm dick, 10 Drahtbunde; b) Senkfaschinen zum Übergang über nasse Gräben, 1 m lang, 25 cm dick, 3 Bänder mit 2 eingebundenen Ziegelsteinen; c) Wasserfaschinen, 2,5-3 m lang, nur auf der Stammseite bis zur Mitte mit 3 Bändern gebunden, häufig Steine eingeschlossen, an den Bundstellen 25 cm dick; d) Würste, 6-12 m lang, 10 bis 15 cm dick, alle 50 cm 1 Bund. Beim Batteriebau dienen die F. als Grundfaschinen, um den darauf gesetzten Schanzkörben festen Halt zu geben, als Krönungsfaschinen zur Erhöhung der Schanzkörbe, als Ankerfaschinen zum Verankern der letztern, als Deckfaschinen auf Deckhölzern oder Schienen bei Eindeckungen. Die F. werden in der Faschinenbank, einer Reihe kreuzweise in die Erde geschlagener starker Pfähle, gefertigt, indem man das Strauchwerk mit der Faschinenwürge, zwei starken Pfählen, auf etwa ein Drittel ihrer Länge durch eine Kette verbunden, zusammenschnürt, mit Draht oder Bindeweiden gebunden und an den Enden gerade abgeschnitten. Die F. müssen fest und gleich sein, weil sonst mit ihnen nicht gerade zu bauen ist. Es kann altes, nicht zu brüchiges und starkes (nicht mehr als 4 cm am Stammende dickes) Strauchwerk zu F. verwendet werden; das Faschinenmesser (s. d.) dient zum Strauchhauen wie Beputzen etc. der F. Beim Bau werden die F. mit 1 m langen Faschinenpfählen festgepflöckt. Vgl. Scheck, Anleitung zur Ausführung der F. (Berl. 1885).

Faschinenmesser, ein Hau- und Schneidemesser von 30-40 cm langer, etwa 8 cm breiter Rückenklinge