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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Felicitas - Fellenberg.

dem Füllhorn, dem Heroldsstab in den Händen und dem Modius auf dem Haupt, als Temporum F. dagegen durch vier Knaben mit den Früchten verschiedener Jahreszeiten. Ihr Haupttempel im Velabrum Roms, angeblich von Lucullus erbaut und mit Kunstdenkmälern aus der Beute des Mummius geschmückt, brannte unter Kaiser Claudius ab.

Felicitas, die Heilige, eine christliche Sklavin in Karthago, die, während der Verfolgung des Septimius Severus in den Kerker geworfen und dort Mutter geworden, ihren Märtyrertod durch die Hörner einer wilden Kuh fand. Gedächtnistag 11. Januar.

Felicitas Julia, röm. Name für Lissabon.

Feliciter (lat.), glücklich, auch: glückauf!

Felicitieren (franz. féliciter), beglückwünschen; Felicitation, Beglückwünschung, Glückwunsch.

Felida (Katzen), Familie der Raubtiere (s. d.).

Felis, Katze.

Felix ("der Glückliche"), 1) Claudius oder Antonius, der 11. röm. Landpfleger (Prokurator) Judäas, Samarias, Galiläas und Peräas seit 48 n. Chr., Freigelassener des Kaisers Claudius, Bruder des Pallas (s. d.), Gemahl der Drusilla, der Enkelin des Antonius und der Kleopatra, dann der gleichnamigen Tochter des Herodes Agrippa, handhabte nach Tacitus die ihm übertragene unumschränkte Gewalt mit der größten Grausamkeit und zugleich mit der Gemeinheit des angebornen Sklavensinns. In die letzten Jahre seiner Verwaltung (59-61) fällt sein Verkehr mit dem Apostel Paulus, der ihm zu richterlicher Entscheidung durch Claudius Lysias von Jerusalem zugesandt wurde (Apostelgesch. 21-26). F. wies zwar das Ansinnen der Juden, welche die augenblickliche Verurteilung des Angeklagten verlangten, zurück, pflog mit demselben auch mehrere Privatunterredungen und behandelte ihn mild, ließ ihn aber doch in der Haft bei seinem wahrscheinlich 61 erfolgten Abgang, um sich den Juden gefällig zu erweisen. Bald darauf aber verklagten ihn die Einwohner Cäsareas bei Nero, und nur die Verwendung des Pallas bewirkte seine Freisprechung.

2) Märtyrer und zugleich mit seiner Leidensgenossin Regula Schutzheiliger der Stadt Zürich und ihrer beiden Münster, da sie an der Stelle des großen Münsters für ihre Predigt der christlichen Lehre den Märtyrertod unter Decius erlitten haben sollen, daher auch die Siegel der Stadt beide mit den abgeschlagenen Häuptern in der Hand darstellen. Auch die Namen der beiden Stifter, St. Felix- und St. Regulastift, erinnern an sie. Tag: 11. September.

3) Name mehrerer römischer Bischöfe und Päpste:

a) St. F. I., Papst 269-274, gest. 30. Mai 274 als Märtyrer. - b) F. II., 355 statt des verjagten Liberius gewählt, ward 358 durch Liberius wieder vertrieben und starb 365, von Gregor XIII. 1582 heilig gesprochen; Tag: 29. Juli. - c) F. III., Sohn eines römischen Presbyters, Papst 483-492, sprach als Haupt der Eiferer gegen das kaiserliche Henotikon und die Gemeinschaft mit den Monophysiten (484) über die Patriarchen Acacius von Konstantinopel und Petrus Fullo von Antiochia den Bannfluch aus und veranlaßte so das erste 34jährige Schisma der morgen- und abendländischen Kirche. Er starb 30. Jan. 492. - d) F. IV., durch König Theoderich 526 zum römischen Bischof ernannt, starb im September 530. - e) F. V., s. Amadeus 4).

4) F. Valesius oder F. von Valois, schwärmerischer Einsiedler in einem Walde der Diöcese Meaux, mit Johann de Matha Stifter des Ordens der Trinitarier (s. d.). Sein Tag: 20. November.

Felix, Eugen, Maler, geb. 27. April 1836 zu Wien, war Schüler Waldmüllers, studierte dann in Paris weiter, wo er im Atelier von Cogniet arbeitete, und kehrte, nachdem er noch größere Reisen gemacht, 1868 nach Wien zurück. Anfangs entwickelte er eine große Fruchtbarkeit im Kirchen- und im Genrebild (der erste Freund im Belvedere zu Wien, das Maleratelier, die kleinen Gratulanten, der Falkenier). Dann wendete er sich der mythologischen Malerei (die Bacchantinnen) und dem Bildnis zu, das er, unterstützt durch ein gefälliges Kolorit und eine elegante Formengebung, mit besonderm Glück bei der Aristokratie und der hohen Finanzwelt kultiviert.

Felix meritis (lat., "glücklich durch Verdienste"), Name einer akademischen Gesellschaft zu Amsterdam.

Felka, eine der 16 Zipser Städte in Ungarn, Station der Kaschau-Oderberger Bahn und klimatischer Kurort (681 m ü. M.), am Felkabach, mit (1881) 1173 deutschen Einwohnern. Unfern im Tatragebirge, zwischen dem Polnischen Kamm und der Gerlsdorfer Spitze, liegt der Felkaer See (1667 m ü. M.), zu welchem der Felkabach über eine an 100 m hohe Felswand hinabstürzt.

Fell, in der allgemeinsten Bedeutung jede mit Haaren bedeckte Tierhaut, im Handel in der Regel nur die Haut von kleinern Tieren, z. B. von Hasen, Kälbern, Ziegen etc., während die von Kühen, Ochsen, Pferden etc. die Benennung Haut (s. d.) behält. Im Pelzwarenhandel bedient man sich fast ausschließlich des Ausdrucks F. Zum Abziehen der Felle wird die Haut des Tiers am Bauch in der ganzen Länge des selben aufgeschnitten. Vgl. Balg.

Fellah (Plur. Fellahin, v. arab. felaha, pflügen, also "Bauer"), in Arabien, Palästina und besonders in Ägypten Name der in Dörfern wohnenden und Ackerbau treibenden mosleminischen Bevölkerung im Gegensatz zu den meist nomadisierenden Beduinen. Im Nilthal können sie als Kern der ägyptischen Bevölkerung angesehen werden. Sie sind wahrscheinlich mehr oder minder mit arabischem Blut vermischte Abkömmlinge der alten Ägypter, während die Beduinen von eingewanderten Arabern reinen Geblüts abstammen. Die Fellahin wohnen in Ägypten in den armseligsten Erdhütten. Sie sind arbeitsam, friedfertig, hilfreich, eifrige Moslems und sehr genügsam. In ihren Händen befindet sich die gesamte Bodenkultur des Landes, die einzige ihrer Begabung und Neigung angemessene Thätigkeit. Jahrhunderte schmählicher Tyrannei und hoher Steuerdruck haben sie jeder Bemühung um ein besseres Lebenslos, jeder geistigen Anstrengung und jedem Streben nach Vervollkommnung ihrer Arbeit entfremdet. S. Tafel "Afrikanische Völker", Fig. 5.

Fellata, afrikan. Volk, s. Fulbe.

Fellbach, Dorf im württemberg. Neckarkreis, Oberamt Kannstatt, an der Eisenbahn Kannstatt-Nördlingen, 287 m ü. M., mit (1880) 3512 Einw., welche Landwirtschaft, Weinbau und Weinhandel treiben. Vom Kapellberg, auf dem die hohe Fellbacher Linde steht, eröffnet sich eine umfassende Rundsicht.

Felleisen (vom mittellat. valisia, ital. valigia, franz. valise), eine Art Reisesack oder Ranzen, besonders der der wandernden Handwerksburschen in frühern Zeiten; bei der frühern Fahr- und Kurierpost Bezeichnung des Behälters für Briefe und sonstige Poststücke (Postfelleisen, engl. Mail, s. d.).

Fellenberg, Philipp Emanuel von, um Erziehungswesen und Landwirtschaft hochverdient, geb. 27. Juni 1771 zu Bern aus einem alten Geschlecht, studierte in Tübingen Rechte und Philosophie, reiste