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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Forbiger; Forbin

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Forbiger - Forbin.

und Professor der Naturgeschichte in Edinburg, wo er 18. Nov. 1854 starb. Er benutzte zuerst das Schleppnetz (Dredge), veranlaßte umfassende Arbeiten mit demselben und kam dadurch zur Erkennung der faunischen Zonen der Meerestiefe. Auch nahm er lebhaften Anteil an der geologischen Aufnahme Englands und veröffentlichte in den "Memoirs" seine Beobachtungen über die Flora und Fauna Großbritanniens. Durch diese und ähnliche, über weitere Gebiete sich erstreckende Arbeiten begründete er eine neue Disziplin, die Zoogeologie. Er schrieb: "Malacologia Monensis" (Lond. 1838); "History of British starfishes" (1841); "Report on the Mollusca and Radiata of the Aegean Sea" (1843); "Description of fossil invertebrate from South India" (1846); "Travels in Lycia, Mylias and the Cibyratis" (mit Spratt, 1847, 2 Bde.); "British Mollusca" (mit Hanley, 1853, 4. Bde.); "Zoology of the European seas" (erst nach seinem Tod, 1859, erschienen) u. a. Vgl. Wilson und Geikie, Memoir of E. F. (Edinb. 1861).

3) David, engl. Reisender, geb. 1827, war von Haus aus Ingenieur, lebte längere Zeit in Peru und Bolivia, deren geologische Beschaffenheit er erforschte, und beschäftigte sich auch mit der Sprache und den Sitten der Bevölkerung dieser Länder, besonders der Aymara-Indianer. Seine bedeutendsten, teils in norwegischer, teils in englischer Sprache erschienenen Werke sind: "On the relations of the silurian and metamorphic rocks of the South of Norway" (1855); "On the causes producing foliation of rocks etc. in Norway and Scotland" (1855); "On the geology of Bolivia and Southern Peru" (1861); "On the Aymara Indians of Bolivia and Peru" und eine Grammatik der Aymarasprache. Später veröffentlichte er noch die wichtigen halbjährigen Übersichten der Stahl- und Eisenproduktion der Erde und starb 5. Dez. 1876 als Sekretär der Englischen Geologischen Gesellschaft.

4) Archibald, engl. Journalist, geb. 1838 in Morayshire in Schottland, studierte zu Aberdeen, diente dann mehrere Jahre bei den königlichen Dragonern, ward 1870 Korrespondent der "Daily News" im deutschen Hauptquartier während des deutsch-französischen Kriegs, wohnte 1871 der Bekämpfung der Kommune von Paris bei, besuchte 1874 während der Hungersnot Indien, machte 1874-76 den Karlistenkrieg in Spanien bald im Lager der Rebellen, bald in dem der Regierungstruppen mit, ging 1877 als Kriegskorrespondent der "Daily News" in das russische Hauptquartier und wohnte den Kämpfen auf dem Schipkapaß und bei Plewna bei, indem er mit großer Kühnheit bis in die vordersten Reihen vordrang und seine lebendigen, anschaulichen Berichte mit bewunderungswürdiger Schnelligkeit an die Zeitung beförderte. 1878 ging er im Auftrag der "Daily News" nach Cypern und darauf beim Ausbruch des Afghanenkriegs nach Asien, machte den ganzen Feldzug mit und lieferte auch von dort aus seiner Zeitung höchst wertvolle Kriegsberichte. Die Winterpause in den afghanischen Kriegsoperationen benutzte F. zu einer Reise nach Birma und wagte es sogar, bei dem wegen seiner Mordlust berüchtigten König Thibau eine Audienz zu nehmen. Nach Beendigung des Kriegs begab er sich nach Südafrika, dem Schauplatz des Zulukriegs, den er bis zu Ende mitmachte. Er schrieb noch: "Drawn from life" (1870); "My experiences of the war between France and Germany" (1871); "Soldiering and scribbling, a series of sketches" (1872); "The war correspondence of the Daily News in the Russo-Turkish war" (1878, 2 Bde.) und "Glimpses through the cannon-smoke" (1880); "Chinese Gordon, a succinct record of his life" (1884); "Souvenirs of some continents" (1885).

5) Edwin, amerikan. Maler, geb. 1839 zu New York, begann mit seinem 19. Jahr sich der Kunst zu widmen und zwar zunächst der Tiermalerei, worin er Schüler des 1850 nach Nordamerika übergesiedelten englischen Tiermalers Arthur Tait wurde. Beim Ausbruch des Bürgerkriegs ging er zur Potomacarmee, blieb dann während der Jahre 1862-64 im Süden als Spezialartist für den Buchhändler Frank Leslie und schuf eine Menge von Schlachtenszenen und Bildern von historischem Interesse. Nach New York zurückgekehrt, stellte er in der dortigen Akademie ein Bild aus den Schlachten in der Wildnis (5.-7. Mai 1864) aus, das viel Beifall fand. Auch später malte er noch hin und wieder Kriegsbilder, widmete sich aber nach Beendigung des Kriegs mehr der Landschaft und der Darstellung der Haustiere.

6) Henry O., engl. Naturforscher und Reisender, geb. 30. Jan. 1851 zu Drumblade in der schottischen Grafschaft Aberdeen, machte seine Studien in Aberdeen und Edinburg unter Huxley, unternahm 1878 eine Reise in die Tropen, von der er 1883 zurückkehrte. Die namentlich für die Kenntnis der Pflanzenwelt Guineas und Timors reichhaltigen Ergebnisse seiner Forschungen veröffentlichte er in den Werken: "A naturalist's wanderings in the Eastern Archipelago" (Lond. 1885; deutsch, Jena 1885, 2 Bde.) und "New Guinea" (1886).

Forbiger, Albert, Philolog, geb. 2. Nov. 1798 zu Leipzig, wo sein Vater Gottl. Samuel F. Rektor der Nikolaischule war, studierte 1815-19 daselbst Theologie und Philosophie, ward 1824 Lehrer an der Nikolaischule, 1835 Konrektor und ließ sich, nachdem er 1863 in den Ruhestand getreten, in Dresden nieder, wo er 11. März 1878 starb. Seine schriftstellerischen Arbeiten, in denen sich im allgemeinen mehr Sammelfleiß als Schärfe des Urteils zeigt, erstreckten sich, von Schulbüchern, wie "Aufgaben zur Bildung des lateinischen Stils" (6. Aufl., Leipz. 1868) und "Deutsch-lateinisches Handwörterbuch" (1826; neue Bearbeitung, Stuttg. 1856), abgesehen, vorzugsweise auf römische Dichter und alte Geographie. Hierher gehören: die Ausgaben des Lucretius (Leipz. 1828) und des Vergilius (4. Aufl., das. 1872-74, 3 Bde.); das "Handbuch der alten Geographie" (das. 1842-1848, 3 Bde.), wovon der dritte Band verkürzt und verbessert als "Handbuch der alten Geographie von Europa" (Hamb. 1877) erschien, und die Übersetzung des Strabon mit Anmerkungen (Stuttg. 1856-62). Sonst nennen wir: "Rom im Zeitalter der Antonine" (Leipz. 1871-74, 3 Bde.) und "Griechenland im Zeitalter des Perikles" (das. 1876-78, 2 Bde.; Bd. 3 von Winckler, 1882).

Forbin (spr. -bäng), Louis Nicolas Auguste, Graf von, franz. Schriftsteller und Maler, geb. 19. Aug. 1777 im Schloß La Roque d'Antheron (Rhônemündungen), nahm an der Belagerung von Toulon teil, trat hierauf in Davids Malerschule zu Paris, diente nochmals bei der Reiterei und ging sodann nach Italien. 1803 nahm er wieder Kriegsdienste und wohnte mehreren Feldzügen in Deutschland, Portugal und Spanien bei. Von 1809 bis 1814 lebte er zu Rom seiner Kunst, wurde sodann zu Paris Mitglied der Akademie und Oberaufseher der königlichen Kunstsammlungen, ordnete 1815 die Überreste des von den Alliierten geleerten Museums und erhielt 1821 die Oberaufsicht über die Künste, Kunstdenkmäler und die Kunstsachen in den Departements. Auch richtete er das Nationalmuseum für Arbeiten