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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Fonwísin; Foochow; Foot; Foot Ball; Foote; Fop; Foppa; Forāmen; Foraminiferen; Forbach; Forbes

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Fonwisin - Forbes.

legte er mit Tissandier 90 km in 35 Minuten zurück. Während der Belagerung von Paris entkam er mit einem Ballon aus der Stadt und wandte sich dann nach London, wo er für die republikanische Staatsform Propaganda zu machen suchte. Von seinen zahlreichen Schriften nennen wir: "Le souverain" (1853); "L'entrevue à Varsovie" (1860); "L'homme fossile" (1865); "Éclairs et tonnerre" (4. Aufl. 1885); "Les merveilles du monde invisible" (5. Aufl. 1880); "Astronomie moderne" (1868); "La physique des miracles" (1872); "La Terreur, ou la Commune de Paris, en 1871" (1871); "Les ballons pendant le siége de Paris" (1871); "Aventures aériennes" (1876); "La conquête du pôle Nord" (1877); "Georges Eug. Fréd. Kastner", Biographie (1883); "Les saltimbanques de la science" (1884).

Fonwísin, Denis Iwanowitsch, russ. Schriftsteller, geb. 3. April (a. St.) 1744 zu Moskau, entstammte einem Deutschen, Peter von Wiesen, der unter Iwan dem Grausamen als Kriegsgefangener nach Rußland gekommen war, und dessen Nachkommen ihren Namen in F. umänderten. Er erhielt seine Erziehung auf einem Gymnasium in Moskau und war einer der ersten Studenten der eben gegründeten Universität daselbst. Dann trat er in den Staatsdienst, den er 1784 verließ. Er starb 1. Dez. (a. St.) 1792 in St. Petersburg. F. ist hauptsächlich als Verfasser mehrerer Originallustspiele aus dem russischen Leben bekannt: "Brigadír" ("Der Brigadier"), "Nédorosl" ("Der Minderjährige") etc., sowie durch seine von aufgeklärtem Beobachtungssinn zeugenden Reisebriefe und einige Gedichte. Katharina II. war ihm für seine Lustspiele sehr gewogen, bis eins seiner Gedichte, in welchem er auf konstitutionelle Prinzipien anspielte, ihn um ihre Gnade brachte, was ihm die besten Jahre seines Lebens sehr verbitterte. Seine Werke zeichnen sich durch realistische Treue, gewandte Behandlung der Sprache und ernste Lebensauffassung aus. Die letzte und beste russische Ausgabe seiner Schriften erschien in Petersburg 1867.

Foochow, Stadt, s. Futschou.

Foot (engl., spr. fut), engl. Längenmaß, s. Fuß.

Foot Ball (engl., spr. fut bahl), s. Fußball.

Foote (spr. fut), Samuel, engl. Schauspieler und Lustspieldichter, geb. 1721 zu Truro in Cornwall, studierte zu Oxford und London, ging aber, nachdem er sein Vermögen vergeudet, zum Theater über und betrat 1744 als Othello zum erstenmal die Bühne, doch ohne Erfolg, worauf er 1747 das Kleine Theater in Haymarket gründete und hier eine ganz neue Art von Unterhaltung einführte, indem er, als einzige auftretende Person, die drolligsten Porträte von Charakteren gab, den Zuschauern bald einen Engländer in Paris, bald eine Morgenunterhaltung oder eine Bilderauktion vorführte, nicht ohne manchmal bekannte Persönlichkeiten zu kopieren und zu karikieren. Von 1762 bis 1777 ließ er während der Sommermonate auf seinem Theater Vorstellungen geben; er selbst mußte 1766 infolge eines Beinbruchs der Bühne entsagen, doch fuhr er fort, launige Stücke zu dichten. Er starb 21. Okt. 1777 in Dover. Seine 22 Stücke, meist Lustspiele und Possen, weder durch Erfindung noch elegante Ausführung ausgezeichnet, sprühen von Witz und Lebhaftigkeit. "The minor" (1760), ein Angriff auf die Methodisten, und "The mayor of Garrat" (1764) fanden den meisten Beifall und haben sich lange erhalten. Eine Sammlung seiner "Dramatic works" erschien zu London 1778, 4 Bde., und öfter (deutsch, Berl. 1796-98, 4 Bde.). Vgl. W. Cooke, Memoirs of Sam. F. (Lond. 1805).

Fop (engl.), Narr, Geck; auch als Eigenname.

Foppa, Caradosso, ital. Bildhauer, Goldschmied und Medailleur, geb. 1452 in dem Dorf Mondonico zwischen Lecco und Como, war Schüler seines Vaters Gian Maffeo und gelangte bald zu solchem Ansehen, daß er in Mailand für Lodovico Moro thätig war und auch von auswärtigen Fürsten gesucht wurde. Von seinen Werken dieser ersten Periode hat sich eine in farbiger Terrakotte ausgeführte Kreuzabnahme in San Satiro in Mailand erhalten. Später ging er nach Rom, wo er für die Päpste Julius II. bis Clemens VII. thätig war. Er starb 1527. F. war ausgezeichnet im Niellieren, Emaillieren, Treiben und Verfertigen von gegossenen Medaillen. Man schreibt ihm eine Pax (Kußtafel) im Domschatz zu Mailand, eine Grablegung Christi darstellend, sowie eine Reihe von Medaillen zu.

Forāmen (lat.), Loch, Öffnung; F. occipitale magnum, das große Hinterhauptsloch; foraminös, löcherig.

Foraminiferen, s. Rhizopoden.

Forbach, Kreisstadt und bedeutender Industrieort im deutschen Bezirk Lothringen, liegt in einem von bewaldeten Höhen umgebenen Thal an einem Zufluß der Rossel, am Fuß des Schloßbergs u. an der Eisenbahnlinie Saarbrücken-Metz, hat eine Kreisdirektion, ein Amtsgericht, eine evangelische und eine schöne gotische kath. Kirche (von 1868), eine Synagoge, ein Realprogymnasium, bedeutende Fabrikation von Kartonnagen ^[richtig: Kartonagen], von Glaswaren und Leder, Ziegeleien und (1880) 6842 Einw. (darunter 886 Evangelische und 222 Juden). Zu F. gehören Schönecken, mit Pfarrkirche und Steinkohlengruben, und St. Karl. Auf dem Schloßberg liegen die Trümmer eines alten Schlosses; 2 km entfernt befindet sich die Kreuzkapelle, ein berühmter Wallfahrtsort. - F. ward 6. Aug. 1870 während des Treffens von Spichern von der 13. preußischen Division unter General v. Glümer umgangen und Frossard in der linken Flanke und im Rücken bedroht, so daß er zum Rückzug nach St.-Avold gezwungen und F. von der 13. Division besetzt ward.

Forbes, 1) James David, Naturforscher, geb. 20. April 1809 zu Colinton bei Edinburg, ward 1833 Professor zu Edinburg, unternahm von hier aus Reisen in die Schweiz und nach Norwegen, namentlich um Untersuchungen über die physikalisch-geographischen Erscheinungen der Gletscher anzustellen, ward 1860 Direktor des United College zu St. Andrews und starb 31. Dez. 1868. Er schrieb: "Travels through the Alps of Savoy" (Edinb. 1843, 2. Aufl. 1845; deutsch von Leonhard, Stuttg. 1845); "Illustrations of the viscous theory of glacier motion" (in den Londoner "Phil. Transactions" 1845); "Letter on glaciers" (1847); "Norway and its glaciers" (1853; deutsch von Zuchold, 2. Ausg., Leipz. 1858); "The tour of Montblanc and of Monte Rosa" (1855); "Review of the progress of mathematical and physical science" (1858); "Occasional paper on the theory of glaciers" (1859); "Reply to Tyndall on Rendu's Théorie des glaciers" (1860); "Experiments on the temperature of the earth" (1846). Vgl. Shairp, Life and lectures of J. D. F. (Lond. 1873).

2) Edward, Naturforscher, geb. 12. Febr. 1815 zu Douglas auf der Insel Man, studierte in Edinburg Naturwissenschaft, bereiste 1833 Norwegen, 1841 Kleinasien und ward sodann nacheinander Professor der Botanik am King's College, Professor der Naturgeschichte an der königlichen Bergschule, Paläontolog des Museums der ökonomischen Geologie in London