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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Fossil - Foucault.

Fossil (lat.), aus der Erde gegraben; insbesondere Bezeichnung für Reste organischer Wesen, welche sich in der Erde finden (fossile Tier- und Pflanzenarten). Daher Fossilien, s. v. w. Versteinerungen, Petrefakten (s. d.), ferner Mineralien organischen Ursprungs (fossile Kohle, brennbare Fossilien), endlich manchmal auch s. v. w. Mineralkörper im allgemeinen.

Fossombrōne, Stadt in der ital. Provinz Pesaro-Urbino, am Metauro, über welchen eine prächtige Brücke führt, an der Straße von Fano nach Rom (der alten Via Flaminia), hat eine Kathedrale, Mineralquellen, (1881) 4266 Einw., welche bedeutende Seidenindustrie und Handel betreiben, ein Gymnasium, ein Seminar, eine technische Schule und ist Bischofsitz. F. ist das alte Forum Sempronii in Umbrien, von dem noch Spuren eines Theaters und der Thore vorhanden sind.

Fostât, Alt-Kairo, s. Kairo.

Foster, engl. Bleigewicht, = 28 Ztr. = 1422,5 kg.

Foster, 1) John Wells, Ingenieur, geb. 3. März 1815 zu Petersham in Massachusetts, war 1837-38 bei der geologischen Aufnahme von Ohio, 1849 im Kupferdistrikt von Michigan beschäftigt und starb 20. Juni 1873 in Chicago. Er schrieb ein wichtiges Werk über die physikalische Geographie des Mississippithals ("The Mississippi valley", Chicago 1869) und "Prehistoric races of the United States of America" (das. 1873).

2) Birket, engl. Zeichner und Maler, geb. 4. Febr. 1825 zu North Shields, erlernte zunächst die Kunst unter dem Formschneider E. Landells in London und schilderte eine Reihe von sehr lebenswahren, sauber ausgeführten Szenen aus dem englischen Landleben. Auf die Illustrationen zu Longfellows Epos "Evangeline" (1850) folgten solche zu Wordsworth, Goldsmith, Thomas Grey und andern englischen und amerikanischen Dichtern, wobei F. stets das landschaftliche Element und die See mit Vorliebe betonte. Seit 1860 wandte er sich mehr der Aquarellmalerei zu und zeichnete sich hierin durch reizende Bilder aus dem häuslichen und ländlichen Leben des englischen Volkes und insbesondere der Kinderwelt aus, die durch Photographie, Farbendruck und Holzschnitt große Verbreitung fanden. Vgl. "Birket Foster-Album" (hrsg. von G. Scherer, Münch. 1880).

Fötal, was sich auf den Fötus, den Embryo bezieht. Fötalkrankheiten, s. Embryo.

Fothergill, Jessie, engl. Romanschriftstellerin, geb. 7. Juni 1851 als Tochter eines Kaufmanns zu Manchester, lebt daselbst. Der erste ihrer Romane, welche sich durch glückliche Beobachtungs- und Auffassungsgabe auszeichnen, war: "Heally a romance" (1875). Rasch folgten dann: "Aldyth" (1877); "The first violin" (1878), worin sich eine beträchtliche Kenntnis deutschen Lebens und viel musikalisches Verständnis kundgeben; "Probation" (1879); "The Wellfields" (1880); "Kith and kin" (1881); "Healey" (1883); "Peril" (1884) und mehrere kleinere Erzählungen.

Fothergillscher Gesichtsschmerz, s. Gesichtsschmerz.

Fotheringhay (spr. -gäh), Dorf in Northamptonshire (England), am Nen, 15 km südwestlich von Peterborough, wo das Schloß stand, in dem Richard III. geboren und Maria Stuart (1587) enthauptet wurde. Jakob I. ließ das Schloß niederreißen.

Foetorius, der Iltis.

Fotscha (Foča), Bezirksstadt in Bosnien, Kreis Mostar, in herrlicher Lage am Ausfluß der Tschehotina in die Drina, hat 12 Moscheen, ein Bezirksgericht und (1885) 4360 meist mohammedan. Einwohner, darunter berühmte Messer- und Säbelschmiede.

Fötterle, Franz, Geolog, geb. 2. Febr. 1823 zu Mramotitz in Mähren, wurde 1847 Bergwesenspraktikant in Gmunden und 1849 Assistent an der neugegründeten Geologischen Reichsanstalt, 1856 Bergrat, 1867 erster Chefgeolog und 1873 Vizedirektor der Anstalt. Er starb 5. Sept. 1876 in Wien. Sein Interesse war hauptsächlich der praktisch-bergmännischen Richtung zugewandt, und mit Vorliebe widmete er sich Untersuchungen über das Vorkommen nutzbarer Mineralien. Er bereiste zu solchem Zweck die Südküste des Schwarzen wie auch die asiatischen Ufer des Marmarameers, Griechenland und alle Teile Österreichs und wurde vielfach auch bei Anlage von Berg- und Hüttenwesen gutachtlich zu Rate gezogen. An der geologischen Kartierung Österreichs nahm er thätigsten Anteil, auch wirkte er bei der Gründung der Geographischen Gesellschaft mit. Er lieferte eine geologische Übersichtskarte von Südamerika (Wien 1854) und einen "Geologischen Atlas des österreichischen Kaiserstaats" (Gotha 1860), welcher aber in neuerer Zeit durch Hauers Karte weit überholt wurde. Auch schrieb er: "Geologische Übersicht der Bergbaue der österreichischen Monarchie" (mit Hauer, Wien 1855); "Berichte über die geologische Aufnahme des südlichen und westlichen Mähren" (das. 1853 u. 1858).

Fotuna, s. Horneinseln.

Fötus (Fetus), s. Embryo.

Fou (franz., spr. fuh, weibl. Form: folle), närrisch, verrückt; Narr; der Läufer im Schachspiel.

Foucart (spr. fukahr), Paul, franz. Gelehrter, geb. 15. März 1836 zu Paris, besuchte 1855-58 die Normalschule, dann die französische Schule zu Athen und veröffentlichte als Frucht seiner Studien in Griechenland: "Inscriptions recueillies à Delphes" (1863, mit Wescher). Darauf folgten: "Mémoire sur l'affranchissement des esclaves par forme de vente à une divinité" (1867); "Mémoire sur les ruines et l'histoire de Delphes" (1868); "Des associations religieuses chez les Grecs" (1873). Nachdem er seit 1868 als Professor am Lycée Charlemagne, seit 1870 am Lycée Bonaparte gewirkt hatte, begann er 1874 seine Vorlesungen am Collège de France über Epigraphik und griechische Altertümer und wurde 1878 zum Mitglied des Instituts und noch in demselben Jahr zum Direktor der französischen Schule in Athen ernannt.

Foucault (spr. fuko), Jean Bernard Léon, Physiker, geb. 18. Sept. 1819 zu Paris, studierte Medizin, widmete sich aber mit Vorliebe der Physik, namentlich auch der Fortbildung der Photographie und optischen Studien, welche mehrere wertvolle Resultate ergaben. Viele Arbeiten führte er gemeinsam mit Donné und Fizeau aus. Die Anwendung des elektrischen Lichts erleichterte er durch die Konstruktion zweckmäßiger Apparate. Das größte Aufsehen erregte aber das von ihm angegebene Verfahren, die Drehung der Erde durch ein frei schwingendes Pendel zu demonstrieren (s. Foucaults Pendelversuch). Im J. 1854 veröffentlichte er eine Arbeit über die Geschwindigkeit des Lichts in der Luft und im Wasser und bestimmte auch die absolute Geschwindigkeit des Lichts im luftleeren Raum, woraus sich dann der Abstand der Erde von der Sonne berechnen ließ. Neben dieser epochemachenden Arbeit war er eifrig bemüht um die Vervollkommnung der astronomischen Instrumente. Da an den Bau großer Refraktoren in Frankreich nicht zu denken war, weil man fehler-^[folgende Seite]