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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Frémiet; Frémiot; Fremĭtus; Fremont; Frémy

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Frémiet - Frémy.

aus dem Französischen zugekommen, die griechischen haben in den meisten Fällen mindestens Eine Zwischenstufe, die des Latein, durchlaufen. Im ganzen ist jetzt betreffs der aus diesen Sprachen stammenden Wörter eine ziemliche Einheit der Orthographie erreicht. Ein starkes Schwanken herrscht nur zwischen k und c und zwischen z und c, z. B. in Komitee neben Comité, Konjugation neben Conjugation; in Zigarre neben Cigarre, publizieren neben publicieren. Doch sind unverkennbar die der deutschen Bezeichnungsweise gemäßen Buchstaben k und z im Vordringen begriffen, das z besonders in Süddeutschland, weshalb es auch in der neuen bayrischen Orthographie besonders begünstigt wird, während das k auch in der neuen preußischen Orthographie in den meisten Fällen den Vorzug erhält. Vgl. Wilmanns, Kommentar zur preußischen Schulorthographie (Berl. 1880).

Frémiet (spr. fremĭeh), Emanuel, franz. Bildhauer, geb. 1824 zu Paris, Schüler von Rude, widmete sich anfangs der Kleinplastik, indem er Tiere in Wachs bossierte oder Wachsmodelle für den Bronzeguß anfertigte, wobei er namentlich auf die genaue anatomische Durchbildung der Tierkörper großen Wert legte. Er debütierte 1843 mit einer Gazelle, der Kamele, Hunde, Katzen, Bären, Pferde, allein und in Gruppen, und 1850 die lebensgroße Bronzefigur eines verwundeten Jagdhundes (im Luxembourg) folgten. Dann brachte er das Tier mit dem Menschen in Verbindung und schuf eine Reihe von Reitergruppen, wie: den gallischen Häuptling (1864), den römischen Reiter (1867), den Artilleristen, den Karabinier und den Voltigeur, die Reiterstatue der Jungfrau von Orléans auf dem Pyramidenplatz zu Paris (1874), die Reiterstatuette des Großen Condé (1881) und den reitenden Laternenträger (1883). In diesen Werken wie in den Einzelfiguren des Mannes aus der Steinzeit, des Minstrels aus dem 15. Jahrh., des Falkeniers und der Damoiselle aus dem 16. Jahrh. verband er Strenge und Herbheit des Stils und Energie der Charakteristik mit einer gewissenhaften Beobachtung der archäologisch-historischen Details. Seltener behandelte er dramatische Motive, wie z. B. in dem Kampf eines Kentauren mit einem Bären und in dem Kampf eines Bären mit einem Hund.

Frémiot (spr. -ó), Jeanne Françoise F. de Chantal, s. Chantal.

Fremĭtus (lat., "Schwirren"), s. Pektoralfremitus.

Fremont (spr. frimmont), 1) Stadt im nordamerikan. Staat Nebraska, am Platte, 25 km nordwestlich von Omaha, hat Getreidehandel und (1880) 3013 Einw. -

2) Stadt im nordamerikan. Staat Ohio, am Sanduskyfluß, 50 km südöstlich von Toledo, mit (1880) 8446 Einw.

Fremont (spr. frimmont), John Charles, nordamerikan. Reisender, der Pfadfinder über die Rocky Mountains, geb. 21. Jan. 1813 zu Savannah in Südcarolina, widmete sich dem Zivilingenieurdienst und wurde bei den Mississippivermessungen angestellt. Nach deren Beendigung erhielt er vom Kriegsministerium den Auftrag, die Rocky Mountains zu erforschen. Mit einer Handvoll Leute gelang es ihm, vom Mai bis Oktober 1842 den Südpaß des Gebirges zu erreichen, die Lage desselben wie andrer Punkte zu bestimmen und die seither so vielbenutzte Route nach Kalifornien festzustellen. Auf einer zweiten Expedition nach Oregon überschritt er die Felsengebirge auf einer neuen Linie und brachte zuerst nähere Kunde von dem großen Salzsee von Utah. 1843-1844 durchforschte er mit 25 Mann, dürftig ausgestattet, neun Monate lang durch Schnee und Eis Oberkalifornien, die Sierra Nevada und die Ebene von Sacramento. Nach der Eroberung Kaliforniens, an welcher er sich an der Spitze einer Schar Freiwilliger beteiligte, ward er vom Volk zum Gouverneur des neuen Gebiets ernannt. In den Konflikt zwischen dem General Kearney und dem Kommodore Stockton verwickelt, wurde er verhaftet, nach Washington abgeführt und hier durch kriegsgerichtlichen Spruch seiner Stelle als Gouverneur entsetzt. Obwohl vom Präsidenten Polk begnadigt, nahm er seinen Abschied und brach im Oktober 1848 abermals nach dem Westen auf, durchzog das Land der Apatschenindianer und gelangte nach einer 300tägigen Reise an das Ufer des Sacramento, wo er die Besitzung Mariposa kaufte, die sich später als eine der goldreichsten Gegenden Kaliforniens herausstellte. Die Kalifornier schickten F. im Dezember 1849 als Senator in den Kongreß. 1856 trat er als Präsidentschaftskandidat der republikanischen Partei auf, unterlag jedoch gegen den Kandidaten der Demokraten, Buchanan. F. behielt seinen Wohnsitz in Kalifornien. Im Frühjahr 1861 wurde er bei der Sezession der Sklavenstaaten zum Generalmajor ernannt, doch verlor er sein Kommando infolge eines Streits mit einem untergebenen Offizier. F. war später bei verschiedenen Eisenbahnunternehmungen an der Pacificküste beteiligt und wurde von französischen Aktionären, die dabei beschwindelt waren, verklagt und vom Pariser Tribunal wegen Betrugs in contumaciam verurteilt. Seine Vermögensverhältnisse verschlechterten sich derart, daß er sich in Washington um ein Amt bewerben mußte, um nicht Not zu leiden. Später wurde er Gouverneur von Arizona und nahm dann seinen Aufenthalt in New York. Seine Berichte über seine Expeditionen durch den amerikanischen Kontinent erschienen unter dem Titel: "Narrative of the exploring expedition to the Rocky Mountains in 1842, and to Oregon and North California in 1843-44" (Lond. 1846); "Life of colonel F. and his narrative of explorations and adventures in Kansas, Nebrasca, Oregon and California" (Auburn 1856).

Frémy, 1) Arnould, franz. Schriftsteller, einer der Vertreter der Demimonde-Litteratur, geb. 19. Juli 1809 zu Paris, war erst als Professor der französischen Litteratur in Lyon angestellt, mußte aber infolge seiner leichtfertigen und zweideutigen Schriftstellerei, welche mit seiner pädagogischen Stellung unverträglich schien, sein Amt niederlegen. Zwar erhielt er 1847 wieder eine Professur an der Straßburger Fakultät, gab aber nach der Februarrevolution diese auf, um sich fortan ausschließlich der Journalistik und Romanschriftstellerei zu widmen. Eine Zeitlang (1854-59) war er einer der Redakteure des "Charivari". Seine leider vielgelesenen Romane entbehren alles sittlichen Gehalts und haben nicht einmal, wie die seiner Kunstgenossen, den Reiz einer geschickten, phantasiereichen Erfindung, sondern fesseln ihr Publikum nur durch den Hautgout schlüpfriger Schilderungen aus der Sphäre des frivolen Pariser Lebens. Genannt seien: "Les maîtresses parisiennes" (1855-58); "Les confessions d'un Bohémien" (1857); "Les mœurs de notre temps" (1860); "Les amants d'aujourd'hui" (1862); "Les batailles d'Adrienne" (1866); "Les gens mal élevés" (1867); "La guerre future" (1875).

2) Edmond, Chemiker, geb. 28. Febr. 1814 zu Versailles, empfing den ersten chemischen Unterricht von seinem Vater François F. (Professor der Chemie