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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Galilei; Galileische Zahl; Galimafrée; Galimard; Galinthias; Galiote; Galipot; Gälisch; Galitsch; Galitzenstein; Galium; Galizien

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Galilei (Alessandro) - Galizien.

1877). Über den Prozeß handeln: Gherardi, Il processo G. (Flor. 1870); Wohlwill, Der Inquisitionsprozeß des G. G. (Berl. 1870); Derselbe, Ist G. gefoltert worden? (Leipz. 1877); de l'Epinois, La question de G. (Par. 1878); Scartazzini, G. G. (Mail. 1883); Wolynski, Nuovi documenti inediti del processo di G. G. (Flor. 1878); Reusch, Der Prozeß Galileis und die Jesuiten (Bonn 1879); Grisar, G.-Studien (Regensb. 1882). Eine Zusammenstellung der G.-Litteratur gab Riccardi, Bibliografia Galileiana (Modena 1873).

2) Alessandro, ital. Architekt, geb. 1691 zu Florenz, war anfangs bei den Großherzögen Cosimo III. und Johann daselbst thätig und wurde dann von Clemens XII. nach Rom berufen, wo er die Fassade von San Giovanni de' Fiorentini, die Fassade von San Giovanni in Laterano und die Kapelle Corsini in letzterer Kirche ausführte. Er wußte Monumentalität mit Geschmack und Eleganz zu vereinigen. G. starb 1737.

Galileische Zahl, die Zahl, welche die Länge des Wegs angibt, den ein an der Oberfläche der Erde frei fallender Körper in der ersten Zeitsekunde durchläuft. Vgl. Fall.

Galimafrée (franz.), gehacktes Fleisch mit Pfefferbrühe.

Galimard (spr. -mahr), Auguste, franz. Maler, geb. 1813 zu Paris, machte seine ersten Studien im Atelier von Aug. Hesse, von dem er zu Ingres überging. 1831 debütierte er im Salon mit zwei Gemälden: die heiligen Frauen am Grab und Burgfrau des 16. Jahrh. Er schuf dann das allegorische Bild: die Freiheit, welche sich auf Christum stützt, Nausikaa, die eifersüchtige Juno und 1858 eine Leda, welche viel von sich reden machte, weil sie wegen Indezenz vom Salon zurückgewiesen wurde. Seine Richtung bezeichnen schon die Titel seiner Bilder; er zeigte in denselben gründliches Studium und das Bestreben, durch vollendete und durchdachte Arbeit eine edle künstlerische Wirkung hervorzubringen, aber es fehlte die rechte Wärme bei aller Empfindsamkeit und Sinnlichkeit. G. ist auch als Kunstschriftsteller aufgetreten. Er starb 17. Jan. 1880.

Galinthias (Galanthis), Tochter des Prötos in Theben und Freundin der Alkmene. Als Ilithyia, die Geburtsgöttin, und die Parzen auf den Wunsch der Hera durch Verschränkung der Hände die Entbindung der Alkmene von Herakles hinderten, eilte G. mit der erdichteten Nachricht hinzu, Alkmene habe einen Knaben geboren. Vor Schrecken darüber lösten die Göttinnen die verschränkten Arme, und Alkmene wurde sofort entbunden. Zur Strafe wurde G. in ein Wiesel verwandelt, Herakles aber errichtete ihr aus Dankbarkeit ein Heiligtum, in welchem ihr auch später von den Thebanern geopfert wurde.

Galiote, s. v. w. Galeote, s. Galeere.

Galipot, s. v. w. Scharrharz, s. Fichtenharz.

Gälisch (Gadhelisch, Goidelisch), ein Sprachzweig des Keltischen, welcher die Dialekte Irlands, des schottischen Hochlandes und der Insel Man umfaßt (s. Keltische Sprachen); im engern Sinn das Hochschottische oder Erse, dessen älteste Aufzeichnungen das "Book of Deir" aus dem 9. Jahrh. (hrsg. von Stokes u. d. T.: "Goidelica", 2. Ausg., Lond. 1872) enthält. In ihm sind auch die Lieder Ossians (s. d.) abgefaßt. Zahlreiche ältere Dichtungen der Gälen wurden im 16. Jahrh. von J. ^[James] Macgregor, Dekan von Lismore, gesammelt und in englischer Orthographie aufgezeichnet (in Auswahl hrsg. von Skene in "The dean of Lismore's book", Edinb. 1862); eine Sammlung gälischer Märchen und Sagen veröffentlichte Campbell ("Popular tales of the West-Highlands", das. 1860-62, 3 Bde.). Grammatiken des Gälischen lieferten unter andern Munro (2. Aufl., Edinb. 1843) und Forbes (Lond. 1843); Wörterbücher die Highland Society (Edinb. 1828, 2 Bde.), Macleod und Dewar (Lond. 1845, 2 Bde.) und Mac Alpine (7. Aufl., Edinb. 1877).

Galitsch, Kreisstadt im russ. Gouvernement Kostroma, am gleichnamigen See, hat 15 Kirchen, ein Nonnenkloster, Pelz-, Handschuh- und Lederfabrikation, ansehnlichen Fischfang (im See), einen kleinen Hafen für die auf den Flüssen Kostroma und Wekasa herankommenden Barken und (1881) 5673 Einw. - G., schon 1208 erwähnt, bildete seit 1245 ein selbständiges Fürstentum, bis es nach Schemjakas Vertreibung dem russischen Reich einverleibt wurde.

Galitzenstein, weißer, s. v. w. schwefelsaures Zinkoxyd; blauer G. (s. Kupfervitriol), s. v. w. schwefelsaures Kupferoxyd.

Galium L. (Labkraut), Gattung aus der Familie der Rubiaceen, einjährige oder ausdauernde Kräuter mit quirlständigen, ganzen Blättern, kleinen, meist weißen oder gelben Blüten und zweisamiger Spaltfrucht. Von den ca. 250, meist gemäßigten Klimaten angehörenden Arten ist G. Mollugo L. (weißes Waldstroh, Grasstern) etwa 1 m hoch, hat verkehrt-lanzettförmige, am Rand scharfe Blätter und gipfelständige, sehr ästige, beblätterte, aus dichten Doldentrauben zusammengesetzte, weiße Blütenrispen, ist weit verbreitet und wurde früher als Mittel gegen Epilepsie gerühmt. Ebenso wurde G. verum L. (gelbes Waldstroh, Liebfrauenbettstroh, Liebkraut), mit schmal linealischen, gefurchten, am Rand zurückgerollten Blättern und in rispenartige Trauben gestellten, goldgelben, wohlriechenden Blüten, bei Krampfleiden, auch bei Wunden benutzt. Weil die Milch durch das Kraut zum Gerinnen gebracht werden kann, hat die Pflanze die Namen Labkraut, Butterstiel und ähnliche erhalten. In England sollen die Blüten bei der Bereitung des Chesterkäses benutzt werden.

Galizien, österreich. Kronland (seit 1772), das als solches den Titel "Königreich G. und Lodomerien, nebst dem Großherzogtum Krakau und den Herzogtümern Auschwitz und Zator" führt, liegt zwischen 19° 10' und 26° 30' östl. L. v. Gr. und zwischen 48° und 50° 40' nördl. Br., wird im N. von Russisch-Polen, im O. von Rußland und der Bukowina, im S. von Ungarn, im W. von Österreichisch- und Preußisch-Schlesien begrenzt und umfaßt ein Areal von 78,497 qkm (1425,6 QM.). S. Karte "Ungarn, Galizien etc."

[Physische Beschaffenheit.] Der Bodenbeschaffenheit nach ist der südliche Teil des Landes, der am Nordabhang der Karpathen liegt, ein Hochland, das sich mit seinen Gebirgszweigen bis 30 km in das Land verbreitet. Die Karpathen treten als Westbieskiden an die Grenze und erreichen in der Babiagura 1722 m. Ihnen folgt zwischen Dunajec und Poprad ein Mittelgebirge (1100-1300 m hoch), dem die Ostbieskiden sich anschließen, deren niederer Kamm (ca. 800 m) von Straßen (z. B. Duklapaß) und Eisenbahnen überschritten wird. Erheblich höher steigen die Wald- und Marmaroscher Karpathen an, in denen die Czerna Hora 2051 m erreicht. Eine Parallelkette im Innern hat noch Gipfel von mehr als 1700 m Höhe. An dem Zentralstock der Hohen Tatra hat G. nur geringen Anteil; der höchste Punkt in diesem ist die Waxmundska (2192 m). Weiter nordwärts verflacht sich G. zum Hügelland und geht endlich am Dnjestr und an der Weichsel in ebenes Tiefland über,