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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Gefäßkryptogamen - Gefecht.

fäße aus Glas finden sich erst zur Römerzeit. Die in dänischen Skelettgräbern aus dieser Zeit gefundenen zeigen eine außerordentlich hoch stehende Technik in der Färbung und Formengebung. Von den Römern hatten ihre Erben in der Herrschaft, die Franken, wahrscheinlich die Fabrikation des Glases überkommen, und so sehen wir denn auch in fränkischen Gräbern Glasgefäße sehr häufig. Endlich wurden auch Holzgefäße sehr viel benutzt. Die ältesten uns erhaltenen Holzgefäße sind die im Kopenhagener Museum aufbewahrten aus jütischen Grabhügeln der sogen. Bronzezeit, also ältesten Metallzeit. Dieselben sind mit eingeschlagenen Zinnstiften verziert. Eine sehr reiche Ausbeute an mannigfaltigen Holzgefäßen lieferten die Moorfunde in Schleswig und Dänemark. Dieselben gehören der spätrömischen Zeit, dem 2.-4. Jahrh. n. Chr., an und haben die Form von Bechern, Schöpfgefäßen und Töpfen. Sie sind aus Einem Stück geschnitzt. In der fränkischen Zeit kommen dann auch wieder Holzgefäße vor in Form von kleinen Eimern. Letztere waren, wie unsre heutigen Eimer, aus Stäben zusammengestellt und durch Metallreifen zusammengehalten.

Gefäßkryptogamen, stammbildende Kryptogamen, welche, gleich den Phanerogamen, wirkliche Gefäßbündel, meist mit echten Gefäßen, besitzen: Farnkräuter, Ophioglosseen, Schachtelhalme, Lykopodiaceen, Selaginelleen, Isoeteen und Rhizokarpeen, s. Kryptogamen.

Gefäßlehre (Angiologie), s. Gefäße.

Gefäßmal, s. Feuermal.

Gefäßnerven (vasomotorische Nerven) bilden bei den Wirbeltieren einen wichtigen Teil des sympathischen Nervensystems (s. Sympathikus) und kommen mit Ausnahme der Haargefäße (Kapillaren) allen Gefäßen, vorzugsweise jedoch den Arterien, zu. Sie stammen zum größten Teil aus dem sympathischen Nerv, zum geringern aus Hirn- und Rückenmarksnerven und endigen an den Wandungen der Blutgefäße. Da sie die Zusammenziehung der in ihnen enthaltenen glatten Muskelfasern bewirken, so üben sie mittels der so hervorgerufenen Gefäßverengerung den größten Einfluß auf die Verteilung des Bluts im Körper und dessen einzelnen Regionen aus. Das Erröten und Erbleichen etc. ist gleichfalls auf ihre Thätigkeit zurückzuführen.

Gefäßnervenzentrum, s. Blutbewegung.

Gefäßpflanzen (Plantae vasculares), die erste der beiden Hauptabteilungen im De Candolleschen Pflanzensystem, welche alle Gewächse mit Gefäßen (s. d.) in sich begreift.

Gefäßsystem, s. Gefäße.

Gefäßtonus, s. Rückenmark.

Gefecht, 1) im allgemeinen jeder Kampf zwischen Truppen oder militärisch organisierten Massen; 2) der Kampf größerer Truppenverbände bis zur Division aufwärts im Gegensatz zu dem zwischen ganzen Armeekorps gelieferten Treffen und der zwischen den versammelten Heeren gelieferten Schlacht, welche sich zusammensetzt aus den Gefechten der Divisionen, wie das G. der Division aus den Teilgefechten der taktischen Einheiten; 3) alle Kämpfe, die sich im Lauf einer Schlacht um eine bestimmte Örtlichkeit, Dorf, Wald u. dgl., entspinnen; 4) der Teilkampf, in welchem eine einzelne Waffe thätig ist; so spricht man z. B. von den Kavalleriegefechten in den Schlachten bei Leipzig, bei Königgrätz etc. Der allgemeine Zweck jedes Gefechts ist Vernichtung des Gegners; aber nicht jedes G. und in einem größern G. nicht jede einzelne Truppe darf bloß nach dieser Rücksicht geführt werden, sondern es ergeben sich für die einzelnen Teilgefechte, durch welche der Befehlshaber den allgemeinen Zweck erreichen will, verschiedene Aufgaben, wie Eroberung oder Behauptung einer Örtlichkeit, Beschäftigung des Gegners, Festhalten desselben an einzelnen Punkten, Ablenken seiner Aufmerksamkeit von andern und Verleiten desselben zu falschen Maßregeln. Der jedesmalige besondere Zweck des Gefechts und die verfügbare Zeit bedingen die Art der Gefechtsführung. Der Erfolg ist um so größer, je geringer der eigne und je größer der Verlust des Gegners ist. In der Entwickelung jedes Gefechts sind verschiedene Abschnitte (Momente, Phasen) zu unterscheiden. Das G. entwickelt sich allmählich aus dem Zusammenstoß der vordersten Sicherheitstruppen, Spitzen, Patrouillen etc., größere Abteilungen greifen nur nach und nach ein. Das G. wird ferner nach einem bestimmten Plan geführt, der für den Anfang und die erste Entwickelung in der Disposition enthalten und dessen Festhalten bei allen spätern Verwickelungen die Aufgabe der höhern Führer ist.

Die Abschnitte im G. der Zeit nach sind die Einleitung, die Durchführung, die Entscheidung und der Abzug oder die Verfolgung. Beim Angreifen oder da, wo sich beide Teile im Vormarsch begegnen (Renkontre), gehen grundsätzlich die Spitzen und die vordersten Abteilungen der Vortruppen so lange vor, bis sie auf überlegenen Widerstand stoßen; erst dann wird zu hinhaltendem Feuergefecht übergegangen, an dem sich bald auch die übrigen Abteilungen der Vorhut und die Artillerie beteiligen, überall da vorgehend, wo der Feind keinen ernsten Widerstand leistet. Einzelne Züge Kavallerie oder größere Patrouillen suchen, um die Flügel weiter ausgreifend, die Ausdehnung der feindlichen Stellung und die Stärke der versammelten Truppen zu erspähen. Aufgabe dieses Einleitungsgefechts ist, den Gegner zu veranlassen, daß er seine Kräfte zeige, ohne daß man sich in betreff der weitern Fortführung des Gefechts bindet oder sich ernsten Verlusten aussetzt. Die Hauptkräfte rücken während dieser Zeit aus der tiefen Marschkolonne zur Bereitschaftsstellung zusammen und erwarten, wenn möglich außer Sicht des Feindes, die Befehle zu weiterer Entwickelung. Der Verteidiger hat neben dem Bestreben, seine Kräfte zu verbergen, das Interesse, über die Absichten des Angreifers bald klar zu werden und ihn auf große Abstände zur Entwickelung zu zwingen; denn anhaltende Bewegung außerhalb der Straßen ermüdet die Truppen des Angreifers, und die breite Fronte läßt ihre Stärke besser schätzen. Er beutet also die volle Tragweite seiner Geschütze gegen die Anmarschstraßen, sein Infanteriefeuer gegen jede Bewegung der Schützenlinien vor seiner Fronte aus, wehrt die Beobachtung von seitwärts durch seine Kavallerie ab, die auch das Vorgehen des Feindes thunlichst erschwert und über alle Bewegungen desselben Kunde zu bringen sucht, und sammelt seine Hauptkräfte verdeckt in der zur Annahme des Gefechts ausersehenen Stellung. Die Dauer dieser Einleitung des Gefechts richtet sich nach der Zeit, welche der Angreifer zum Aufmarsch und zu sonstigen Vorbereitungen braucht, sowie nach dem Eingehen der Nachrichten über den Feind. Die Aufmarschzeit ist je nach der Marschtiefe (s. d.) verschieden und beträgt beispielsweise bei einer Division auf Einer Straße eine Stunde. Auf Grund der eignen Wahrnehmungen und der eingehenden Meldungen faßt der Angreifer die weitern Entschlüsse zum G., wählt als