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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Hart- und Weichzerrennarbeit; Hartwich; Hartzenbusch; Hartzer; Hartzink; Hartzinn; Harugari; Haruku; Harun al Raschid

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Hart- und Weichzerrennarbeit - Harun al Raschid.

hinterlassene bedeutende Werke sind noch nicht veröffentlicht. Vgl. "Proceedings of the Boston Society of Natural History" (Bd. 19).

Hart- und Weichzerrennarbeit, s. v. w. Feinen und Frischen des Roheisens, s. Eisen, S. 414.

Hartwich, Emil Hermann, Eisenbahningenieur, geb. 1802 zu Bensdorf bei Brandenburg, wurde 1824 mit den Regulierungsarbeiten des Finowkanals und der Havel bei Liebenwalde, 1827 mit den zur Fortsetzung des Finowkanals erforderlichen Bauten betraut, 1829 zum Wasserbauinspektor zu Steinau in Schlesien und 1834 zum Regierungs- und Baurat in Danzig ernannt. Er vollendete die Molen in Neufahrwasser, führte die mit dem Durchbruch der Weichsel in die See bei Neufähr verbundenen Arbeiten aus und leitete den Bau des bischöflichen Schlosses und die Restauration der Kirche in Pelplin. 1845 übernahm er den Bau der Stargard-Posener Bahn, welche durch die gewölbte Brücke über die Warthe bei Wronke ausgezeichnet ist. 1849 trat er als vortragender Rat in das königliche Handelsministerium, wo ihm außer dem Eisenbahnwesen die Melioration des Niederoderbruchs übertrugen war. 1855 fungierte er bei Gelegenheit der ersten Pariser Weltausstellung als Präsident der Klasse für Eisenbahn- und Transportwesen und bereiste Frankreich. 1856 schied H. wieder aus dem Staatsdienst aus und übernahm die Erweiterungsbauten der Rheinischen Eisenbahn, deren Hauptbauwerke unter diesem Titel in drei Abteilungen: Rheinbrücke bei Koblenz, Fähranstalten für den Eisenbahnverkehr und Eiserne Brücken (Berl. 1867), erschienen sind. Unter denselben nimmt die Koblenzer Rheinbrücke, sowohl was die Kühnheit der Konstruktion als die Schönheit der Form betrifft, die erste Stelle ein und hat später auch der Rheinbrücke bei Rheinhausen als Muster gedient. 1871 wurde H. in das Reichskanzleramt berufen, übernahm aber schon 1872 die Leitung der "Deutschen Eisenbahnbaugesellschaft", von welcher er noch vor deren Zusammenbruch zurücktrat. Er starb 17. März 1879 in Berlin. Durch seine "Bemerkungen über den bisherigen Gang der Entwickelung des Eisenbahnwesens" (Berl. 1877) hat er für die Förderung der Lokalbahnen zu wirken gesucht.

Hartzenbusch, Juan Eugenio, span. Dichter, geb. 6. Sept. 1806 zu Madrid, Sohn eines deutschen Schreiners aus Schwadorf bei Köln, der sich dort mit einer Spanierin verheiratet hatte, studierte seit 1815 in Madrid Theologie und dichtete nebenbei Sonette, Romanzen etc., bis ihn eine dramatische Vorstellung, die er um diese Zeit zum erstenmal sah, der Bühnendichtung zuführte. Er übersetzte nun französische Stücke und versuchte altspanische Komödien für die Bühne zu bearbeiten, von denen zwei mit Beifall aufgeführt wurden. 1835 wurde er als Stenograph der Regierungszeitung angestellt. Die günstige Aufnahme eines eignen Dramas, dem die Volkssage von den "Liebenden von Teruel" zu Grunde gelegt war, im Januar 1836 bewog ihn, sich von nun an ausschließlich der Litteratur zu widmen. Später erhielt er eine Anstellung bei der königlichen Bibliothek zu Madrid, ward 1847 Mitglied der spanischen Akademie, 1852 Oberrichter des Theaterrats und 1862 Direktor der Nationalbibliothek. Er starb 3. Aug. 1880 daselbst. Den "Los amantes de Teruel" (Madr. 1836, 2. Aufl. 1838; deutsch von Seubert, Leipz. 1873) folgten schnell aufeinander das Drama "Doña Mencia" (1838), die Komödien: "La redoma encantada" (1839), "La visionaria" (1840) und zahlreiche andre dramatische Dichtungen, von denen nur "Alfonso el casto" (1841), "El bachiller Mendarias" (1842), "La coja y el encogido" (1843), "Juan de las Viñas" (1844) und "Vida por honra" (1854) hervorgehoben seien. Die meisten dieser Stücke zeichnen sich durch blühende Phantasie, kräftige Diktion, wohllautenden Versbau und ein glückliches Streben aus, in der Wahl der Stoffe und ihrer Behandlung national zu sein. Außerdem veröffentlichte H.: "Cuentos y fabulas" (Madr. 1861, 2 Bde.) sowie "Obras de encargo" (Leipz. 1864) und "Obras escogidas" (mit Biographie, das. 1865, 2 Bde.; 2. Aufl. 1876). Um das altspanische Theater machte er sich durch seine kritischen Ausgaben des "Teatro escogido del M. Tirso de Molina" (Madr. 1839-42, 12 Bde.; neue Aufl. 1848), der "Comedias de Calderon" (das. 1849-51, 4 Bde.), des Ruiz de Alarcon (das. 1852) und der "Comedias escogidas de Lope de Vega Carpio" (das. 1853 ff., 4 Bde.) verdient. Seine zerstreuten Gedichte und prosaischen Aufsätze gab er unter dem Titel: "Ensayos poéticos y articulos en prosa, literarios y de costumbres" (Madr. 1843) gesammelt heraus. H. besaß auch eine unmittelbare und genaue Kenntnis der deutschen Litteratur.

Hartzer, Ferdinand, Bildhauer, geb. 22. Juni 1838 zu Celle, erlernte seine Kunst zuerst in Hannover unter dem Bildhauer Hurtzig und bildete sich von 1858 an in München unter Widnmann und von 1862 bis 1867 in Dresden unter Hähnels Leitung weiter aus. Nachdem er sich von 1867 bis 1869 in Italien aufgehalten hatte, ließ er sich zu Berlin nieder. In München arbeitete er sein sehr günstig aufgenommenes Erstlingswerk, den verwundeten Philoktet, welchem nachher Christus und die Sünderin, der Harfner und Mignon, die humoristischen Gestalten des Knaben mit dem Hahn und Amors mit der Satyrmaske (letztere beim deutschen Kaiser), das eherne Marschnerdenkmal in Hannover, das Marmordenkmal Thaers in Celle, das Siegesdenkmal für Gleiwitz, die Stuckreliefs der vereinigten Künste über den Thüren zu den Skulptur- und Gemäldesälen der Nationalgalerie in Berlin, die Gestalt des Siegs für den Belle-Allianceplatz in Berlin, das Denkmal L. Spohrs für Kassel sowie andre allegorische und Genredarstellungen folgten.

Hartzink, s. Zinklegierungen.

Hartzinn, s. v. w. Pewter, s. Britanniametall.

Harugari (Deutscher Orden der H.), eine der ausgedehntesten unter den zahlreichen Ordensverbindungen in Nordamerika, 1847 zu New York gegründet und gegenwärtig in mehr als 250 Logen über die Union verbreitet. Der Orden stützt seine Arbeiten auf gegenseitigen Beistand in Not, Krankheit und Tod und verfolgt den speziellen Zweck: die deutsche Sprache in den Vereinigten Staaten zu erhalten und den deutsch redenden Bürgern Gelegenheit zu geben, ihre geistigen, geselligen und materiellen Interessen zu heben und zu veredeln. Organ desselben ist die seit 1869 erscheinende "Deutsche Eiche". Das Wort H. stammt vom altdeutschen haruc ("heiliger Hain") und ist ein altheidnischer Name für Priester.

Haruku, Insel, s. Oma.

Harun al Raschid ("der Gerechte"), der berühmteste der Kalifen, der Held der "Tausendundeine Nacht", Sohn des Kalifen Mahdi, geb. 766 n. Chr., folgte seinem Bruder Hadi als fünfter Kalif aus der Dynastie der Abbassiden (786). Mit der Sage, welche H. als Muster der Gesetzesheiligkeit, Gerechtigkeit, Großmut und Freigebigkeit; als das Ideal eines Herrschers preist, steht die wirkliche Geschichte in schroffem Widerspruch. H. war rachsüchtig und blut- und hab-^[folgende Seite]