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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Hippopathologie - Hirnholz.

Parodie zuerst aufgebracht haben. Sammlung der dürftigen Bruchstücke in Schneidewins "Delectus eleg. graecorum" (Götting. 1838) u. in Bergks "Poetae lyrici graeci", Bd. 2 (4. Aufl., Leipz. 1882).

Hippopathologie (griech.), Lehre von den Krankheiten der Pferde.

Hippophae L. (Sanddorn), Gattung aus der Familie der Eläagnaceen, Sträucher oder kleine Bäume mit oft in Dornen auslaufenden Ästen, abwechselnden, sehr in die Länge gezogenen, durch Schelferschuppen weißlichgrauen Blättern, vor diesen erscheinenden Blüten in kurzen Ähren, welche sich meist in einen Laubzweig verlängern, und nußartiger Scheinfrucht. H. rhamnoides. L. (Seedorn, Seekreuzdorn, Weidendorn, Rheindorn), ein 2,5-3 m hoher Strauch mit gespreizten, dornigen Ästen und zahlreichen, unter dem Boden weit umherkriechenden Wurzelausläufern. Die Blätter sind fast linienförmig, 5-5,5 cm lang, auf der Unterseite silbergrau, die Blüten klein, orangefarben oder rostgelb, von schuppenförmigen, braunschelferigen, hinfälligen Deckblättchen gestützt, an den Seiten der Zweige zahlreiche kurze, gedrungene Träubchen bildend; die Frucht ist erbsengroß, goldgelb oder orangegelb und bleibt den ganzen Winter über hängen. Der Strauch wächst an den Küsten Europas von der Ostsee bis zum Mittelmeer, an Flußufern, besonders am Rhein, auch im nördlichen Asien und im Kaukasus. Er bildet fast undurchdringliche Hecken und Zäune und eignet sich besonders auch an den Seeküsten zur Bindung des Flugsandes und der Sanddünen. In Parkanlagen wird er zur Zierde angepflanzt. Das Holz, welches sich schön beizen läßt, dient zu Drechslerarbeiten. In Finnland, Lappland und der Mongolei gebraucht man die herbsauren Früchte als Zusatz an manche Speisen.

Hippophagie (griech.), das Pferdefleischessen.

Hippopotamus, Flußpferd.

Hippotherium, s. Pferd.

Hippothoon, im griech. Mythus Sohn des Poseidon und der Alopa, der Tochter des Kerkyon von Eleusis, wurde als neugebornes Kind von seiner Mutter ausgesetzt, aber von einer Stute gesäugt, bis Hirten ihn fanden und aufzogen; die Mutter aber verwandelte Poseidon, als sie von ihrem Vater zum Tod eingekerkert wurde, in eine gleichnamige Quelle bei Eleusis. Als Theseus den Kerkyon im Ringkampf überwunden und getötet hatte, übertrug er die Herrschaft desselben dem H., welcher als Heros der attischen Phyle Hippothoontis verehrt wurde.

Hippotigris, Zebra.

Hippotoxoten, bei den alten Athenern ein aus Staatssklaven bestehendes Korps berittener Bogenschützen (s. Hippeis).

Hippotragus, s. Antilopen, S. 539.

Hippotroph (griech.), Pferdezüchter; Hippotrophie, Pferdezucht.

Hippuriten, s. Rudisten.

Hippuritenkalk (Rudistenkalk), s. Kreideformation.

Hippursäure (Harnbenzoesäure, Benzoylamidoessigsäure) C9H9NO3 ^[C<sub>9</sub>H<sub>9</sub>NO<sub>3</sub>], konstanter Bestandteil des Harns pflanzenfressender Säugetiere, besonders der Pferde, Rinder, Ziegen, Schafe, findet sich auch in geringer Menge im menschlichen Harn, reichlicher bei ausschließlicher Pflanzenkost, bei Zuckerharnruhr und nach Genuß von Benzoesäure, Zimtsäure, Benzaldehyd, Chinasäure, indem sich Benzoesäure unter Abspaltung von Wasser mit dem aus der Spaltung der in der Leber entstehenden Glykocholsäure hervorgehenden Glykokoll vereinigt. Außerdem findet sich H. im Blute der Pflanzenfresser, im Guano und in den Exkrementen von Schildkröten und Schmetterlingen (vgl. Benzoesäure). Zur Darstellung derselben erhitzt man frischen Kuhharn, am besten zur Zeit der Fütterung mit frischem Wiesengras, mit Kalkmilch zum Kochen, gießt die Flüssigkeit durch ein Tuch, verdampft sie zur Sirupskonsistenz, mischt sie mit Alkohol, filtriert, verdampft den Alkohol und fällt dann die H. durch Salzsäure. Nach dem Reinigen bildet sie farb- und geruchlose Kristalle, schmeckt schwach bitterlich, ist leicht löslich in kochendem Wasser und in Alkohol, weniger in Äther, schmilzt bei 188° unter Zersetzung, zerfällt beim Behandeln mit Säuren oder Alkalien, auch bei Einwirkung von Fermenten in Glykokoll und Benzoesäure (kann daher nicht aus faulem Harn gewonnen werden), gibt mit Wasserstoff im Entstehungsmoment Benzaldehyd (Bittermandelöl) und Benzalkohol und bildet lösliche, kristallisierbare Salze, von denen sich das Kalksalz bisweilen aus konzentriertem Pferde- und Kuhharn ausscheidet. Man benutzt H. zur Darstellung von Benzoesäure.

Hiram, König von Tyros 1001-967 v. Chr., Sohn des Abibaal, unterwarf das aufständische Cypern, schloß zur Sicherung und Erweiterung des phönikischen Handels ein Bündnis mit den Königen von Israel, David und Salomo, welch letzterm er Material für den Tempelbau lieferte, und mit dem er gemeinschaftlich die Handelsfahrt nach Ophir unternahm, und erweiterte, befestigte und verschönerte Neutyros.

Hirci (lat.), Härchen im Gehörgang.

Hircocerus (lat., "Bockhirsch"), wie das griechische Tragelaphos (s. d.) eine groteske Verbindung, der in der Wirklichkeit nichts entspricht; s. v. w. Schimäre.

Hircus (lat.), Ziegenbock; Bocksgeruch.

Hirkulation (lat.), geiles Wuchern des Weinstocks.

Hirmen, s. v. w. Menhir, s. Bautasteine.

Hirn, s. Gehirn.

Hirn, Gustav Adolf, Physiker, geb. 21. Aug. 1815 zu Logelbach bei Kolmar im Elsaß, war seit 1834 Farbenchemiker in einer Kattunfabrik zu Logelbach und blieb in derselben als Ingenieur, nachdem sie 1842 in eine Baumwollspinnerei und -Weberei umgewandelt worden war. Er lieferte zahlreiche Arbeiten über die Wärmelehre, die Theorie der Dampfmaschine, der Ventilatoren und des Amslerschen Planimeters, über Reibungswiderstände, über die Theorie der Überhitzung, Wärmekapazität des Wassers etc.; auch erfand er ein Pandynamometer. 1880 gründete er ein meteorologisches Observatorium zu Kolmar, in welchem er seine wissenschaftlichen Arbeiten fortsetzt. Er schrieb: "L'équivalent mécanique de la chaleur" (Kolmar u. Par. 1858); "Théorie mécanique de la chaleur" (das. 1861, 2 Bde.; 3. Aufl., Par. 1875); "Analyse de l'univers" (das. 1868); "Mémoire sur les anneaux de Saturne" (Straßb. 1872); "Les pandynamomètres" (Par. 1876).

Hirnbruch, s. Gehirnbruch.

Hirnhaim, Hieronymus, Philosoph, gest. 1679 als Generalvikar der Prämonstratenser in Prag, hat sich in seiner Schrift "De tipho generis humani" (Prag 1676), welche alle menschliche Wissenschaft für eitel und die göttliche Offenbarung als einzige Quelle der Wahrheit erklärt, als kirchengläubiger Skeptiker zur Philosophie des Nichtphilosophierens bekannt. Vgl. Barach, Hieronymus H. (Wien 1864).

Hirnhöhlenwassersucht, s. Gehirnentzündung.

Hirnholz, diejenige Fläche eines Stückes Holz, auf welchem die Jahresringe als konzentrische Kreise sichtbar sind. Vgl. Aderholz.