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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Holly Springs; Holm; Holmberg; Holmboe; Holme Cultram; Holmes

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Holly Springs - Holmes.

Holly Springs, Hauptort der Grafschaft Marshall, im nördlichen Teil des nordamerikan. Staats Mississippi, hat (1880) 2370 Einw.

Holm, Verbandstück für die obern Enden in Reihen eingerammter Pfähle und Bohlen, in welches letztere eingezapft sind. Bei Bohlwerken bildet der H. daher die Kante des künstlichen Ufers, bei Brückenjochen die Unterlage der hölzernen Träger. Bei Leitern und Barren (s. d.) heißen Holme die beiden Langhölzer.

Holm, eine in allen germanischen Sprachen vorkommende Bezeichnung für Insel, Werder, Felseneiland; insbesondere für die Inselchen in den Hafenbuchten oder überhaupt nahe an der Küste. Die Holme sind häufig mit Schiffswerften versehen, daher auch die Silbe als Endigung von Ortsnamen häufig ist. Holmgang, s. v. w. Zweikampf, weil ein solcher bei den Skandinaviern gewöhnlich auf einem H. ausgekämpft wurde.

Holm, 1) Adolf, Altertumsforscher, geb. 1830 zu Lübeck, studierte in Leipzig und Berlin, war darauf Gymnasiallehrer in seiner Vaterstadt, wurde 1876 als Professor der alten Geschichte an die Universität Palermo berufen und ist seit 1884 in gleicher Eigenschaft an der Universität zu Neapel thätig. Er schrieb: "Beiträge zur Berichtigung der Karte des alten Sizilien" (Lüb. 1866); "Das alte Catania" (das. 1873); "Geschichte Siziliens im Altertum" (Leipz. 1870-74, 2 Bde.) und "Geschichte Griechenlands" (Berl. 1885 ff., 4 Bde.).

2) Peter Eduard, dän. Geschichtschreiber, geb. 1833 zu Kopenhagen, studierte daselbst Philologie und Geschichte und wurde 1865 zum Professor der Geschichte an der dortigen Universität ernannt. Nachdem er über die Geschichte des Altertums mehrere Arbeiten ("Die politische Stellung der griechischen Unterthanen unter den römischen Kaisern"; "Die Geistlichkeit und der Staat vom Schluß der Regierung Konstantins d. Gr. bis zum Fall des weströmischen Reichs") veröffentlicht hatte, widmete er sich der vaterländischen Geschichte und schrieb: "Danmarks Politik under den svensk-russiske Krig fra 1788-90" (1868); "Danmark-Norges udenrigske Historie fra 1791-1807" (1875, 2 Bde.); "Holbergs statsretslige ^[richtig: statsretlige] og politiske Synsmaade" (1879); "Danmark-Norges indre Historie under Enevaelden fra 1660 til 1720" (1885); "Nogle Hovedtraek af Trykke Frihedstidens Historie 1770-73" (1885-86, 2 Bde.). Außerdem lieferte er für die von ihm bis vor kurzem redigierte "Historisk Tidskrift" eine Reihe von Abhandlungen über die politische und soziale Geschichte Dänemarks im 18. Jahrhundert.

Holmberg, August, Maler, geb. 1. Aug. 1851 zu München, widmete sich anfangs seit 1866 der Bildhauerkunst und seit 1868 der Malerei auf der dortigen Akademie, wo er sich unter W. Diez zu einem seiner begabtesten Schüler ausbildete. Er hat von 1875 bis 1878 Studienreisen in Deutschland, nach Italien und Paris gemacht. Seine Spezialität ist das Sittenbild und Kostümstück, und zwar stellt er mit Vorliebe altertümliche Innenräume dar, in welche das Sonnenlicht hineinfällt, und die mit äußerst fein charakterisierten Figuren bei ruhiger Beschäftigung belebt sind. Unter seinen mit größter koloristischer Zartheit und mit vollendeter Virtuosität in der Stoffmalerei ausgeführten Gemälden sind zu nennen: Meinungsverschiedenheiten (1873), das Tabakskollegium Friedrich Wilhelms I. (1879), das aufgefundene Monogramm (1880), Benediktinermönch, antike Münzen betrachtend (1880), der Goldschmied, Dame am Fenster (1881), vor dem Duell, Mandolinenspieler, In Gedanken, Stillleben im Rokokostil (1883), aus der Gotik (1884), die Schachpartie (1886). H. besitzt die kleine goldene Medaille der Düsseldorfer Kunstausstellung.

Holmboe, Christopher Andreas, norweg. Orientalist, geb. 19. März 1796 im Kirchspiel Wang in Norwegen, studierte 1812-18 zu Christiania Theologie, dann an der Bibliothek daselbst sowie seit 1821 in Paris orientalische Sprachen und wurde nach seiner Rückkehr Lektor, später (1825) Professor der orientalischen Sprachen an der Universität Christiania. Seit 1876 in Ruhestand versetzt, starb er 2. April 1882. Seine vielseitige litterarische Thätigkeit erstreckte sich auf biblische Wissenschaft, Archäologie und Numismatik sowie auf vergleichende Sprachwissenschaft und öffentlichen Unterricht. Wir nennen als seine Hauptwerke: "Bibelsk Geographie" (Christ. 1828, Auszug 1838); "Descriptio ornamentorum aureorum et nummorum VIII. et IX. saec. in dioecesi Norvegiae" (neue Ausg., das. 1854); "Norske Universitets- og Skole-Annaler" (das. 1837-40, 3 Bde.); "Das älteste Münzwesen Norwegens" (Berl. 1846); "Sanskrit og Oldnorske" (Christ. 1846); "Det norske Sprogs väsentilgste Ordforraad etc." (vergleichendes Wörterbuch des Norwegischen, des Sanskrits etc., Wien 1852); "Norsk og Keltisk" (Christ. 1854); "Traces du Bouddhisme en Norvège avant l'introduction du christianisme" (Par. 1857) und "Bibelsk Real-Ordbog" (1868). Auch übersetzte er Pir Ali el Berkewis türkischen Katechismus ins Norwegische (Christ. 1829) sowie "Kalila und Dimna" (Fabeln von Bidpai) ins Deutsche (das. 1832).

Holme Cultram (spr. hohm köllträm), Stadt in der engl. Grafschaft Cumberland, an der Mündung der Waver in den Solway Firth, hat eine alte Abteikirche und (1881) 4220 Einw.

Holmes (spr. hohms), Oliver Wendell, amerikan. Dichter, geb. 29. Aug. 1809 zu Cambridge in Massachusetts, studierte erst Jurisprudenz, dann Medizin, ließ sich nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Paris 1835 zu Boston als praktischer Arzt nieder, erhielt 1838 die Professur der Anatomie und Physiologie am Dartmouth College und 1847 eine ähnliche an der Harvard University. Seit 1849 widmete er sich ausschließlich litterarischer Thätigkeit. Schon 1836 hatte er einen Band "Poems" (2. Aufl. 1848), hauptsächlich humoristischen und satirischen Inhalts, veröffentliche, dem in der Folge zahlreiche neue Sammlungen nachfolgten, als: "Songs in many keys" (1864); "Soundings from the Atlantic" (Boston 1863); "Humorous poems" (1865); "Wit and humour" (1866). Gleich weite Verbreitung fanden seine humoristischen, halb erzählenden, halb populär-philosophischen Prosawerke: "The autocrat of the breakfast table" (1858), "The professor at the breakfast table" (1860; deutsch von Abenheim: "Der Tischdespot", Stuttg. 1876) und "The poet at the breakfast table" (1872); ferner die Romane: "Elsie Venner" (1861) und "The guardian angel" (1867) und ein kleiner Band Essays; "Mechanism in thought and morals" (1870). Außerdem veröffentlichte H. die Biographien: "John Lothrop Motley" (Boston 1879) und "Life of Ralph Waldo Emerson" (das. 1884). Eine neue Ausgabe seiner "Poetical works" erschien 1881 zu Boston (2 Bde.), eine Sammlung seiner ältern Essays unter dem Titel: "Pages from an old volume of life" (das. 1883). Auch zur medizinischen Litteratur hat er zahlreiche Beiträge geliefert ("Medical essays", 1883, u. a.). Vgl. Brown, Life of O. W. H. (Boston 1884).