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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Katoptrik - Kattak Mehals.

die zwar mangelhaft im Bau, aber wegen des darin herrschenden echten Pathos in der ungarischen Litteratur unübertroffen dasteht und heute noch auf dem Repertoire der ungarischen Bühnen ist (deutsch von Dux, Leipz. 1858). Seine Werke gab Abati (Pest 1880) heraus. Vgl. P. Gyulai, K. und sein Bankbanus (ungar., Pest 1883).

Katóptrik (griech.), die Lehre von der regelmäßigen Zurückwerfung (Reflexion) der Lichtstrahlen, s. Spiegelung.

Katoptrischer Zirkel, s. Spiegelsextant.

Katoptromantie (griech.), Wahrsagung aus der Spiegelung im Wasser oder in Kristallen, demnach gleichbedeutend mit Hydromantie (s. d.) oder Kristallomantie (s. d.).

Katreus, nach dem griech. Mythus König von Kreta, Sohn des Minos und der Pasiphae. Da er nach einem Orakel durch die Hand eines seiner Kinder umkommen sollte, so übergab er seine Töchter Aërope und Klymene dem Nauplios, sie in die Fremde zu verkaufen, während sein Sohn Althämenes mit seiner Schwester Apemosyne nach Rhodos auswanderte. Hier tötet er die von Hermes verführte Schwester durch einen Fußtritt, und als sein Vater hochbetagt auf Rhodos landet, um ihm die Herrschaft von Kreta zu übergeben, erschlägt er diesen, indem er ihn für einen Seeräuber hält. Klymene wird die Gattin des Nauplios und Mutter des Palamedes und Öax; Aërope heiratet Atreus (s. d.) und gebiert ihm den Agamemnon und Menelaos, wird aber wegen ihrer Buhlschaft mit Thyestes von Atreus ins Meer gestürzt.

Katsch (engl. Cutch), Tributärstaat des britisch-ind. Kaiserreichs, in Gudscharat, am Golfe von K. und am Arabischen Meer und durch das Große und Kleine Ran inselartig vom Festland getrennt, mißt ohne letzteres 16,834 qkm (307 QM.) mit (1881) 512,084 Einw., wovon 325,478 Hindu, 118,797 Mohammedaner; die katholische und anglikanische Mission haben es trotz jahrelanger Bemühungen nur zu 92 Bekennern gebracht. Das Land wird von zwei niedrigen Höhenzügen durchschnitten (Patscham Pir 445 m), hat keine perennierenden Flüsse, aber zahlreiche und gute Brunnen. Die mittlere Jahrestemperatur erreicht 24,5° C. Erdbeben sind häufig; 1819 wurde fast ganz Bhudsch zerstört, wobei 1150 Menschen umkamen. Der Boden ist im allgemeinen sandig, unfruchtbar und baumlos, schließt aber schöne Thäler und reiche Wälder ein. Man baut mittelmäßiges Getreide und Baumwolle. Das wichtigste Haustier ist das Kamel, die Pferde stehen in hohem Ruf. Von Mineralien finden sich Eisenerz, schlechte Kohle, Alaun, Salpeter, gute Mühlsteine, Marmor. In der Trockenzeit ist ein Verkehr über das Ran möglich, meist richtet sich derselbe aber seewärts; 1881 wertete die Einfuhr (Korn, Eßwaren, Manufakte) 585,340, die Ausfuhr (Alaun, Baumwolle, Tuch, Silberwaren) 170,190 Pfd. Sterl. Der Fürst (Rao), zur herrschenden Klasse der Radschputen gehörig, teilt seine Macht mit 200 Großen, den Bhayad. Laut Vertrag mit der britischen Regierung hat er eine Armee von 1179 Mann zu unterhalten, wozu noch 3000 Irreguläre kommen; die Bhayad haben im Notfall weitere 4000 Mann zu stellen. Die Gesamteinkünfte des Landes betrugen 1881: 160,305 Pfd. Sterl. Für den Unterricht, der bei den Bhayad sehr vernachlässigt wird, bestanden 1882: 86 Elementarschulen mit 5342 Schülern. Landessprachen sind das Katschi, die Umgangssprache, und das Gudscharati die geschriebene Sprache. Hauptstadt ist Bhudsch, am Fuß eines befestigten Hügels, mit höherer Schule, Gewerbeschule, Bibliothek und (1881) 22,308 Einw. (einschließlich der 1647 Köpfe zählenden Garnison); Haupthandelsplatz ist aber Mandwi (s. d.).

Katschar (Cachar), Distrikt der Provinz Assam des britisch-ind. Kaiserreichs, ein stark bewaldetes, vom Barak durchflossenes Bergland, 9712 qkm (176 QM.) groß mit (1881) 313,858 Einw. (186,657 Hindu, 92,393 Mohammedaner), welche sich ausschließlich mit der Kultur von Reis oder Thee beschäftigen. Durchschnittlich arbeiten 36,681 Menschen monatlich in den Theegärten, und 1881 wurden 10,456,982 Pfund Thee produziert. K. ist wiederholt von verheerenden Erdbeben heimgesucht worden, und Cholera und Fieber treten bei dem feuchten Klima häufig auf. In der Hauptstadt Silchar, mit 6567 Einw., steht ein Regiment indischer Infanterie.

Katscher, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Leobschütz, an der Troja, hat eine evangelische und 2 kathol. Kirchen, eine Synagoge, ein Schloß, ein Amtsgericht, Lein-, Woll- und Plüschweberei und (1885) 4042 meist kath. Einwohner. - K. ward 1321 zur Stadt erhoben. Stadt und Distrikt K., noch heute zum Erzbistum Olmütz gehörig und als Preußisch-Mähren bezeichnet, kam 1289 mit dem Fürstentum Teschen unter böhmische Oberherrschaft, 1554 an das Erzbistum Olmütz und wurde 1742 von Österreich an Preußen abgetreten.

Katschinzen (Kaschtar, auch Kaschkalar), kleiner turkotatar. Volksstamm, von den Russen katschinskische Tataren (s. Tataren) genannt, in Sibirien, in den Gouvernements Tomsk und Jenisseisk, am rechten Ufer des Abakanflusses seßhaft. S. Biriussen.

Kátsena, Landschaft im mittlern Sudân, ehemals ein unabhängiger Staat, jetzt die nördlichste Provinz des mohammedan. Reichs Sokoto, nach Barth 28,630 qkm (520 QM.) groß, jetzt mit 300,000 Einw., war früher viel volkreicher, ist aber durch die beständigen Einfälle unabhängiger Haussastämme von seiner ehemaligen Blüte tief gefallen. Immer noch ist K. einer der schönsten, zugleich gesündesten Teile des Sudân, auf dessen anmutig gewelltem, hier und da auch bergigem und von zahlreichen Wasseradern durchzogenem Boden eine Menge nutzbringender Pflanzen gedeiht. Für Baumwolle eignet sich das Land aber nicht. Unter den zahlreichen Ortschaften (man zählt an 50 mit über 4000 Einw.) ist die Hauptstadt K. (Kaschna) noch immer die ansehnlichste. Sie hatte ehemals 100,000 Einw., war eine der mächtigsten Städte der Haussa und erlangte sogar durch die Ausbildung der Haussasprache eine wissenschaftliche Bedeutung, kam aber nach tapferer Gegenwehr gegen die Fulbe ganz herunter und zählt heute nur 8000 Einw., welche sich durch Anfertigung von Baumwollzeugen und Leder sowie durch ihren Handelsgeist auszeichnen.

Kattak (engl. Cuttak), Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts und zugleich der Provinz Orissa in der britisch-ind. Lieutenant-Governorship Bengalen, an einem Seitenarm des Mahanadi, mit (1881) 42,656 Einw., wurde 953 n. Chr. von Hindukönigen gegründet, von den Engländern 8. Okt. 1803 nach Erstürmung der jetzt in Ruinen liegenden Citadelle (Fort Barabati) besetzt. Der Distrikt K. umfaßt 9109 qkm (165 QM.) mit (1881) 1,738,165 Einw., meist Hindu.

Kattak Mehals (engl. Cuttak Mehals), eine Gruppe von 18 Vasallenfürstentümern in der Provinz Orissa der britisch-ostind. Präsidentschaft Bengalen, im W. und SW. von Kattak, umfaßt im ganzen 39,333 qkm (714 QM.) mit (1881) 1,469,142 Einw. Die Fürsten (Radschas) kamen mit der Erwerbung