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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kellerassel; Kellerbeeren; Kellerberg; Kellerei; Kelleresel; Kellerhals; Kellermann

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Kellerassel - Kellermann.

als Regierungskandidat in den Gesetzgebenden Körper, sprach sich entschieden gegen die Haltung Napoleons in der römischen Frage aus und wurde der Vorkämpfer ultramontaner Politik in Frankreich, unterlag aber bei den Wahlen von 1863 und kam erst 1869 wieder in die Kammer. Als französierter klerikaler Elsässer that er sich 1870 beim Ausbruch des Kriegs durch seinen Preußenhaß hervor, errichtete und befehligte das erste elsässische Freikorps in den Kämpfen gegen Werder und protestierte als Deputierter des Oberrheins in der Nationalversammlung zu Bordeaux gegen die Abtretung Elsaß-Lothringens. Nach der Niederlegung seines Mandats von neuem in Belfort gewählt, war er einer der Führer der klerikal-legitimistischen Partei in der Nationalversammlung und zeichnete sich durch seinen Eifer in den Untersuchungskommissionen gegen Bazaine u. a. aus. 1876 wurde er in Belfort in die Deputiertenkammer gewählt. Außer einigen Broschüren über die Encyklika (1860 u. 1865) schrieb er: "Histoire de France" (Par. 1858, 2 Bde.; 8. Aufl., Tours 1883); "Le général de Lamoriclère, sa vie militaire, politique et religieuse" (1873, 2 Bde.; 2. Aufl. 1880); "Les congrégations religieuses en France" (Tours 1880).

10) Gerard, niederländ. Schriftsteller, geb. 13. Febr. 1829 zu Gouda, wurde im Haag gebildet, ward 1849 Stenograph der Ersten Kammer und übernahm 1864 die Redaktion des "Arnhemsche Courant". Von seinen Arbeiten nennen wir vor allen die weitverbreiteten Reisebilder: "Een zomer in het noorden" (Arnh. 1861); "Een zomer in het suiden" (das. 1864); "Het belegerde Parijs" (das. 1871) und "Het vermoorde Parijs" (das. 1872); "Weenen. Bezoek aan Wilhelmshöhe, Dresden, Praag etc." (das. 1872); "Waldeck in vogelvlucht" (Haarl. 1879, bei Gelegenheit der Vermählung des Königs der Niederlande mit der waldeckischen Prinzessin) und "Europa in al zijn heerlijkheid geschetst" (Rotterd. 1877-80). Auch schrieb er zahlreiche (zum Teil auch ins Deutsche übersetzte) Novellen (gesammelt, Haag 1882, 5 Bde.), von denen angeführt seien: "Het huisgezin van den praeceptor" (1858); "Binnen en buiten" (1860); "De hypotheek op Wasenstein" (1865); "Van huis" (1867); "Oude kennissen" (1871); "Overkompleet" (1871); "Flikkerende vlammen" (1884) und "Nemesis" (1885). Daneben war K. als Redakteur der "Kunstkronick" auf dem Gebiet der niederländischen Kunstgeschichte thätig und trat auch als dramatischer Dichter ("Het blauwae lint", "Duitsch en fransch", "De dochter van den barbier") sowie als beliebter Jugendschriftsteller auf.

11) Franz, genannt K.-Leuzinger, Ingenieur, Schriftsteller und Maler, Sohn von K. 4), geb. 30. Aug. 1835 zu Mannheim, besuchte die polytechnische Schule in Karlsruhe und begleitete 1855 seinen Vater nach Brasilien. Er leitete nach dessen Heimkehr noch ein Jahr die dortigen Arbeiten. Nach Karlsruhe zurückgekehrt, gab er die von ihm mit Illustrationen versehene Reisebeschreibung "Vom Amazonas und Madeira" (Stuttg. 1874) heraus und widmete sich in der Folge der Kunst, vornehmlich der Hebung des Kunstgewerbes. Er wurde mit der Leitung der von der Großherzogin von Baden gegründeten Schule für Kunststickerei etc. betraut und nach zwei Jahren in ähnlicher Stellung nach Hamburg berufen, von wo er jedoch 1879 nach Stuttgart zurückkehrte. Er beschäftigt sich vornehmlich mit der Illustration geographischer und ethnologischer Werke.

12) Otto, Philolog und Altertumsforscher, Sohn von K. 7), geb. 20. Mai 1838 zu Tübingen, studierte in Bonn, bereiste Griechenland und Italien, ward in der Folge Rektor des Lyceums zu Öhringen, 1872 Professor an der Universität Freiburg und wirkt seit 1876 in gleicher Eigenschaft an der Universität Graz. Er schrieb: "Untersuchungen über die Geschichte der griechischen Fabel" (Leipz. 1862); "Vicus Aurelii, oder Öhringen zur Zeit der Römer" (Bonn 1872); "Die Entdeckung Ilions zu Hissarlik" (Freiburg 1875), die Frucht eines Ausflugs nach Kleinasien; "Epilegomena zu Horaz" (Leipz. 1879-80, 3 Tle.) und "Der saturnische Vers als rhythmisch erwiesen" (Prag 1883-86). Mit A. Holder veranstaltete er eine kritische Ausgabe von Horaz' Werken (Leipz. 1864-70, 2 Bde.; kleine Ausgabe in 1 Band 1878), selbständig gab er die "Rerum naturalium scriptores graeci minores" (das. 1877, Bd. 1) heraus.

13) Ferdinand, Maler, Sohn von K. 4), geb. 5. Aug. 1842 zu Karlsruhe, besuchte das Lyceum daselbst, folgte jedoch 1857 seinem Vater und Bruder, welche als Ingenieure zu Straßen- und Brückenbauten nach Brasilien berufen worden waren. Hier sammelte K. eine große Anzahl Naturstudien in den tropischen Wäldern. 1862 nach Karlsruhe zurückgekehrt, bildete er sich an der dortigen Kunstschule unter J. W. ^[Johann Wilhelm] Schirmers Leitung weiter aus. Seit 1864 lernte er unter Canon die Figurenmalerei, ohne jedoch der Landschaft ganz untreu zu werden. Sodann besuchte er vier Winter lang Italien, besonders Rom. Kellers erstes größeres Historienbild: Tod Philipps II. von Spanien, unter Canon für die Pariser Weltausstellung von 1867 gemalt, erhielt in Rio de Janeiro den ersten Preis der dortigen internationalen Kunstausstellung. Nun folgten kleinere Bilder: der Alchimist, die moderne Diana, ferner größere Landschaften: brasilischer Urwald etc., auch viele Porträte, sodann Nero beim Brand Roms, welches Bild dem Künstler auf der Wiener Weltausstellung 1873 die Medaille für Kunst erwarb. Allgemein bekannt wurde sein Name durch die Konkurrenz für den neuen Theatervorhang in Dresden, bei welcher er für seine Skizze den Preis gewann. Der ausgeführte Vorhang zeigt die geflügelte Phantasie mit den Künsten des Dramas und der Musik. K. versuchte sich auch im Fresko; nachdem er schon um 1870 in der Jesuitenkirche zu Heidelberg eine Himmelfahrt Mariä a fresco gemalt, führte er im Sommer 1875 ein Wandgemälde: die Vertreter der Kunst und der Wissenschaft im Altertum, in einem neuen Staatsgebäude seiner Vaterstadt aus. Seine spätern Werke: Sieg des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden bei Salankemen (Kunsthalle zu Karlsruhe), Hero und Leander (1880), einige Porträte, und dekorative Arbeiten in der Aula der Universität zu Heidelberg und für Privathäuser, sind seine reifsten Schöpfungen, welche ihn als einen der hervorragendsten Vertreter des modernen Kolorismus kennzeichnen. Er ist Professor an der Kunstschule zu Karlsruhe.

Kellerassel, s. Asseln.

Kellerbeeren, s. Daphne.

Kellerberg, Schloß, s. Battenberg.

Kellerei, die Gesamtheit der Kellerräume mit Zubehör, z. B. an Höfen, in großen Weinhäusern; auch die Gesamtheit der dabei Bediensteten sowie das Amt und die Wohnung des Kellers oder Kellerbeamten.

Kelleresel, s. Asseln.

Kellerhals, Pflanzengattung, s. Daphne.

Kellermann, 1) François Christophe, Herzog von Valmy, Marschall von Frankreich, geb. 28. Mai 1735 zu Wolfsbuchweiler a. d. Tauber, trat