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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kurbelgetriebe; Kurbelstange; Kurbette; Kürbis

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Kurbelgetriebe - Kürbis.

Man erhält sie dadurch, daß man die Welle U-förmig biegt (kröpft), so daß die beiden Schenkel des U-förmigen Stückes zusammen den Kurbelarm, der mittlere Teil den Zapfen bildet. Fig. 2 zeigt die Krummachse. Gibt man einer Welle mehrere solcher Kröpfungen nach verschiedenen Richtungen hin, so erhält man eine mehrfache Wellenkröpfung.

Eine besondere Art der K. ist die Handkurbel, welche durch Menschenhände umgedreht wird. Diese besteht aus der gehörig verlängerten und zweimal unter einem rechten Winkel umgebogenen Fortsetzung einer Welle oder aus einem knieförmigen, mit Vierkant aufgesteckten Ansatz, wodurch die Umdrehung der Welle mittels eines Druckes am freien Ende bewirkt werden kann (Fig. 3). Der rechtwinkelig zur Welle gerichtete Teil heißt Arm oder Bug, der horizontale aber Griff. Zur Anstellung mehrerer Arbeiter versieht man eine Welle mit mehreren solcher Kurbeln und erhält sodann zweimännische Kurbeln. An der K. wirkt der Mensch gleichzeitig durch die Kraft der Armmuskeln und durch das Gewicht des Körpers u. kann bei gehöriger Übung durch geschickte Wendung der Hand einen kontinuierlichen Druck ausüben. Man hat die tägliche Leistung bei Akkordarbeit = 288,000 Meterkilogramm gefunden und zwar bei einer Kraft = 10 kg, einer Geschwindigkeit von 1,0 m pro Sekunde, einer Arbeit pro Sekunde = 10 Meterkilogr. und einer täglichen Gesamtarbeitszeit von 8 Stunden, dagegen bei Tagelohnarbeit und Akkordarbeit mit vielen Stillständen - 180,000 Meterkilogr. bei einer Kraft = 8 kg, einer Geschwindigkeit von 0,781 m, einer Arbeit pro Sekunde = 6,25 Meterkilogr. und einer täglichen Gesamtarbeitszeit von 8 Stunden. Für vorübergehende Arbeit, wie an den Winden und Kränen etc., kann man selbst 15-16 kg Druck verlangen. Weit unvorteilhafter arbeitet der Mensch an der K., wenn er die Umdrehung derselben mit Hilfe der Füße durch Trittbrett und Lenkstange zu stande bringen muß. Daher benutzt man diese Art von Kraftübertragung auch nur, wenn der Mensch während der Kurbelumdrehung seine Hände frei haben muß, z. B. beim Schleifstein, bei Drehbänken, beim Spinnrad, bei der Nähmaschine etc. Um eine gleichmäßigere Bewegung hervorzubringen, rüstet man die Kurbelwelle öfters mit einem Schwungrad aus, welches durch seine angesammelte Arbeit die Veränderlichkeit der Betriebskraft in einem gewissen Grad ausgleicht. Zu den Kurbeln gehören auch die Exzentriks (s. d.). S. ferner Kurbelgetriebe.

^[Abb.: Fig. 2. Krummachse.]

^[Abb.: Fig. 3. Handkurbel.]

Kurbelgetriebe, Mechanismen, die dazu dienen, mittels einer Kurbel eine rotierende Bewegung in eine geradlinig hin- und hergehende oder letztere in eine rotierende zu verwandeln. Die gebräuchlichsten Arten dieser K. sind das Schubkurbelgetriebe und das oszillierende K. Bei ersterm bewegt sich der geradlinig fortschreitende Körper auf einer nach dem Mittelpunkt des Kurbelkreises hin gerichteten Bahn. Die Figur zeigt ein Schubkurbelgetriebe, bestehend aus der um die Achse A drehbaren Kurbel K, an deren Zapfen Z eine Stange P angreift (Bleuelstange, Lenkerstange, Kurbelstange). Schubkurbelgetriebe. Das andre Ende dieser Stange ist gelenkig mit dem zwischen den zentral gerichteten Gleitschienen G geradlinig geführten Stück Q (Gleitstück, Querhaupt) verbunden; daher beschreibt die Stange mit diesem Ende immer eine gerade Linie, mit dem bei Z befestigten dagegen Kreise und mit den zwischen Z und Q liegenden Punkten Linien, welche sich, je weiter nach Q hin liegend, desto mehr der Geraden, je weiter nach Z rückend, desto mehr dem Kreis nähern, so daß diese Stange P als dasjenige Glied anzusehen ist, welches die Bewegungsänderung vermittelt. Die Bewegungsübertragung ist keine gleichförmige, vielmehr wird, wenn die Kurbel mit gleichmäßiger Geschwindigkeit rotieren soll, das Querhaupt Q um so langsamer verschoben werden, je näher die Kurbel nach einer oder der andern Seite derjenigen Lage rückt, in welcher ihre Mittellinie mit derjenigen der Bleuelstange P zusammenfällt, dagegen in dem Augenblick die größte Geschwindigkeit haben, wo die Bleuelstange senkrecht zum Kurbelarm steht. Wird die Bewegung bei Q eingeleitet, so kann in den Momenten des Zusammenfallens der Kurbel- und Bleuelstangenmittellinien, welche Totpunkte oder tote Punkte heißen, auf die Kurbel keine Kraft übertragen werden, daher kann die Kurbel ihre Rotation über den Totpunkt hinaus nicht fortsetzen. Es muß deshalb zur Überwindung dieser Totpunkte eine andre Kraft zu Hilfe genommen werden, als welche gewöhnlich die bei der Drehung angesammelte lebendige Kraft eines Schwungrades benutzt wird. In dieser Weise wird z. B. das Schubkurbelgetriebe zur Verwandlung der hin- und hergehenden Kolbenbewegung einer Dampfmaschine in eine rotierende benutzt. Leitet man die Bewegung in die Kurbelwelle ein, so finden Totpunkte nicht statt. Man kann daher z. B. durch ein Schubkurbelgetriebe einen Pumpenkolben kontinuierlich hin- und hergehen lassen. - Während beim Schubkurbelgetriebe das Stück G mit dem Lager der Kurbelwelle verbunden und feststehend gedacht werden mußte, hat man beim oszillierenden K. nur die Kurbelwelle nach Z zu verlegen, A als Kurbelzapfen und P feststehend anzunehmen. Leitet man dann in G eine Bewegung derart ein, daß sich G auf Q verschiebt, so wird sich die Kurbel um Z drehen, gleichzeitig aber G mit Q zusammen eine oszillierende Bewegung um das P mit Q verbindende Gelenk ausführen. Auch hier treten wieder Totpunkte auf. Wenn dagegen die Bewegung der Kurbel auf G übertragen werden soll, fallen die Totpunkte fort. Die Bewegungsübertragung ist bei dem oszillierenden K. gleichfalls eine ungleichförmige.

^[Abb.: Schubkurbelgetriebe.]

Kurbelstange, s. Kurbelgetriebe.

Kurbette (franz. courbette), in der Reitkunst eine erhobene Schule; bei mittelhoher Erhebung des Vorderteils ist das Knie so stark wie möglich zu biegen; das Hinterteil, in den Hanken stark gebogen, folgt der Vorhand, wenn dieselbe wieder die Erde berührt, in kurzen, schnellen, niedrigen Sätzen nach vorwärts.

Kürbis (Flaschenapfel, Cucurbita L.), Gattung aus der Familie der Kukurbitaceen, einjährige oder durch eine dicke, rübenförmige Wurzel perennierende,