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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lahr; Lahsa; Lai; Laibach

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Lahr - Laibach.

gewandelt; doch wurde neuerdings auch eine große Kathedrale erbaut. Der rote Sandstein, der überall verwendet ist, erleichterte die großartige Architektur. L. ist Sitz der obersten Provinzbehörden, der Pandschab-Universität, des Oriental College, einer medizinischen, juristischen, tierärztlichen Schule und verschiedener andrer Lehranstalten, einer gelehrten Gesellschaft (Andschuman-i-Pandschab) und hat ein reichhaltiges Museum. L. hat in jüngster Zeit durch Anlage einer Wasserleitung und Kanalisation sehr gewonnen. Die einzige Industrie von Belang ist die Anfertigung von Gold- und Silbertressen; der Handel beschränkt sich fast ganz auf Befriedigung des Bedarfs der Einwohner. - L. wurde im 1. Jahrh. n. Chr. durch einen König Lawa gegründet. In der Zeit der Regierung der Hindukönige war es meist Teil des Reichs Kaschmir; 1013 und 1021 wurde es von dem Ghasnawiden Mahmud genommen, und nach der nochmaligen Einnahme von 1152 durch Chosru war es eine Zeitlang Residenz der Ghasnawiden. 1186 fiel es dem Ghoriden Mohammed zur Beute; 1241 ward es von den Mongolen geplündert, die 1296 hier eine Niederlage erlitten, aber die Stadt 1429 wiedereroberten. 1524 wurde hier der Kaiser von Dehli von dem König Baber von Kabul besiegt. Seitdem gehörte L. zum Reich der Großmoguls und wetteiferte an Pracht und Lebhaftigkeit des Verkehrs mit Dehli. Aber mit dem Verfall des Kaiserreichs sank auch L. in Ruinen. 1764 fiel es in die Hände der Sikh, die es zu ihrer Residenz erhoben. Am 22. Febr. 1846 wurden die Stadt, die Citadelle und ein Teil des Residenzpalastes von der britischen Armee besetzt und 9. März daselbst ein Friedensvertrag zwischen dem Maharadscha Dhulib Singh und der britischen Regierung abgeschlossen. Am 29. März 1849 wurde die Einverleibung Lahors und des ganzen Pandschab in das indobritische Reich proklamiert. Unter der englischen Herrschaft wurde die alte Stadtmauer teilweise abgetragen, das Fort jedoch verteidigungsfähiger gemacht. An Militär steht im Fort L. eine kleine Abteilung der in Mian Mir stationierten 2 Batterien und 1 Regiment Infanterie englischer und je 1 Regiment Infanterie, Kavallerie und Genie indischer Truppen. Den östlichen Teil des Verwaltungsdistrikts L. durchzieht der Hauptgraben des 1849 begonnenen und 1871 mit einem Aufwand von 25 Mill. Mk. fertig gestellten Bari-Duabkanals, durch welchen die Wasser der Rawi über die Felder verteilt und reiche Ernten an europäischen Getreidearten und indischen Hülsenfrüchten erzielt werden; Reis und Baumwolle finden weniger Anbau.

Lahr, Amtsstadt im bad. Kreis Offenburg, an der Schutter und der Linie Dinglingen-L. der Badischen Staatsbahn, 172 m ü. M., hat 2 evangelische und eine kath. Pfarrkirche, einen schönen Stadtpark, ein Amtsgericht, ein Hauptsteueramt, eine Bezirksforstei, ein Gymnasium, eine Handelsschule, eine Taubstummenanstalt, das erste deutsche Reichswaisenhaus (aus den Sammlungen des "Reichsfechtvereins" errichtet), Maßstab-, Pappdeckel-, Ofen- u. Thonwaren- und Schirmfabrikation, bedeutende Zigarren-, Tabak-, Kartonagen- und Baumwollwarenfabrikation, Roßhaarspinnerei, eine große Buchdruckerei und lithographische Anstalt, Fabriken in Zichorien, Hüten, Lederwaren (Saffian), Essig, Leim, Blumen, Wein- u. Obstbau, bedeutenden Handel und (1885) 9937 meist evang. Einwohner. L. gehörte seit 1277 einer Linie der Herren von Hohengeroldseck, kam 1426 an Nassau und 1497 zur Hälfte an Baden, fiel 1629 ersterm ganz zu und erst 1803 endgültig an Baden.

^[Abb.: Wappen von Lahr.]

Lahsa (El Hasa), Landschaft, s. Arabien, S. 723.

Lai (franz., spr. lä), s. Lais.

Laibach (slowen. Ljubljana), Hauptstadt des österreich. Kronlandes Krain sowie ehedem des ganzen Königreichs Illyrien, liegt in einem flachen, von zwei Bergvorsprüngen gebildeten Thal, 303 m ü. M., halbmondförmig um den steilen Schloßberg, an beiden Ufern des Flusses L., der als Poik nach einem 22 km langen Lauf die Adelsberger Grotte durchfließt, dort mehrere unterirdische Bäche aufnimmt, bei Planina als Unz wieder zu Tage tritt, dann abermals auf eine Strecke verschwindet, endlich bei Ober-L. als schiffbare L. wieder hervorbricht u. 11 km unterhalb der Stadt in die Save mündet. L. ist Knotenpunkt der Südbahnlinie Wien-Triest und der Staatsbahnlinie L.-Tarvis und besteht aus der eigentlichen Stadt und acht ehemaligen Vorstädten, wird aber gegenwärtig in fünf Bezirke eingeteilt. Es hat ein freundliches Ansehen und besitzt mehrere größere Plätze, darunter den Kongreßplatz mit der schönen Sternallee und dem Denkmal Radetzkys von Fernkorn, dann den Hauptplatz mit Marmorbrunnen. Die Straßen sind in der innern Stadt eng und meist unregelmäßig, in den Vorstadtbezirken dagegen, namentlich in dem neuen Stadtteil nächst dem Bahnhof, gibt es schöne, breite Gassen. Von den öffentlichen Gebäuden, welche meist dem 17. und 18. Jahrh. angehören, sind besonders die Domkirche zu St. Nikolaus, mit hoher Kuppel, Stuckornamenten und Fresken, und unter den elf andern Kirchen die Jakobs- und Ursulinerinnenkirche, die 1852 eingeweihte evangelische Kirche im byzantinischen Stil und die 1883 beendete Herz-Jesukirche anzuführen; ferner das Rathaus im Renaissancestil, der Bischofshof, das Theater, der Auerspergsche Fürstenhof, die alte Burg, das Landhaus, das Redoutengebäude mit dem Sitzungssaal des Landtags, das Deutsche Haus, das Kasinogebäude etc. Eine römische Wasserleitung versorgt auch jetzt noch einen Teil der Stadt mit Trinkwasser. L. zählt (1880) 26,284 Einw. (40 Proz. Deutsche, 60 Proz. Slowenen) und hat, abgesehen von den städtischen Gewerben, mehrere größere industrielle Etablissements, teils in der Stadt selbst, teils in der nächsten Umgebung, so eine Baumwollspinnerei und -Weberei, Glockengießerei, Eisengießerei und Maschinenwerkstätte, Fabriken für Tuch und Wollwaren, Zündwaren, Gas, Papier, Kaffeesurrogate, Bier und Branntwein, Drahtstifte und Nägel, Leim, Dampfmühlen und eine k. k. Tabaksfabrik. Von Wichtigkeit ist auch der Handel, welcher in den erwähnten Eisenbahnlinien, dann in Bezug auf Kredit in der Krainischen Eskomptegesellschaft seine Förderung findet. Von Bildungsanstalten sind anzuführen: ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, eine Lehrer- u. Lehrerinnenbildungsanstalt, eine theologische Lehranstalt und ein bischöfliches Seminar eine Lehr- und Erziehungsanstalt der Ursulinerinnen, eine Handelslehranstalt, gewerbliche Fortbildungsschule, eine Studienbibliothek etc. Außerdem sind zu nennen: eine Landwirtschaftsgesellschaft, welche eine Tierarzneischule und

^[Abb.: Wappen von Laibach.]