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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Laibung - Laigle.

ein Tierspital erhält, eine Philharmonische Gesellschaft (mit Musikschule), ein Landesmuseum mit wertvollen kulturhistorischen und naturgeschichtlichen Sammlungen, namentlich Funden aus dem Laibacher Moor (s. unten), ein Historischer Verein, der Verein Matica slovenska zur Hebung der slowenischen Litteratur, eine Sparkasse, ein Leihhaus, Krankenhaus mit Irren- und Gebäranstalt und ein Zwangsarbeitshaus. L. ist der Sitz der Landesregierung von Krain, eines Landesgerichts, einer Bezirkshauptmannschaft für die Umgebung von L. (die Stadt selbst hat autonome Verwaltung), eines Bischofs, des Militärdivisionskommandos, eines Revierbergamtes, einer Finanzdirektion, eines Hauptzollamtes, einer Handels- und Gewerbekammer. Der Schloßberg, welcher sich 76 m über der Stadt erhebt, trägt ein weitläufiges, 1813 von den Franzosen teilweise zerstörtes Kastell (jetzt Gefängnis), den einzigen Rest der 1416-1520 aufgeführten, seit Anfang dieses Jahrhunderts jedoch beseitigten Befestigungen von L., ferner einen Uhrturm und schöne Anlagen, welche eine herrliche Aussicht über Stadt und Land gewähren. Die Umgebungen von L. bieten schöne Spaziergänge dar, so nach dem städtischen (ehemals Radetzky gehörigen) Gute Tivoli mit ausgedehnten Anlagen und einem Denkmal des Feldmarschalls; sie enthalten zahlreiche Landsitze und Schlösser (Grabenbrunn, Thurn, Rosenbüchel, Kaltenbrunn etc.). Die 23,000 Hektar des nahen Laibacher Moors sind durch Herstellung des Gruberschen Kanals (1780) sowie durch spätere, auch jetzt noch andauernde Entsumpfungs- und Meliorationsarbeiten schon zur Hälfte kulturfähig geworden und bieten in dem noch nicht entsumpften Teil Fasertorf als gutes Brennmaterial. Die Südbahn durchschneidet das Moor mit einem 2300 m langen Bahndamm. Neuerdings wurden hier interessante Entdeckungen von Pfahlbauten gemacht. - L. befindet sich nach gewöhnlicher Ansicht an der Stelle des keltorömischen Ämona oder Hämona, welches nach andrer Ansicht bei dem heutigen Igg zu suchen ist. Jedenfalls ist es auf römischer Grundlage erbaut und nach deren Verfall in den Stürmen der Völkerwanderung in der avaroslawischen Epoche von den Slowenen neu besiedelt und benannt worden. Seit dem 12. Jahrh. blühte mit deutscher Ansiedelung der günstig gelegene Ort, besonders unter den Kärntner Herzögen aus dem Hause Sponheim-Lavantthal. Die Namen der Vorstädte Tyrnau und Krakau spiegeln den slawischen Charakter der Pfahlbürgerschaft ab. 1270 wurde L. als Erbschaft des letzten Sponheimers von Ottokar von Böhmen eingenommen und 1416 zur Stadt erhoben. Die Errichtung des Bistums erfolgte 1461. L. spielte auch in der Reformationszeit eine wichtige Rolle als erster Wirkungskreis des bekannten Primus Truber. 1797 zogen die Franzosen hier ein, die 1805 und 1806 wieder erschienen. Nachdem das verschanzte Lager der Österreicher zu L. 23. Mai 1809 an die Franzosen unter Mortier kapituliert hatte, wurde die Stadt vom Oktober d. J. bis 1813 der Sitz des französischen Generalgouverneurs der illyrischen Provinzen. Die Stadt ist auch historisch bekannt geworden durch den Laibacher Kongreß, welcher im Januar 1821 hier eröffnet wurde, bis zum Mai dauerte und bezweckte, durch gemeinschaftliche Beratungen die Ruhe Italiens zu sichern und die alte Ordnung der Dinge in Neapel und Sizilien wiederherzustellen. Es versammelten sich hier die Kaiser von Österreich und von Rußland, der König beider Sizilien und der Herzog von Modena. Die Folge der Laibacher Beschlüsse war der Umsturz der liberalen Verfassung in Neapel durch österreichische Truppen. Vgl. A. Müllner, Emona (Laib. 1879); Vrhovec, Die fürstliche Landeshauptstadt L. (das. 1887); Richter, Geschichte der Stadt L. bis 1461 (in Kluns "Archiv für Geschichte Krains", Heft 2 u. 3).

Laibung (Leibung), in der Architektur die bei Öffnungen im Mauerwerk ganz oder beinahe winkelrecht auf die Mauerflucht stoßenden und daher im Äußern nicht sichtbaren Flächen der Pfeiler. Bei Fenstern kommt meist nur innen eine L. vor. Bei Bogen und Gewölben versteht man unter L. die innern gekrümmten Flächen (s. Gewölbe).

Laich., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Johann Nepomuk v. Laicharting, geb. 4. Febr. 1754 zu Innsbruck, starb 7. Mai 1797 als Professor daselbst ("Tiroler Insekten", Zürich 1781-83, 2 Bde.; "Vegetabilia europaea", 1790-92, 2 Bde.).

Laichen, das Ablegen des Laichs, d. h. der mittels einer klebrigen Masse (Gallerte, Schleim) zu Haufen, Schnüren, Rollen etc. vereinigten Eier, wie es sehr viele Fische, Amphibien, Schnecken, Tintenschnecken, Insekten und Würmer thun. Der Klebstoff wird entweder im Eileiter oder in besondern Drüsen erzeugt, quillt meist bei Berührung mit Wasser stark auf und löst sich nach längerer Zeit so weit, daß die ausschlüpfenden Jungen ihn ohne Schwierigkeit durchbrechen.

Laichingen, Dorf im württemberg. Donaukreis, Oberamt Münsingen, hat eine evang. Pfarrkirche, eine Privatirrenanstalt, Leinwandfabrikation und (1885) 2753 Einw.; L. war früher Stadt.

Laien (v. griech. laos, Volk), in der kathol. Kirche alle, welche nicht zum Klerus (s. d.) gehören. Der Gegensatz zwischen Klerus und L. wird durch die Ordination (s. d.) geschaffen. Die L. sind von aller Teilnahme an der Kirchenleitung ausgeschlossen und haben sich den Anordnungen des Klerus auf dem Gebiet des Kultus, der Sitte und des Glaubens unterzuordnen. Den prinzipiellen Gegensatz hat die evangelische Kirchenlehre aufgehoben. Im übertragenen Sinn versteht man unter L. überhaupt Ungelehrte, Uneingeweihte.

Laienabt (Abba Comes), s. Abt.

Laienbrüder und Laienschwestern, die ohne die vollen Ordensgelübde dienenden Brüder in Mönchs- und Schwestern in Nonnenklöstern; s. Kloster.

Laienpension, die durch einen Laien von einem Kirchengut bezogene Pension, wie sie z. B. den Nachkommen von Gründern frommer Stiftungen zuweilen vertragsmäßig zukommt.

Laienpfründe, in der protest. Kirche eine geistliche Pfründe, in deren Besitz sich ein Laie befindet, wie dies namentlich mit den Domherrenstellen der Fall ist.

Laienpräbénden, auf Lebenszeit ausgesetzte Unterstützungen für Hilfsbedürftige aus kirchlichen Stiftungen und aus sonstigem kirchlichen Vermögen.

Laienpriester, s. v. w. Weltgeistlicher.

Laienschule, s. Kommunalschule.

Laienspiegel (Speculum populare), ein zuerst im J. 1509 herausgegebenes und 1511 vermehrtes Rechtsbuch, verfaßt von Ulrich Tenngler, 1479-83 Stadtschreiber in Nördlingen, später Landvogt in Höchstädt, handelt in drei Büchern von den Gerichtspersonen und dem Privatrecht, vom Prozeß und vom Kriminalrecht. Als Muster eines förmlichen Prozesses ist dem zweiten Buch ein Prozeß zwischen dem Teufel und der Menschheit beigegeben, welch letztere dabei von der Jungfrau Maria verteidigt wird.

Laigle (L'Aigle, spr. lähgl), Stadt im franz. Departement Orne, Arrondissement Mortagne, an der