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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Laudes; Laudes episcŏpi; Laudieren; Laudisten; Laudon; Lauenburg

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Laudes - Lauenburg.

stane bei Berwick. Unter seinen vielen Flugschriften über irische und indische Finanzen etc. ist hervorzuheben: "An inquiry into the nature and origin of public wealth" (Edinb. 1804), worin er als Gegner der Theorien Adam Smiths auftritt. Gegenwärtiger Inhaber des Titels ist der Admiral Thomas Maitland, elfter Graf von L., geb. 3. Febr. 1803; ein Seitenverwandter war der Konteradmiral Sir Frederick Lewis Maitland, geb. 1777, der als Marineoffizier 1815 Napoleon I. an Bord des von ihm befehligten Bellerophon aufnahm und 30. Nov. 1839 als Oberbefehlshaber in den indischen Meeren starb.

Laudes (lat., "Lobgesänge"), in der katholischen Kirche eins der täglichen Breviergebete, welches gewöhnlich mit der Mette (s. d.) verbunden wird und der Vesper entspricht. Einen Hauptteil desselben bildet das sogen. Benedictus (s. d.). Im musikalischen Sinn sind L. (ital. laudi) schlicht gefaßte hymnenartige Gesänge, welche bereits Animuccia und Palestrina schrieben.

Laudes episcŏpi (lat., "bischöfliche Lobgesänge"), in Frankreich alte Kirchengesänge, welche noch bis zur Revolution an hohen Festen in einigen Kathedralen von den Kanonikern gesungen wurden.

Laudieren (lat.), loben; in Vorschlag bringen; in der Gerichtssprache s. v. w. benennen, angeben, z. B. einen Zeugen (vgl. Laudatio auctoris).

Laudisten (mittellat., "Hymnensänger"), früher in Italien, besonders in Florenz, eine Gesellschaft von Sängern, die in weißen Kleidern mit brennenden Kerzen durch die Straßen zogen und vor gewissen Kirchen (einstimmige) fröhliche Lobgesänge sangen.

Laudon (auch Loudon), Gideon Ernst, Freiherr von, berühmter österr. Feldherr, geb. 2. Febr. 1716 zu Tootzen in Livland aus einer ursprünglich schottischen Familie; trat 1732 in russische Dienste, wohnte 1734 der Belagerung von Danzig bei, ging 1735 mit den russischen Hilfstruppen an den Rhein und von da zurück an den Dnjepr, wo er an den Feldzügen 1736-39 gegen die Türken teilnahm. Nach dem Frieden ging er nach Petersburg, um sich über mehrere Unbilligkeiten zu beschweren, trat jedoch, da er seinen Zweck nicht erreichte, aus den russischen Diensten und, da ihm der Eintritt in schwedische nicht behagte, Friedrich II. von Preußen sein Gesuch um Aufnahme in die preußische Armee abwies, 1742 in österreichische Dienste und wurde, anfänglich für die reguläre Armee bestimmt, Hauptmann in dem slawonischen Freikorps v. d. Trencks, als welcher er 1744 schwer verwundet wurde. In den v. d. Trenckschen Prozeß mit verwickelt, rechtfertigte er sich durch die erhaltenen Befehle und erhielt nach harter Notlage darauf eine Majorsstelle im Liccaner Grenzregiment. In diese Zeit fällt seine Heirat und der Übertritt zum Katholizismus. Sein Dienst an der Grenze wurde ihm durch den Vorgesetzten Petrazzi verleidet. Beim Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs wurde er, von dem Hofkriegsratspräsidenten Neipperg wiederholt barsch abgewiesen und dem Mangel preisgegeben, auf Kaunitz' Verwendung als Oberstleutnant mit einer Kroatenabteilung nach Böhmen zum Feldmarschall Browne geschickt, führte beim Rückzug aus Sachsen einen glücklichen Streich auf Tetschen aus und ward für seine Teilnahme an dem Überfall von Hirschfeld im Februar 1757 zum Obersten befördert. Nach der Schlacht von Kollin brachte er Keith auf dessen Rückzug große Verluste bei und führte mehrere Monate an der Elbe den kleinen Krieg, bis er im August den Befehl über die leichten österreichischen Truppen bei der Reichsarmee bekam, mit der er die Schlacht von Roßbach mitmachte. Zum Generalmajor befördert, nahm er 30. Juni 1758 in dem Defilee von Domstadtl bei Olmütz einen großen Wagenzug der Preußen weg, wofür er zum Feldmarschallleutnant ernannt wurde. Auch in der Schlacht bei Hochkirch that er sich hervor und wurde mit dem Großkreuz des Maria Theresienordens und dem Freiherrentitel belohnt. Im Frühjahr 1759 befehligte er ein Korps von 18,000 Mann an der schlesischen Grenze und bewerkstelligte 3. Aug. seine Vereinigung mit den Russen. Am Tag der Schlacht bei Kunersdorf (12. Aug.) entriß er seinem Gegner den schon erkämpften Sieg, trennte sich aber darauf von den unthätigen Verbündeten und zog in beschwerlichen Märschen nach Österreichisch-Schlesien und Mähren. Maria Theresia ernannte ihn zum Feldzeugmeister; die russische Kaiserin beschenkte ihn mit einem kostbaren Degen. 1760 erhielt L. das Kommando über ein Korps von 36,000 Mann, das nach Schlesien vordringen sollte. Hier schlug er 23. Juni den General Fouqué bei Landeshut, erstürmte Glatz, belagerte aber Breslau vergeblich. Am 15. Aug. verlor er die Schlacht bei Liegnitz, was er Daun und besonders Lacy, den er als seinen persönlichen Gegner ansah, schuld gab. Nach beendeten Kriegskonferenzen in Wien ging er im März 1761 nach Schlesien, wo er unabhängig vom Hauptheer Dauns ein 60,000 Mann starkes Heer befehligte, welches sich 12. Aug. mit den Russen vereinigte; aber die verbündete Armee wurde durch Friedrichs befestigtes Lager bei Bunzelwitz in Schach gehalten. Dagegen gelang es L., 1. Okt. das wichtige Schweidnitz durch Überrumpelung in seine Gewalt zu bringen. 1762 erhielt L. infolge von gegnerischen Ränken kein Kommando und ward auch nach dem Krieg hinter Daun und Lacy zurückgesetzt. 1766 wurde er in den Hofkriegsrat berufen, 1769 mit dem Generalkommando in Mähren betraut und 1778 zum Feldmarschall ernannt. Beim Ausbruch des bayrischen Erbfolgekriegs stand er im März 1778 in Böhmen dem Prinzen Heinrich von Preußen gegenüber. Als Befehlshaber in Kroatien schlug er im August 1788 die Türken bei Dubitza, eroberte diesen festen Platz und erstürmte Novi. Im Feldzug von 1789 eroberte er an der Spitze des kroatisch-slawonischen Heers Türkisch-Gradisca, führte während der Krankheit des Feldmarschalls Haddik auch den Oberbefehl über das Hauptheer, nahm 8. Okt. Belgrad und Semendria und beendete, zum Generalissimus ernannt, den Feldzug glorreich. 1790 erhielt er den Oberbefehl über die gegen Preußen zusammengezogene Armee und starb 14. Juli d. J. in Neutitschein. Mit seinem Neffen Alexius, Freiherrn v. L., österreichischem Feldmarschallleutnant (geb. 1762 zu Riga, gest. 22. Nov. 1822), erlosch sein Name. Vgl. Janko, Leben des Feldmarschalls v. L. (Wien 1869); Derselbe, L. im Gedicht und Lied seiner Zeitgenossen (das. 1880).

Lauenburg (Sachsen-L.), ein ehemaliges Herzogtum in Niedersachsen, auf dem rechten Elbufer, grenzt im W. an Hamburg und Holstein, im N. an letzteres, an das Gebiet von Lübeck und an das mecklenburg-strelitzische Fürstentum Ratzeburg, im O. an Mecklenburg-Schwerin, im S. an Hannover und bildet seit 1876 einen Kreis in der preußischen Provinz Schleswig-Holstein (s. d.). Jetziger Hauptort ist Ratzeburg.

Im frühern Mittelalter war L. von dem wendischen Stamm der Polaben bewohnt und wurde unter den welfischen Herzögen ein Teil Sachsens. Heinrich der Löwe gründete 1154 das Bistum Ratzeburg; als er 1180 gestürzt wurde, belehnte Friedrich I. Bernhard von Askanien mit Sachsen. 1203 kam L. an