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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Louisiana; Louisville; Loulé; Loupe; Lour.; Lourdes; Loure; Lourenço Marquez; Louth; Louther Hills; Loutherbourg

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Louisiana (Stadt) - Louther Hills.

zog, lösten sich diese auf, und die Demokraten gelangten zur Herrschaft, was eine massenhafte Auswanderung der Neger zur Folge hatte. Vgl. King, Journeys in L. (Hartf. 1875); Martin, History of L. (New Orleans 1882); Gayarré, History of L. (3. Aufl., das. 1885, 4 Bde.).

Louisiana, Stadt im nordamerikan. Staat Missouri, am Mississippi, den hier eine großartige Eisenbahnbrücke überspannt, mit einer höhern Schule (Pardee College) und (1880) 4325 Einw.

Louisville (spr. lūĭsw'ill), wichtigste Stadt des nordamerikan. Staats Kentucky, am linken Ufer des Ohio, der hier Stromschnellen bildet, die durch einen 4 km langen Kanal umgangen werden, ist schön und regelmäßig gebaut, mit zahlreichen Squares und schönen Gärten in den Vorstädten. Eine 1590 m lange Brücke verbindet es mit Jeffersonville in Indiana. Unter den öffentlichen Gebäuden sind Stadthaus, Gerichtshof und Gewerbepalast die hervorragendsten; unter den 97 Kirchen verdient die kath. Kathedrale den ersten Platz. L. hatte 1870: 100,753, 1880: 123,758 Einw., worunter 13,463 Deutsche waren, 1885: 130,000 Einw. Seine Industrie ist bedeutend. Im J. 1880 beschäftigten 1108 gewerbliche Anstalten 17,448 Arbeiter und stellten Produkte im Wert von 35½ Mill. Doll. her. Dem Wert nach klassifizieren sich diese Anstalten wie folgt: 23 Schlächtereien (4¼ Mill. Doll.), 63 Tabaks- und Zigarrenfabriken, 32 Gießereien und Maschinenbaustätten, 18 Lederfabriken, 15 Brennereien, 6 Fabriken für Herstellung von Ackerbaugeräten, 35 Kleiderfabriken, 36 Druckereien, 20 Brauereien etc. L. ist Hauptmarkt für Tabak, Schweinefleisch, Whiskey und Pferde. Unter den zahlreichen mildthätigen Anstalten sind ein Marinehospital, eine Blindenschule, Waisenhäuser etc. zu erwähnen. Von Bildungsanstalten sind zu nennen: eine Universität, ein großes Lehrerseminar für Schwarze, die städtische Bibliothek mit Museum und die Bibliothek des Historischen Vereins. L. wurde 1772 abgesteckt, aber erst 1778 das erste Blockhaus errichtet. 1780 erhielt es zu Ehren Ludwigs XVI. von Frankreich, des ersten Verbündeten der Republik, den Namen L., hatte aber 1800 erst 600 Einw.

Loulé (spr. lo-ĭlē oder lolē), reizend gelegene alte Stadt in der portug. Provinz Algarve, mit Mauern und Türmen aus der Maurenzeit, hat eine große Kirche, Korbflechterei und (1878) 14,448 Einw. In der Nähe die Wallfahrtskirche Nossa Senhora de Piedade.

Loulé (spr. lo-ĭlē oder lolē), Marquis von, Günstling Johanns VI. von Portugal, geb. 1785 zu Lissabon, ward mit dem Prinz-Regenten (nachherigen König Johann VI.) erzogen und 1807 zum Marquis ernannt. Als eifriger Anhänger Napoleons I. führte er diesem 8000 Mann nach Frankreich zu und focht mit Auszeichnung bei Wagram und Smolensk. Während der Hundert Tage geleitete er Ludwig XVIII. nach Gent, ging dann nach Brasilien und wurde Johanns VI. Großstallmeister. Seine konstitutionellen Gesinnungen zogen ihm den Haß der Absolutistenpartei, besonders des Infanten Dom Miguel, zu, und als er nicht darein willigen wollte, den König unter die Kontrolle eines Familienrats zu stellen, ließ ihn Dom Miguel 1. März 1824 im Palast Salvatiera ermorden. - Sein Sohn, Herzog von L., geb. 1801, wurde 1826 Herzog von L. und vermählte sich 1827 mit der Infantin Anna da Jesus Maria von Portugal. Er war 1857-59, 1862-65 Minister und 1869 auch Präsident des Ministeriums, bis er 19. Mai 1870 von Saldanha gestürzt wurde. Er starb 23. Mai 1875 in Lissabon.

Loupe (franz., spr. luhp), s. Lupe.

Lour., bei botan. Namen Abkürzung für Juan Loureiro, portug. Jesuit, geb. 1715 zu Lissabon, Missionär in Ostasien, gest. 1796 in Lissabon. Schrieb: "Flora cochinchinensis" (1790; 2. Aufl. von Willdenow, 1798).

Lourdes (spr. lurd), Stadt im franz. Departement Oberpyrenäen, Arrondissement Argelès, am Gave de Pau und der Südbahn, hat ein altes, einst sehr festes Schloß, das malerisch aus einem Felsen über der Stadt liegt und ehemals als Staatsgefängnis diente (jetzt Kaserne), ein Tribunal, eine Ackerbauschule, Marmor- und Schieferbrüche, starken Viehhandel und (1886) 5427 Einw. Die in der Nähe gelegene Grotte von Massavielle ist durch die angebliche Erscheinung der Jungfrau Maria 1858 berühmt geworden und bildet seitdem den Anziehungspunkt für viele Tausende von Wallfahrern. Das Wasser der in der Grotte entspringenden Quelle wird als wunderwirkend weithin versandt. Über dem Felsen der Grotte erhebt sich seit 1878 eine schöne Kirche; auch haben sich daselbst Kapellen, Klöster, Hotels, Verkaufsläden etc. angesiedelt.

Loure (franz., spr. luhr), Name eines veralteten, der Sackpfeife ähnlichen Instruments in der Normandie, danach auch eines Tanzes im Tripeltakt mit merklicher Hervorhebung des Taktanfangs.

Lourenço Marquez, Ort, s. Delagoabai.

Louth (spr. lauth), Küstengrafschaft in der irischen Provinz Leinster, erstreckt sich vom Carlingford Lough bis zum Boyne und umfaßt 818 qkm (14,9 QM.) mit (1881) 77,684 (1861: 107,657) Einw. Mit Ausnahme der Halbinsel zwischen den Baien von Dundalk und Carlingford, welche von einem an 596 m hohen Hügelzug eingenommen wird, und der im S. der Grafschaft gelegenen Ausläufer der Hügel von Meath (240 m) besteht L. aus fruchtbaren Ebenen. Von der Oberfläche sind 33 Proz. Ackerland, 60 Proz. Wiesen und Weiden und 2,1 Proz. Wald. An Vieh zählte man 1885: 10,895 Pferde, 42,123 Rinder, 42,024 Schafe und 15,913 Schweine. Ackerbau und Viehzucht bilden die Hauptbeschäftigung. Nur in Dundalk und Drogheda befinden sich größere Fabriken. Ersteres ist Hauptstadt. Die ehemalige Hauptstadt, nach welcher die Grafschaft genannt wird, liegt 10 km von Dundalk und ist zu einem armen Dorf mit 261 Einw. herabgesunken.

Louth (spr. lauth), Stadt in Lincolnshire (England), am Ostfuß der Wolds und am Flüßchen Ludd, mit gotischer Kirche, Fabrikation von Teppichen, Koltern, landwirtschaftlichen Geräten etc. u. (1881) 10,691 Einw.

Loutherbourg (eigentlich Lutherburg), Philipp Jakob, Maler und Radierer, auch bekannt als Charlatan und Anhänger Cagliostros, geb. 31. Okt. 1740 zu Straßburg, kam 1755 nach Paris, wo er bei Casanova lernte, wurde Mitglied der Akademie von Marseille und 1768 der Pariser. 1771 ging er nach England, wo er eine reiche Thätigkeit entfaltete. Er starb 11. März 1812 in Chiswick. Von seinen Gemälden sind zu nennen: der Sturm auf Valenciennes, dem er selbst beigewohnt hatte; Howes Sieg über die französische Flotte 1794; Niederlage der spanischen Armada 1588; Brand in London 1666; Sieg des Admirals Duncan über die holländische Flotte 1797. Seine geätzten Arbeiten, 6 Blätter Bauern, 12 Blätter Soldaten, 4 Blätter Tageszeiten, Landschaften etc., sind sehr geschätzt.

Louther Hills (spr. lohther; auch Lowthers), Hügelgruppe im südlichen Schottland, zwischen dem obern Clyde und Nith, 732 m hoch, mit den Bleigruben von Leadhills und Wanlockhead.