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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Luft - Luftpumpe.

Luft, im allgemeinen jeder gasförmige Körper, weshalb man auch von Luftarten spricht; im engern und gewöhnlichen Sinn die atmosphärische L., d. h. das wesentlich aus Stickstoff und Sauerstoff bestehende Gasgemenge, welches die Atmosphäre (s. d.) der Erde bildet. Alkalische L., s. v. w. Ammoniak; brennbare L., s. v. w. Wasserstoff; fixe L., s. v. w. Kohlensäure; hepatische L., s. v. w. Schwefelwasserstoff.

Luftansammlung (Pneumatosis), krankhafte Ansammlung von Luft in den Lungen, im Darm, im Brustfellsack (s. Pneumothorax), in den Blutgefäßen, bisweilen auch in Geweben. Die übermäßige L. im Magendarmkanal wird als Meteorismus, die in den Lungenbläschen als Lungenemphysem, die im Unterhautzellgewebe als Emphysem (s. d.) etc. bezeichnet. Die Luftansammlungen an Körperstellen, wo sich im Normalzustand keine Luft befindet, entstehen auf verschiedene Weise. Meist ist die Luft von außen (z. B. bei Operationen) oder aus den lufthaltigen Teilen des Organismus (bei Krankheiten derselben) in die betreffenden Körperstellen eingedrungen. Es können aber auch Gase an Ort und Stelle durch Fäulnis entstehen, so z. B. in der Gebärmutter nach der Geburt aus Blutgerinnseln und Fötalresten. Im allgemeinen wirken die Luftansammlungen wie ein fremder Körper, welcher die Organhöhlen und Gewebe teils auseinander drängt, teils Entzündung derselben bewirkt, teils auch raschen Tod zur Folge hat.

Luftarten, s. Gase.

Luftbad, s. Bad, S. 225.

Luftballon (spr. -lóng), s. Luftschiffahrt; auch Name eines Sternbildes unter dem Steinbock, westwärts vom südlichen Fisch, nur aus kleinen Sternen bestehend, von Lalande aufgestellt.

Luftbewegungsmaschinen (Lufttransportmaschinen), mechanische Vorrichtungen, welche luftförmige Körper aus einem Raum in einen andern überführen. Gebläse, Ventilatoren, Luftkompressoren, Kompressionspumpen oder Luftverdichtungsmaschinen (s. d.) bewirken eine Zunahme des Luftdrucks in dem Raum, in welchen die Luft eingeführt wird, Exhaustoren, Luftpumpen dagegen eine Verminderung des Luftdrucks in dem Raum, aus welchem die Luft entnommen wird.

Luftblume, s. Aërides.

Luftdouche, s. Klystier.

Luftdruck, s. Atmosphäre, Barometer und Wetter.

Luftdruckmaschine, Luftdruckpumpe, s. v. w. Luftverdichtungsmaschine.

Luftelektrizität, s. Atmosphäre, S. 12.

Luftexpansionsmaschine, s. v. w. kalorische Maschine.

Luftfeder, s. v. w. Luftpuffer.

Luftförmige Körper, s. Gase.

Luftgänge (Lufträume, Canales aëreae), mit Luft erfüllte Intercellularräume in der Pflanze, finden sich bei vielen Wasser- und Sumpfpflanzen, aber auch bei vielen Gräsern etc. Bisweilen werden sie durch dünnere oder dickere Querplatten, die Diaphragmen, in Kammern abgeteilt.

Luftgas, s. Leuchtgas, S. 736, und Stickstoff.

Luftgeister, s. Astralgeister.

Luftgeschwulst, s. v. w. Emphysem.

Luftgütemesser, s. v. w. Eudiometer.

Luftholz, s. v. w. Amarantholz.

Luftkissen, zusammenlegbares Kissen aus luftdichtem Gewebe, mit einem Ventil versehen, welches gestattet, durch Einblasen das Kissen mit Luft zu füllen, aber auch die Luft wieder abzulassen. Die gebräuchlichsten L. sind ringförmig, mit hohlem Raum in der Mitte. Sie gewähren ein kühles, stets weiches Lager und werden auf Reisen und in der Krankenpflege zur Vermeidung des Auf- oder Durchliegens benutzt.

Luftkolik, s. Koppen der Pferde.

Luftkompressoren, s. Luftverdichtungsmaschine.

Luftkraftmaschine, s. v. w. kalorische Maschine.

Luftkreis, s. Atmosphäre.

Luftmaschine, s. Heißluftmaschinen, Feuerluftmaschinen, Luftpumpe und Luftverdichtungsmaschinen.

Lufton, der Sohn eines Freimaurers, s. Freimaurerei, S. 652.

Luftperspektive, s. Perspektive.

Luftpresse, s. Auslaugen.

Luftprüfer, ein von Lambrecht in Göttingen angegebenes Instrument zur Beurteilung des Feuchtigkeitsgehalts der Zimmerluft. Es ist ein Haarhygrometer, dessen Zeiger den relativen Feuchtigkeitsgehalt der Luft angibt. Über den Ziffern für relative Feuchtigkeit sind aber außerdem Temperaturgrade angebracht, und in der Mitte steht die Vorschrift: "Der Zeiger des Hygrometers soll auf denselben Temperaturgrad zeigen, den ein neben dem L. hängendes Thermometer angibt". Ist dies der Fall, dann besitzt die Zimmerluft innerhalb derjenigen Temperaturgrenzen, die für den Aufenthalt im Zimmer maßgebend sind, denjenigen Feuchtigkeitsgrad, welcher nach Erfahrung und speziellen Untersuchungen am zweckmäßigsten ist. Der L. ist auch als meteorologisches Instrument verwendbar. Wenn der Zeiger mit dem Thermometer übereinstimmt, so liegt der Taupunkt der Luft bei 12,5°; steht der Zeiger im Freien um 12,5° höher als das Thermometer, so liegt der Taupunkt bei 0°, und es ist eine bekannte Regel, daß Nachtfrost eintritt, wenn der Taupunkt des Abends unter 0° sinkt. Anderseits tritt bei einem Taupunkt von 16,5-17° und mehr fast regelmäßig Gewitter ein, und man hat daher ein solches zu erwarten, wenn der L. im Freien um 4° oder mehr unter dem Thermometer steht. Vgl. Fleischer, Gesunde Luft (Götting. 1885).

Luftpuffer (Luftfeder), ein einseitig verschlossener, starkwandiger Cylinder, in welchem ein Kolben luftdicht beweglich ist. Wird der Kolben in den Cylinder hineingestoßen, so übt die komprimierte Luft einen Gegendruck aus, ähnlich wie eine Metall- oder Kautschukfeder. Man benutzt den L. bei Dampfmaschinensteuerungen zur Erzielung präzisen Öffnens und Schließens der Ventile und bei Eisenbahnwagen, um beim Zusammenschieben der einzelnen Wagen die Heftigkeit des Stoßes zu vermindern.

Luftpumpe (hierzu Tafel "Luftpumpen"), im allgemeinen jeder Apparat zur Herstellung eines luftleeren oder luftverdünnten Raums, im besondern die 1650 von Otto v. Guericke erfundene, mit einem Pumpenkolben arbeitende Maschine. Das Wesen der letztern zeigt die in chemischen Laboratorien gebräuchliche Handluftpumpe (s. Textfig. 1). In dem Stiefel NN, einem hohlen Messingcylinder, kann der luftdicht schließende Kolben M auf und ab bewegt werden. Der Kanal kldefgh führt vom Stiefel zu dem Raum, aus welchem die Luft gezogen werden soll; dieser Raum besteht häufig aus einer am Rand sorgfältig abgeschliffenen Glasglocke, Rezipient genannt, welche auf den eben geschliffenen Teller ii luftdicht aufgesetzt werden kann. Der Kolben ist zusammengesetzt aus dem mit einer Lederkappe gedichteten hohlen Messingstück O und dem von untenher