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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lugols Jodlösung; Lugos; Lugūbre; Lugubrität; Lügumkloster; Luhatschowitz; Lühe; Luhi; Lui; Luīni; Luīno; Luis de Leon; Luise

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Lugols Jodlösung - Luise.

Seelen (1884 auf 424,000 geschätzt), d. h. 42 pro QKilometer. Dieselbe lebt hauptsächlich von Ackerbau und Viehzucht, während Handel und Industrie wegen der mangelhaften Verkehrsmittel im Innern (das galicische Eisenbahnnetz ist noch im Bau) und des Mangels an guten Häfen von keiner Bedeutung sind. Waldungen, Weidetriften, Erzgänge (auf Eisen, Blei, Antimon) und Mineralquellen sind reichlich vorhanden; die Ebenen und Thäler zeichnen sich durch fruchtbaren Boden aus. Landwirtschaftliche Produkte sind insbesondere: Getreide, Bauholz, Flachs, Wolle, Käse. Die wichtigern Industriezweige sind Leinweberei und Thonwarenindustrie. An der Küste werden auch Fischfang und Ausfuhr von gesalzenen Fischen betrieben. Die Provinz umfaßt elf Gerichtsbezirke (darunter Mondoñedo, Rivadeo, Vivero). Die gleichnamige Hauptstadt liegt am linken Ufer des Minho und an der Eisenbahn Leon-Gijon, ist von uralten Mauern mit Türmen umgeben und hat 5 Kirchen, ein theologisches Seminar und (1884) 19,701 Einw., welche Gerberei und Leinweberei, Kremortartarifabrikation und Handel mit Vieh und gepökeltem Fleisch treiben. Dabei heilkräftige, schon zur Zeit der Römer berühmte Schwefelquellen (von 32-38° C.). L. ist Sitz eines Gouverneurs und eines Bischofs. Die Stadt ward von den Römern unter dem Namen Lucus Augusti gegründet. -

2) Kreishauptstadt in der ital. Provinz Ravenna, an der Eisenbahn Bologna-Ravenna, hat (1881) 9198 Einw., lebhaften Handel mit Getreide, Wein, Vieh, Hanf und Seide, einen großen, für die ganze Romagna wichtigen Jahrmarkt (1.-30. Sept.), ein Lyceum, ein Gymnasium, eine technische Schule und eine Kommunalbibliothek (15,000 Bände).

Lugols Jodlösung, Lösung von 1,2 Teil Jod und 1,8 Teil Jodkalium in 30 Teilen Wasser, dient in der Chirurgie zu Injektionen und Waschungen.

Lugos (spr. lúgosch), Markt im ungar. Komitat Krassó-Szörény, an der Österreichisch-Ungarischen Staatsbahn (Temesvár-Orsova), besteht aus den durch den Temesfluß geschiedenen Orten Deutsch- und Rumänisch-L. mit (1881) 11,287 deutschen, rumänischen und ungar. Einwohnern, trefflichem Weinbau, lebhaftem Handel, Dampfmühlen und Obergymnasium. L. ist Sitz eines griechisch-katholischen Bischofs, eines Domkapitels und eines Gerichtshofs. Während der ungarischen Revolution (1849) war L. der letzte Zufluchtsort der ungarischen Armee und Regierung.

Lugūbre (ital.), traurig.

Lugubrität (lat.), Trauer, Düsterheit.

Lügumkloster, Flecken in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, Kreis Sondern, an der Lohbek, hat eine schöne evang. Kirche eines ehemaligen (1174 gestifteten, 1648 aufgehobenen) Cistercienser-Mönchsklosters, ein Amtsgericht und (1885) 1337 Einw.

Luhatschowitz, Dorf in der mähr. Bezirkshauptmannschaft Ungarisch-Brod, am Abhang der Karpathen, mit Schloß, (1880) 945 Einw. und einer jod- und bromhaltigen Kochsalzquelle. Vgl. Küchler, Der Kurort L. (Wien 1883).

Lühe, linksseitiger Nebenfluß der Elbe im preuß. Regierungsbezirk Stade, heißt im obern Lauf Aue, ist von Horneburg ab 10 km weit schiffbar und mündet bei dem Dorf L.

Luhi, Name eines kleinen Territoriums, das zu dem von Ruthenen bewohnten Dorf Holubina (im ungarischen Komitat Bereg) gehört, und auf dem die alkalischen Säuerlinge Margareten-Heilquelle und L.-Elisabethquelle entspringen. Diese werden (namentlich in Görbersdorf) gegen Katarrhe der Luftwege mit ausgezeichnetem Erfolg gebraucht.

Lui, Reich im zentralen Südafrika, s. Marutse-Mambunda.

Luīni (Luvino), Bernardino, ital. Maler der mailändischen Schule, geboren zwischen 1475 und 1480 zu Luino am Lago Maggiore, war zwischen 1500 und 1533 als Fresko- und Tafelmaler in Mailand und an andern Orten Oberitaliens thätig. Er war anfangs Schüler des Ambrogio Borgognone, wofür besonders seine Pietà in der Kirche Santa Maria della Passione in Mailand spricht, entwickelte sich aber vorzugsweise unter dem Einfluß des Leonardo da Vinci, aus dessen Namen früher viele von Luinis Tafelbildern gingen. Seelenvolle Köpfe, Zartheit der Färbung, Lieblichkeit der Formen charakterisieren ihn; von Leonardos großartiger Kompositionsweise und feuriger Energie dagegen hat er sich nichts zu eigen gemacht. Das meiste von L. befindet sich in Oberitalien. In Mailand sind in der Ambrosiana, Brera und in Privatsammlungen mehrere Tafelbilder von ihm, andre in der Hauptkirche zu Legnano, in den Uffizien zu Florenz (Enthauptung Johannes des Täufers), im Palazzo Sciarra zu Rom (Eitelkeit und Bescheidenheit), in der Galerie zu Bergamo (Geburt Christi), in der Nationalgalerie zu London (Christus unter den Schriftgelehrten) und im Berliner Museum (Geburt Christi). Fresken von ihm befinden sich in der Brera (aus verschiedenen Kirchen und Häusern von der Wand abgelöst), darunter sein Hauptwerk: eine thronende Madonna mit den Heiligen Antonius und Barbara (1521); in der Ambrosiana die Geißelung Christi; in der Wallfahrtskirche zu Saronno (um 1525); in der Kirche Santa Maria degli Angeli in Lugano unter andern eine Passion (1528) und in der Kirche San Maurizio zu Mailand. Die Fresken, die sich, von der Wand abgenommen, im Palazzo Litta befanden, sind in das Louvre nach Paris gekommen. - Auch seine Söhne Evangelista und Aurelio L. waren tüchtige Maler; beide lebten noch 1584. Der erstere zeichnete sich namentlich im Ornament aus, der andre war ein Anhänger der spätern römischen Schule.

Luīno (Luvino), Flecken in der ital. Provinz Como, Kreis Varese, am Ostufer des Lago Maggiore, 1 km nördlich von der Mündung der Tresa, Station der Gotthardbahn, hat eine Mineralquelle, zahlreiche Villen und (1881) 1861 Einw. L. ist Geburtsort des Malers Bern. Luini. 1848 kämpfte hier Garibaldi, weshalb ihm 1867 daselbst ein Denkmal gesetzt wurde.

Luis de Leon, span. Theolog und Dichter, geb. 1527 zu Belmonte, studierte in Salamanca, wo er, seit 1543 Mitglied des Augustinerordens, 1561 Professor der Theologie wurde. Er wurde 1572 vor der Inquisition angeklagt, ketzerische Lehren vorgetragen zu haben, und erst nach vier Jahren freigesprochen. Er starb 23. Aug. 1591. Seine Schriften wurden von A. Merino herausgegeben (Madr. 1804-16, 6 Bde.). Vgl. Wilkens, Fray Luis (Halle 1866); Reusch, Luis de Leon (Bonn 1873).

Luise (franz. Louise), weibliche Form des Namens Louis (s. d.). Die hervorragendsten Trägerinnen desselben sind:

1) L. Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, Tochter des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien, geb. 27. Nov. 1627, vermählt 7. Dez. 1646 mit dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, welchem sie fünf Söhne und eine Tochter gebar, von denen aber bloß der dritte Sohn, Friedrich (der erste König von Preußen), den Vater überlebte. Sie war eine ausgezeichnete Fürstin und stand ihrem Gemahl, den sie auf allen Reisen und Feldzügen begleitete, im