Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

32

Machol - Mackay.

Lyoner Bahn führenden Schleppbahn, hat (1881) 3523 Einw. und bedeutenden Kohlenbergbau.

Machol, ein althebräisches Saiteninstrument.

Machsor (neuhebr., "Cyklus"), das mehrbändige Buch, welches den Gebetcyklus für die jüdischen Festtage enthält (deutsch am besten von Mich. Sachs).

Mächtigkeit, in der Geognosie die senkrechte Entfernung der beiden Begrenzungsflächen eines Ganges oder einer Schicht; auch die vertikale Verbreitung einer ganzen Formation oder Formationsgruppe.

Machtspruch, Entscheidung eines Rechtshandels unmittelbar durch die oberste Staatsgewalt unter Abweichung vom regelmäßigen gesetzlichen Verfahren; nach modernem Verfassungsrecht unzulässig. S. Kabinettsjustiz.

Machtvollkommenheit, die Summe aller Hoheitsrechte des Regenten; die Gesamtheit der Befugnisse einer Person, einer Behörde, eines Beamten etc.

Machynlleth (spr. mäckínnleth), Stadt in Montgomeryshire (Nordwales), am untern Dovey, mit (1881) 2025 Einw., das Maglona der Römer.

Macias, genannt el Enamorado ("der Verliebte"), galicischer Troubadour, berühmt durch sein tragisches Ende, lebte in der ersten Hälfte des 15. Jahrh. Er war Schildträger im Dienste des Marquis Enrique de Villena und verliebte sich in eine junge Dame vom Hof desselben. Obwohl dieselbe seine Liebe erwiderte, wurde sie dennoch vom Marquis gezwungen, einen andern zu heiraten. Da M. nichtsdestoweniger fortfuhr, den Gegenstand seiner Liebe in seinen Gedichten zu verherrlichen, beklagte sich der Gatte deshalb bei dem Marquis, welcher den Dichter ins Gefängnis werfen ließ, und da er auch hier noch fortfuhr, die Geliebte zu besingen, tötete ihn jener eines Tags durch das Gitter durch einen Lanzenstich. Die bedeutendsten spanischen Dichter der Zeit besangen M.' unglückliches Geschick, und im Volk wurde seine Liebe sprichwörtlich. Von seinen Gedichten, welche meistens im galicischen Dialekt abgefaßt waren, sind nur wenige im "Cancionero di Baena" (Madr. 1851; Leipz. 1860, 2 Bde.) auf uns gekommen. Eins derselben hat Bellermann verdeutscht in: "Die alten Liederbücher der Portugiesen" (Berl. 1840).

Maciejowice (spr. mazjejowize), Ort im russisch-poln. Gouvernement Sjedletz, unfern der Weichsel, mit 1500 Einw. Hier 10. Okt. 1794 entscheidender Sieg der dreifach überlegenen Russen über die Polen unter Kosciuszko.

Maciejowski, Waclaw Alexander, poln. Geschichtsforscher, geb. 1793 zu Kalwarya, studierte in Warschau, dann in Berlin und Göttingen, wurde 1819 Professor der Rechte an der Warschauer Universität und starb 10. Febr. 1883 daselbst. Seine Hauptwerke sind: "Geschichte der slawischen Gesetzgebungen" (1832-38, 4 Bde.; 2. Ausg. 1856-65, 6 Bde.; deutsch, Stuttg. 1835-39, 4 Bde.); "Geschichte der polnischen Litteratur" (bis zum 16. Jahrh., 1851-52, 3 Bde.) und "Geschichte des Bauernaufstandes in Polen" (Warsch. 1874). M. neigte mehr als andre polnische Gelehrte dem Panslawismus zu.

Macĭes (lat.), Magerkeit, Abzehrung.

Macigno (spr. -tschínjo), grünlichgrauer oder eisenschüssiger, kalkiger Sandstein, welcher Fukoideen und Inoceramen einschließt, gehört zur Kreideformation, teilweise vielleicht auch zum Eocän und findet sich weit verbreitet in den Alpen und in Oberitalien. Vgl. Tertiärformation.

Macintosh (eigentlich Mac Intosh, spr. mäckinntōsch), Charles, Chemiker, geb. 1766 zu Glasgow, unternahm in seiner chemischen Fabrik zu Crossbacket bei Glasgow um 1820 zuerst die Darstellung des Bleizuckers im großen, verbesserte 1825 die Berlinerblaufabrikation und erfand in demselben Jahr die Stahlbereitung durch Glühen des Eisens in Kohlenwasserstoffgas sowie 1823 einen nach ihm benannten, mit Hilfe von Kautschuk (s. d.) dargestellten und besonders zu Mänteln benutzten wasserdichten Kleiderstoff (Mackintosh). Er starb 25. Juli 1843 in Dunchattan bei Glasgow.

Mac Intyre (spr. -teir), Australienreisender, ging 1865 von Melbourne, um das Schicksal Leichhardts aufzuklären, über den Cooper Creek nach Burketown am Carpentariagolf, ohne den Zweck seiner Reise zu erreichen, und starb 1866 auf der Rückreise.

Macisblüten, s. Myristica.

Macisöl, s. Muskatblütöl.

Mack, Karl, Freiherr M. von Leiberich, österreich. General, geb. 24. Aug. 1752 zu Nennslingen in Franken, trat 1770 in österreichische Dienste, wurde 1778 Adjutant Kinskys, dann Lacys, focht als Major mit Auszeichnung im Türkenkrieg und ward 1789 zum kaiserlichen Flügeladjutanten und nach dem Fall Belgrads zum Obersten ernannt. 1792-93 diente er in den Niederlanden als Generaladjutant des Prinzen Josias von Koburg und führte 1793 im März die Verhandlungen mit Dumouriez, die dessen Übertritt zur Folge hatten. 1794 leitete er als Generalquartiermeister des Kaisers den Feldzug und wurde 1797 zum Feldmarschallleutnant ernannt. Nach dem Frieden von Campo Formio 1797 erhielt er vom König von Neapel den Oberbefehl über die neapolitanischen Truppen gegen die Franzosen, warf noch im November die letztern unter Championnet zurück und besetzte Rom; doch zwang ihn die in der Engelsburg zurückgebliebene französische Besatzung bald wieder zum Rückzug. Da er hierauf mit dem französischen General einen Waffenstillstand schloß, brach in Neapel ein Aufruhr der Lazzaroni aus, und M. sah sich genötigt, in dem französischen Lager Sicherheit zu suchen. Er wurde als Kriegsgefangener nach Dijon, dann nach Paris gebracht, wußte aber von dort 1800 heimlich zu entkommen. 1805 zum Generalquartiermeister des Kaisers ernannt und beauftragt, rasch bis an die Iller vorzurücken und Ulm zu befestigen, drang er mit 80,000 Mann bis zur Iller vor, ward aber von den unerwartet schnell heranrückenden Franzosen im Oktober im Rücken angegriffen und geschlagen und warf sich mit der Hauptarmee in die Stadt Ulm. Im Vertrauen auf russische Hilfe und die preußische Neutralität weigerte er sich, rechtzeitig den Rückzug nach Böhmen anzutreten, und ward gezwungen, 17. Okt. eine Kapitulation abzuschließen, durch welche er die Stadt samt seiner 20,000 Mann starken Armee übergab. Auf sein Ehrenwort entlassen, kehrte er nach Österreich zurück, ward aber hier vor ein Kriegsgericht gestellt und zur Todesstrafe verurteilt, welche der Kaiser jedoch auf Dienstentsetzung und 20jährige Festungshaft milderte. Durch die Vermittelung des Erzherzogs Karl wurde er aber 1808 aus der Haft entlassen und 1819 völlig begnadigt. Er ertrug sein Unglück und die maßlosen Schmähungen, die auf ihn gehäuft wurden, mit Schweigen und Standhaftigkeit. Er starb 22. Okt. 1828 in St. Pölten. Seine Rechtfertigungsschrift über die Kapitulation von Ulm ist kürzlich in Raumers "Historischem Taschenbuch" (1873) veröffentlicht worden.

Mackay (spr. mäckē oder mäckēī), Charles, schott. Dichter und Schriftsteller, geb. 1814 zu Perth, erhielt seine Erziehung in London und in Belgien, wo er ein Augenzeuge der Revolution von 1830 war, und