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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Makah; Makako; Makaluben; Makāme; Makao; Mákari; Makarios; Makarĭos; Makarismen; Makarjew

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Makah - Makarjew.

Makah (Makka), Indianerstamm um Kap Flattery, der nordwestlichen Spitze des Washingtonterritoriums in Nordamerika.

Makako (Inuus Geoffr.), Affengattung aus der Familie der Schmalnasen (Catarrhini) und der Unterfamilie der Hundsaffen, untersetzt gebaute Tiere mit gleich langen und starken Gliedmaßen, fünfzehigen Vorder- und Hinterhänden mit langem Daumen, Backentaschen und Gesäßschwielen. Diese Gattung bildet ein Verbindungsglied zwischen Meerkatzen und Pavianen. Die stummelschwänzigen Arten bewohnen Nordafrika, China, Japan, die langschwänzigen Ostindien. In der Urzeit waren sie über einen großen Teil Europas verbreitet, und noch gegenwärtig gehen sie am weitesten nach Norden hinaus. A. Schwanz fast so lang oder länger als der Körper: Macacus Desm. Der gemeine M. (Hutaffe, M. sinicus Geoffr.), 45 cm lang, mit ebenso langem Schwanz, grünlichgrau, unten weißlich, an Händen und Ohren schwärzlich, bewohnt die Wälder Malabars und wird von den Eingebornen verehrt; sie bauen ihm Tempel und Fruchtgärten. Er ist in der Gefangenschaft munter, gelehrig, ein echter Affe und daher sehr beliebt. B. Schwanz nur halb so lang als der Körper: Rhesus Wagn. Der Bunder (M. Rhesus Geoffr.), 50-65 cm lang, mit 20 cm langem Schwanz, oberseits grünlich oder fahlgrau, unterseits weiß, Gesicht, Ohren und Hände hell kupferfarben, Gesäßschwielen lebhaft rot, regelmäßig verwechselt mit M. erythraeus Wagn., lebt wie letzterer in Indien, ist mürrisch, reizbar, genießt wie der Hulman (s. Schlankaffe) göttliche Verehrung; man pflanzt für ihn große Fruchtgärten an und läßt auf dem Feld einen Teil der Ernte für ihn zurück. Wanderu (Bartaffe, M. Silenus Wagn., Tafel "Affen II"), 1 m lang, mit 25-35 cm langem, am Ende gequastetem Schwanz, glänzend schwarz, unterseits licht bräunlichgrau, mit mähnenartigem, weißem Vollbart, lebt in Malabar, nährt sich von Knospen und Baumblättern, verwüstet oft die Gärten, wird aber trotzdem hoch geschätzt und benimmt sich in der That, wenn er jung eingefangen und erzogen wird, sehr gut. Er ist ernst, aber nicht boshaft, jede seiner Bewegungen erscheint vorbedacht, und nur selten unterliegt er einer Gemütserregung. C. Schwanz äußerst kurz: Inuus Wagn. Der Magot (türkischer, gemeiner, berberischer Affe, I. ecaudatus Geoffr.) ist 75 cm lang, schmächtig, hochbeinig, schwanzlos, mit runzeligem, fleischfarbenem Gesicht, dichtem, gelblichweißem Bart, auf dem Rücken und an den Außenseiten der Vordergliedmaßen grünlichbraun, an der Unterseite und der Innenseite der Gliedmaßen heller, an Füßen und Händen rötlichgelb. Er bewohnt das nordwestliche Afrika, Marokko, Algerien, Tunis und Gibraltar (nur wenige Exemplare, die einzigen europäischen Affen), lebt gesellig, ist sehr klug, listig, gewandt, kräftig und erregbar. Er bewohnt felsige Gegenden, ist aber auch geschickt auf Bäumen und frißt außer Früchten und Wurzeln viele Kerbtiere. Der Magot ist der Pithekos der Griechen und der Affe, welchen Galenos zergliedert hat. Heute ist er der stete Begleiter der Bären- und Kamelführer.

Makaluben, s. Schlammvulkane.

Makāme (arab.), ursprünglich s. v. w. Versammlung, dann Bezeichnung von litterarischen Zusammenkünften der alten Araber, bei denen einzelne durch improvisierte Vorträge und Stegreiferzählungen die Zuhörer zu unterhalten pflegten. Für dergleichen Produkte bildete sich später eine besondere eigentümlich künstliche Form in gereimter Prosa mit eingestreuten Gedichten aus, die ebenfalls den Namen M. erhielt, und als deren Begründer Hamadâni genannt wird. Das Bedeutendste in dieser Gattung leistete Hariri (s. d.). Im Mittelalter ahmten vornehmlich jüdische Dichter, vor allen Charisi (s. d.) und sein Zeitgenosse Immanuel Rumi, in Deutschland Rückert diese Kunstform nach.

Makao, s. Papageien.

Mákari (Kótoko), afrikan. Negerstamm, am Südrand des Tsadsees in Bornu und zwar in der Provinz Kotoko und in Logon seßhaft. Sie sind von den Kanuri (s. d.) und Kanembu, ihren Nachbarn, physisch verschieden und ein in körperlicher Entwickelung ziemlich hoch stehender, wenn auch in Gesichtsbildung nicht hübscher, in seinem Wesen und Charakter schwerfälliger Negerstamm. Ihre plumpen Gestalten sind zur Fettbildung geneigt. Ihrer psychischen Seite nach sind die M. ernst, zurückhaltend, zeremoniell, argwöhnisch, egoistisch, klug und berechnend. Nachtigal beobachtete etwas Geheimnisvolles, Mystisches an ihnen, das sie in Bornu als böser Kräfte und der Zauberei verdächtig macht. Ihre Gebäude werden solid und in imponierendem kastellartigen Baustil hergestellt. Die M. geben sich mit Fleiß dem Ackerbau, der Industrie und dem Fischfang hin. Die Hauptindustrie ist die Indigofärbekunst und die Matten- und Korbflechterei, auch sind sie geschickt im Bau von Häusern und Booten. Vgl. Nachtigal, Sahara und Sudân, Bd. 1 (Berl. 1879).

Makarĭos, 1) M. der Große oder der Ägypter, aus Thebais, ein Schüler des heil. Antonius, lebte 60 Jahre in der Sketischen Wüste und starb 391. Die ihm zugeschriebenen 56 Homilien gab Pritius (Leipz. 1698), seine Briefe Floß (Köln 1850) heraus. Vgl. Förster in den "Jahrbüchern für deutsche Theologie" 1873. - 2) M. der jüngere oder der Alexandriner, gleichfalls Asket, ließ sich erst in seinem 40. Jahr taufen und ward Presbyter, zog sich aber in die Nitrische Wüste zurück, wo er 404 im Ruf der Wunderthätigkeit starb. - 3) M. Magnes, wahrscheinlich identisch mit dem Bischof von Magnesia, welcher 403 gegen Chrysostomos thätig war, hat eine Apologie unter dem Titel: "Apokritikos" (hrsg. von Blondel, Par. 1876) geschrieben.

Makarios (russ. Makarij), mit seinem Laiennamen Michael Bulgakow, russ. Kirchenschriftsteller, geb. 1816, lehrte als Professor in Kiew, dann an der geistlichen Akademie in Petersburg, verwaltete später die Bistümer Tambow, Charkow und Wilna und wurde 1879 Metropolit von Moskau, als welcher er 23. Juni 1882 starb. Er schrieb: "Orthodox-dogmatische Theologie" (1849-53, 5 Bde.); "Geschichte des russischen Raskols" (1855) und die umfangreiche "Geschichte der russischen Kirche" (1857-83, 12 Bde.), sein Hauptwerk.

Makarismen (griech.), Seligpreisungen, besonders die sieben oder acht zu Anfang der Bergpredigt (Matth. 5, 1-10); wurden auch häufig in der bildenden Kunst dargestellt, neuerlich von Kupelwieser (Wien), Steinle (Schloß Rheineck), Cornelius (in den Entwürfen für den Campo santo).

Makarjew (Makariew), 1) Kreisstadt im russ. Gouvernement Nishnij Nowgorod, an der Wolga, mit (1882) 1670 Einw. und dem schönen, von hohen Mauern umgebenen, im 14. Jahrh. gegründeten Kloster M., zu welchem 6 Kirchen gehören; war drei Jahrhunderte hindurch berühmt durch seine große Messe, die, nachdem 1816 ein Brand die großartigen Kaufhäuser zerstört hatte, nach Nishnij Nowgorod (s. d.) verlegt wurde. - 2) M. an der Unsha, Kreisstadt im russ.