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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Maronen - Marot.

(Leipz. 1887); Jannasch, Die deutsche Handelsexpedition 1886 (Berl. 1887); Dombay, Geschichte der Scherife oder der Könige des jetzt regierenden Hauses von M. (Wien 1801); E. Schlagintweit, Der spanisch-marokkanische Krieg in den Jahren 1859 und 1860 (Leipz. 1863); Campou, Un empire qui croule; le Maroc contemporain (Par. 1886); Ezziani, Le Maroc de 1631 à 1812 (das. 1886); Martinière, Essai de bibliographie marocaine (das. 1886).

Maronen, s. Kastanienbaum.

Maronenpilz, s. Boletus.

Maroni (Marowyne), Fluß in Guayana (Südamerika), entspringt am Berg Lorquin (400 m), bildet die Grenze zwischen Französisch- und Niederländisch-Guayana, hat zahlreiche Stromschnellen und eine durch vorliegende Sandbänke schwer zugängliche Mündung. Der Fluß führt Gold; mehrere französische Strafkolonien sind an ihm gegründet worden.

Maronīten, christliche Sekte in Syrien, hervorgegangen aus einer Schar Monotheleten, die sich seit 680 am Libanon niederließ. Sie wußten auch unter der Herrschaft des Islam ihre politische und kirchliche Selbständigkeit zu behaupten. Schon die Kreuzzüge brachten eine Annäherung derselben an die römische Kirche zu stande (1182), allein erst 1445 wurde durch die Bemühungen der Päpste ein bestimmter Anschluß der M. an den römischen Stuhl bewirkt. Gregor XIII. gründete in Rom 1584 ein Kollegium für die M., und unter Clemens XII. kam es 1736 zur Annahme des römischen Katechismus auf einer Synode im Kloster Mar-Hanna. Die M. bedienen sich der syrischen Liturgie. Ihre Priester und Bischöfe dürfen verheiratet sein und nur nach der Weihe keine Ehe eingehen. Die oberste (bischöfliche) Stufe der Geistlichkeit ist klösterlich gebunden; der Oberpriester residiert in dem Kloster Kenobin im Libanon. Die M. zahlen seit 1588 einen jährlichen Tribut an die Pforte und leben dafür als ein freies Bergvolk im syrischen Distrikt Kesrawân und auf dem Libanon. Ihre Zahl bestimmte Lamartine auf 200,000, aber die ihnen feindlichen Drusen haben sie 1860 fast aufgerieben. Die Überbleibsel wurden 1861 dem neuerrichteten christlichen Paschalik vom Libanon einverleibt.

Maronneger (Buschneger, Marons, span. negros cimarrones, "verwilderte Neger"), in Westindien und Guayana die ihren Herren entlaufenen Sklaven, die in den unzugänglichen Gebirgen des Innern ein unabhängiges Leben führten und durch ihre Raubzüge den Kolonien großen Schaden zufügten. Sie waren besonders zahlreich auf der Insel Jamaica, wo sie erbitterte Kämpfe mit den Weißen hatten, bis sie unterworfen und zum größten Teil nach Sierra Leone versetzt wurden. Auch in Guayana sind sie gegenwärtig sehr zusammengeschmolzen. Vgl. Dallas, Geschichte der M. auf Jamaica (Weim. 1805).

Maroquin (franz., spr. -käng), s. Saffian.

Maroquinpapier (Saffianpapier), farbiges, stark glänzendes und durch Pressung dem Maroquin ähnlich gemachtes Papier.

Maros (spr. márosch, bei den Alten Marisus), Fluß in Ungarn, 650 km lang, entspringt 880 m ü. M., unfern der Grenze der Moldau, im Komitat Csik (am Nordabhang des Hargitagebirges im Thal Vaslab), durchfließt das Land in südwestlicher Richtung, nimmt rechts den Aranyos, links den Kokel auf, tritt bei Arad in die Ebene, wo sie Sümpfe bildet, und mündet bei Szegedin in die Theiß. Von Gyergyó an ist sie mit Flößen, von M.-Ujvár aber mit Ruderschiffen befahrbar.

Marostĭca, Distriktshauptort in der ital. Provinz Vicenza, nahe der Brenta, mit altem Kastell, Strohhutfabrikation, Weinbau und (1881) 1815 Einw.

Maros-Torda (spr. márosch-), ungar. Komitat in Siebenbürgen, grenzt an die Komitate Klausenburg, Bistritz-Naszód, Csik, Udvarhely, Nagy-Küküllö und Torda-Aranyos, umfaßt 4324 qkm (78,5 QM.), ist besonders im N. und O. gebirgig (Görgényer und Gyergyóer Gebirge mit dem Mezöhavas, Kelemenhavas und Pietroszul, 2107 m) und wird von der Maros und ihren Nebenflüssen bewässert. M. hat (1881) 158,999 ungarische (Szekler) und rumän. Einwohner (meist Reformierte), ist ziemlich fruchtbar und wird von der Bahnlinie Sächsisch-Régen-M.-Vásárhely-Kocsárd durchschnitten. Amtssitz ist Maros-Vásárhely (s. d.).

Maros-Ujvár (spr. márosch-), Bergort im ungar. Komitat Unterweißenburg (Siebenbürgen), Station der Ungarischen Staatsbahn, an der Maros, mit (1881) 2660 Einw., hat ein Schloß mit Gestüt, eine Papierfabrik und die bedeutendsten Salzbergwerke Siebenbürgens (mit 480 Arbeitern und einer jährlichen Produktion von 600,000 metr. Ztr.).

Maros-Vásárhely (spr. márosch-wāschārhelj), königliche Freistadt im ungar. Komitat Maros-Torda (Siebenbürgen), an der Maros, Station der Flügelbahn Kocsárd-Sächsisch-Régen (Ungarische Staatsbahn), mit befestigtem Schlosse samt Militärkaserne, alter evang. Kirche in gotischem Stil, mehreren kath. Kirchen, vielen schönen Gebäuden, einem Minoritenkloster (seit 1740), Landesspital und gräflich Telekischem Schloß, das eine große Bibliothek (über 70,000 Bände) und eine reiche Mineralien- und Antiquitätensammlung enthält. Auf dem großen Szecsényi-Platz befindet sich ein Denkmal des Honvedgenerals Bem. M. hat (1881) 12,883 Einw. (Ungarn und Rumänen), welche Wein-, Getreide-, Obst- (namentlich Melonen-) und Tabaksbau sowie Holzhandel betreiben, insbesondere aber Riemer-, Schuh- und Töpferwaren erzeugen. M., der Hauptort des Szeklerlandes, hat eine Brauerei, eine Dampfmühle, eine Kunstziegelfabrik, ein römisch-katholisches und ein reform. Obergymnasium und ist Sitz einer königlichen Gerichtstafel (zweite Instanz) und eines Gerichtshofs.

Marot (spr. -ro), Clément, franz. Dichter, geb. zu Cahors 1495, Sohn des Dichters Jean M., kam früh nach Paris, machte durch die naive Anmut in seinen Versen besonders bei den Frauen am galanten Hofe Franz' I. großes Glück, wurde Page der Margarete von Valois, mit der er ein vertrautes Verhältnis unterhalten haben soll, dann Kammerdiener Franz' I. und mit ihm bei Pavia gefangen genommen. Bald wieder in Freiheit gesetzt, wurde er nach seiner Rückkehr nach Frankreich wegen Hinneigung zum Protestantismus wieder ins Gefängnis (Le Châtelet) geworfen, aus dem ihn die Fürsprache Franz' 1526 erlöste. Einige Jahre später neuen Verfolgungen ausgesetzt, begab er sich nach Béarn zu Margarete, dann nach Italien, bis man ihm 1536 die Heimkehr gestattete; zuletzt, als seine Psalmenübersetzung von der Sorbonne für ketzerisch erklärt wurde, floh er nach Genf, von da nach Turin, wo er 1544 starb. M. hat den "Roman de la rose" (1527) und Villons Werke (1532) herausgegeben. Mit Recht gerühmt wird seine Satire "L'enfer" gegen das Châtelet; dagegen sind seine 50 Psalmen, die, von Goudimel (s. d.) in Musik gesetzt, fast sämtlich in die Gesangbücher der Calvinisten übergingen, schwerfällig und kraftlos. Sein Hauptruhm beruht auf seinen Chansons, Rondeaus, Balladen, Sonetten und besonders auf den Epigrammen, die sich durch Leichtigkeit, Witz und geistreiche Tändelei auszeichnen. Marots Stil, der mit Vorliebe die