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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mesa - Mesembryanthemum.

rikanischen Staaten New Mexico und Arizona entwickelt, wo die horizontal gebetteten Schichten von vulkanischem Gestein bedeckt sind, das sie vor der Verwitterung schützt.

Mesa (La M. de Juan de Dios), Stadt im Staat Cundinamarca der südamerikan. Republik Kolumbien, 55 km westlich von Bogotá, 1258 m ü. M., mit schönem Rathaus, Hospital und (1870) 8032 Einw., die Handel mit Kakao, Salz, Honig, Mais, Strohhüten etc. treiben. In der Umgegend Zucker- und Kaffeeplantagen.

Mesa, ein König der Moabiter, dessen um 850 v. Chr. in Dibon (jetzt Dhibân, östlich vom Toten Meer) errichteter Denkstein (der viel besprochene Mesastein, das älteste erhaltene Denkmal in semitischer Schrift) kürzlich aufgefunden worden ist. Er wurde erklärt und herausgegeben von Nöldeke (Kiel 1867) und von Smend und Socin (Freiburg 1886).

Mésalliance (franz., spr. -ĭāngs), s. Mißheirat.

Mesambrĭa, alte Hafenstadt Thrakiens, an der Küste des Pontus, Kolonie der Megarer, 493 von Byzanz aus dorisiert; jetzt Misivria in Ostrumelien mit 3-400 Häusern.

Mésaventure (franz., spr. -sawangtühr), Mißgeschick.

Meschant (franz. méchant), schändlich, boshaft.

Meschede, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, am Einfluß der Henne in die Ruhr und an der Linie Schwerte-Kassel der Preußischen Staatsbahn, hat eine evangelische und eine kath. Pfarrkirche, ein Amtsgericht, eine Oberförsterei, Streichgarnspinnerei, Jacken-, Schuhleisten-, Brikett- und Zigarrenfabrikation, Schieferbergbau, Handel mit Schinken und (1883) 2940 Einw.

Meschhed ("Ort der Märtyrer"), Hauptstadt in der pers. Provinz Chorasan, am Tedschend (Abi M.), in 931 m Höhe, in wohlbewässerter Gegend am Fuß des Binalud Kuh, mit 60,000 Einw., ist der wichtigste Ort des ganzen nordöstlichen Persien, da hier mehrere Handelsstraßen zusammentreffen und jährlich 50-60,000 Pilger anlangen. Die Stadt gewährt aus der Ferne einen überraschenden Anblick; über die fast 12 km langen Mauern ragen die vergoldete Kuppel der Moschee und die schönen Minarets, welche das Grab des Imams Riza, eines Jüngers des Ali, umschließen. Übrigens besteht die Hälfte der Stadt aus Ruinen, Gärten, Totenäckern und Feldern. M. ist ein berühmter Wallfahrtsort und für die Sekte der Schiiten fast von derselben Wichtigkeit wie Mekka für die Sunniten. Die Hauptindustrieprodukte sind Metallwaren, namentlich berühmte Klingen, sowie Gold- und Edelsteinarbeiten, Seidensamt und besonders schöne Teppiche. Nordwestlich von M. liegen die Überreste von Tus, dem Geburtsort des Firdusi.

Meschhed-Ali (Nedschef), Stadt im asiatisch-türk. Wilajet Bagdad, südlich von Hille, am Nedschefsee, mit 12,000 Einw. und der Grabmoschee Alis, zu welcher die Schiiten wallfahrten, und bei welcher viele ihre Angehörigen begraben lassen.

Meschinleder, s. Saffian.

Meschtscherjäken, ein ursprünglich finnisches, jetzt fast vollständig tatarisiertes Volk, welches schon bei Nestor erwähnt wird, wohnte im 15. Jahrh. an der untern Oka, zog dann an die Ufa ins Land der Baschkiren. In einer Stärke von 136,500 Seelen wohnen sie in den russischen Gouvernements Kasan, Orenburg, Pensa, Saratow, Tambow und Ufa. Während die im W. lebenden M. unter die Herrschaft der Russen kamen und von diesen Religion, Sprache und Sitten annahmen, wurden die im O. von den Tataren unterjocht und vermischten sich mit denselben. Dieser verschiedene Einfluß hat zwei Typen der M. geschaffen: die russischen und tatarischen M. Die russischen M., gegen 30,000, leben im Gouvernement Pensa (Kreis Kerensk und Tschembar) und unterscheiden sich von den Russen eigentlich nur durch den Namen (an dem sie festhalten) und die Aussprache einiger Laute. Die tatarischen M., etwa 100,000 an Zahl, bekennen sich zum Islam, sprechen baschkirisch und leben in den Gouvernements Perm und Orenburg. Dieselben bildeten 1786-1864 mit den Baschkiren zusammen das baschkiro-meschtscherjäkische irreguläre Heer und wurden 1864 dem Bauernstand zugeschrieben. Sie unterscheiden sich wenig von den Baschkiren, treiben aber etwas Ackerbau.

Meschtschowsk (provinziell auch Meschtschersk), Kreisstadt im russ. Gouvernement Kaluga, an der Tureja, hat 5 Kirchen, ein Theater und (1884) 5205 Einw., welche Handel mit Hanf, Hanfsamen, Schweineborsten, Leder und Getreide treiben; hier finden zwei bedeutende Jahrmärkte, besonders für Baumwollen-, Wollen- und Seidenstoffe, Galanteriewaren, Pferde und Vieh, statt.

Mesdag, Hendrik Willem, holländ. Maler, geb. 23. Febr. 1831 zu Groningen, bildete sich bei Alma-Tadema und Roelofs in Brüssel und ließ sich dann im Haag nieder, wo er meist Strandbilder und Marinen mit flüssiger Technik und treuer Naturbeobachtung bei realistischer Auffassung malt. Seine Hauptwerke sind: Fischerboote bei Scheveningen (1871), Abfahrt des Rettungsboots bei Scheveningen, Rückkehr des Rettungsboots, heimkehrende Fischerboote (1875, Museum des Haag), Strand bei Scheveningen im Winter, Sonnenuntergang an der holländischen Küste (Rotterdam, Museum Boymans), Die Anker gelichtet! Fischmarkt zu Groningen, Ankunft der Heringsschiffe, An der Maasmündung bei Rotterdam, Garneelenfang.

Mesdschid (arab., "Bethaus"), s. Moschee.

Mesembryanthemeen (Eispflanzen), dikotyle, etwa 400 Arten umfassende, fast ausschließlich im Kapland einheimische Pflanzengruppe, eine Unterfamilie der Aizoaceen bildend und in verwandtschaftlicher Beziehung eine Mittelstellung zwischen Karyophyllaceen, Portulakaceen und Paronychieen einnehmend, sukkulente Gewächse mit flachen, runden oder kantigen Blättern und meist lebhaft gefärbten Blüten, die sich durch zahlreiche Blumenblätter auszeichnen und viele in zu je drei oder vier Kreisen angeordnete Staubblätter besitzen. Auch blumenblattlose und mit vier einzelnen oder in Gruppen zu vier stehenden Staubgefäßen versehene Formen kommen vor. Die Familie begreift nur die Gattungen Mesembryanthemum L. (s. d.) und Tetragonia. Die M. sind beliebte Sukkulenten in Ziergärten. Vgl. Salm-Reifferscheid-Dyck, Monographia generum Aloës et Mesembryanthemi (Bonn 1836-63).

Mesembryanthĕmum L. (Zaserblume, Mittagsblume), Gattung aus der Familie der Aizoaceen, Kräuter und Halbsträucher mit fleischig-saftigen, sehr verschieden gestalteten Blättern, einzeln oder in Trugdolden stehenden, oft sehr ansehnlichen Blüten mit vielen langen, schmalen Blumenblättern und holziger, gerippter Kapsel mit vielen Samen. Von den mehr als 300 besonders am Kap, auch in Nordafrika, Südamerika und Australien vorkommenden Arten werden viele als Zierpflanzen kultiviert. M. emardicum Thbg., ein Strauch mit flachen, eirunden, paarweise zusammengewachsenen Blättern und weißen, meist zu dreien zusammenstehenden Blumen, wird von den Hottentoten auf eigne Weise zube-^[folgende Seite]