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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mold; Moldau

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Mold - Moldau.

sitzen ein großes Reproduktionsvermögen. Sie finden sich fast ausschließlich in den nördlichen gemäßigten Regionen. Zu den Erdmolchen gehört der Feuersalamander (Salamandra maculata Laur., s. Tafel "Schwanzlurche"), 12-17 cm lang, schwarz mit unregelmäßigen, großen, goldgelben Flecken und stark entwickelten Drüsen, in Europa und Nordafrika, besonders in feuchten Thälern und Wäldern, kriecht langsam und schwerfällig, erscheint bei Tag nur nach einem Regen, jagt nachts Schnecken, Würmer etc. und spritzt zu seiner Verteidigung einen milchweißen Saft aus, welcher auf Schleimhäute reizend wirkt, auch kleinere Tiere tötet. Der Saft enthält einen in Alkohol löslichen, kristallisierbaren, sehr giftigen Stoff. Der Feuersalamander war seit dem Altertum Gegenstand vieler Fabeleien; man hielt ihn für äußerst listig, glaubte, daß er das Feuer lösche, und die Alchimisten benutzten ihn beim Goldmachen. In der Gefangenschaft hält er sehr gut aus. Er wird durch Kochsalz schnell getötet. Die Art der Fortpflanzung ist wenig bekannt. Das Weibchen legt 30-50 und mehr Eier ins Wasser, am liebsten in kaltes Quellwasser, worauf die Embryos alsbald ausschlüpfen. Die Jungen verlassen im August oder September das Wasser und halten sich in den ersten Jahren sehr verborgen. In den Alpen lebt der sehr ähnliche, aber kleinere ungefleckte, schwarze Salamander (S. atra Laur.), welcher stets nur zwei Junge zur Welt bringt, indem in jedem Eigang sämtliche Eier bis auf eins zusammenfließen und dem Keimling zur Nahrung dienen. Die Embryos verlieren die Kiemen noch im Mutterleib, vorzeitig herausgeschnitten leben sie mit Kiemen monatelang im Wasser. Von den Wassermolchen (Triton Laur.), deren Männchen in der Brunstzeit einen Rückenkamm besitzen, sind bei uns häufig: der Kammmolch (T. cristatus Laur., s. Tafel "Schwanzlurche"), 13-17 cm lang, oberseits schwärzlich olivenbraun, schwarz und weiß gefleckt, unterseits gelb, schwarz gefleckt, im Hochzeitskleid mit gezacktem Kamm, unterseits orangerot, an der Seite des Schwanzes mit weißbläulichen, perlmutterfarbenen Streifen, an der Kehle mit weißen Wärzchen; der Feuermolch (T. igneus Schn.), 10 cm lang, oberseits schieferblau, dunkelbraun, an den Seiten schwarz gefleckt, unterseits orangerot; im Hochzeitskleid mit ungezacktem, weißgelblichem, schwarz quergestreiftem Kamm, unterseits feuerrot, an den Schwanzseiten mit bläulichweißen Flecken. Der Streifen- oder Gartenmolch (T. taeniatus Schn.), 7-8 cm lang, mit am Ende zugespitztem, fast fadenartigem Schwanz, oberseits olivengrün oder braun, an den Seiten weißgelblich, unterseits orangegelb, überall schwarz gefleckt, im Hochzeitskleid mit ganz besonders hohem Kamm, weiß punktiert, auf der Bauchmitte orange und mit perlmutterblauem Streifen am Schwanz. Alle drei Arten finden sich in Mitteleuropa und Vorderasien. Sie leben in klarem, nicht schnell fließendem Wasser, welches sie auf längere oder kürzere Zeit verlassen, überwintern gesellig am Land unter Steinen und Baumwurzeln und bleiben nur in quellenreichen Teichen auch den Winter über. Sie ertragen lange Trockenheit und große Kälte, nähren sich von Insekten, Schnecken, Würmern und besitzen ein erstaunliches Reproduktionsvermögen, indem sie alle Glieder, auch die Kinnladen und die Augen, in kurzer Zeit und vollkommen wieder ersetzen. In der Paarungszeit rufen sie nach Art der Unken. Bisweilen finden sich die Kiemen noch an geschlechtsreifen Exemplaren. Gefangene Tritonen sind sehr leicht zu erhalten. Vgl. Strauch, Revision der Salamandridengattungen (Petersb. 1870); Latreille, Histoire naturelle des Salamandres de France (Par. 1800); Rusconi, Histoire naturelle, développement et métamorphose de la Salamandre terrestre (das. 1854).

Mold, Hauptstadt von Flintshire (Wales), am Alyn, hat einen Gerichtshof, Papiermühle und (1881) 4320 Einw. In der Nähe Kohlengruben.

Moldau (tschech. Vltava), der Hauptfluß Böhmens und wichtigste Zufluß der Elbe, aber mächtiger und wasserreicher als sie, entspringt in den Moorgründen des Böhmerwaldes, hart an der bayrischen Grenze, in einer Höhe von 1180 m in zwei Quellen, der Kalten und Warmen M., fließt anfangs in einem waldigen, moorigen Längenthal nach SO., wendet sich aber bei Hohenfurt, wo ihr Spiegel nur noch 529 m ü. M. liegt, durch die 1 km lange Paßenge der Teufelsmauer brausend, nach N. Diese Richtung behält sie im allgemeinen bis zu ihrer Mündung in die Elbe gegenüber Melnik bei. Von Hohenfurt bis Budweis (379 m) fließt die M. durch bunte Urgebirgsformationen in schönem Thal; auf der Strecke von Budweis bis Melnik (152 m ü. M.) durchmißt sie im obersten und untersten Teil breite Kessel, sonst ein enges Querthal, das sich nur an einigen Punkten (so bei Prag) etwas erweitert. Ihre Länge beträgt 420 km. Sie ist von Hohenfurt aus flößbar, von Budweis schiffbar; doch gibt es zahlreiche Hindernisse der Schiffahrt, so 27 Strudel, darunter die sogen. Johannisströmungen bei Stechowitz, ferner 57 Wehre. Dampfschiffe verkehren oberhalb Prag bis Stechowitz und unterhalb Prag bis zur Mündung. Die Regulierung der M. für Schiffahrtszwecke, namentlich auch die Beseitigung der Wehre, ist seit langem projektiert. Nebenflüsse der M. sind rechts: die Maltsch, Luschnitz, Sazawa; links: die Wotawa, Beraun etc. Ihr Gebiet umfaßt 30,800 qkm (560 QM.) oder 3/5 der Oberfläche Böhmens (die Elbe nur 2/5). Im Gebiet der M. liegen die großen Teichgruppen bei Frauenberg und Wittingau, unter denen der Rosenberger Teich 5,8 qkm groß ist. Der Schwarzenbergsche Schwemmkanal verbindet die Quellbäche der M. mit der Mühl in Oberösterreich.

Moldau (Moldova), seit 1859 mit der Walachei zu Einem Staat unter dem Namen Rumänien (s. d.) vereinigtes Fürstentum, grenzt im N. an Rußland und an Österreich (Bukowina), im W. an Siebenbürgen, im NO. und O. an Rußland (Bessarabien, Grenze der Pruth), im SO. an die Dobrudscha, im S. an die Walachei, von der sie der Milkowfluß trennt, und umfaßt ein Areal von 38,054,8 qkm (691 QM.). Die M. ist im W. Hochland, im NO. Berg- und Plateauland, im SO. Flachland; im SW. umschließen die Karpathen die Kreise Putna, Bakau, Neamtz und Suczawa und durchziehen das Land in zahlreichen Abzweigungen, welche, von tiefen, dicht bewaldeten Thälern unterbrochen, sich bis zum Sereth und dem Pruth abdachen und dort in Rebenhügel auslaufen. Die Donau, welche die Südgrenze der M. berührt, empfängt die beiden Hauptströme des Landes, den Pruth und den Sereth, welch letzterer die M. der Länge nach durchfließt, die goldführende Bistritza und weiter die Flüsse Trotusch, Berlad und Putna aufnimmt und oberhalb Galatz in die Donau mündet. Von größern Seen ist der Bratysch, nahe der Mündung des Pruth, zu erwähnen. In den Kurorten Slanik, Strunga, Borka und Pangescht sprudeln heilsame Mineralquellen. Infolge der Nähe des Meers und des mangelnden Schutzes vor dem Nordwind ist das Klima der M.