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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Mongsen - Monk.

sung der M. war ursprünglich eine rein patriarchalische. Mehrere durch Verwandtschaft verbundene Familien bildeten ein Khoton mit einem Aga an der Spitze, mehrere Khotons bildeten einen Aimak, an deren Spitze ein erblicher Saisang stand; mehrere Aimaks bildeten einen Uluß mit dem Nojon als Oberhaupt, mehrere Ulusse unter einem Taischa bildeten einen Stamm; sämtliche Stämme endlich bildeten das Volk, an dessen Spitze der Chan stand. Diese Verfassung ist seit der Unterwerfung der M. unter die Mandschudynastie aufgelöst und durch eine chinesische militärische und büreaukratische Organisation ersetzt worden. Vgl. Mongolei.

Mongsen, japan. Münze, s. Mon.

Monheim, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Schwaben, Bezirksamt Donauwörth, am Hahnenkamm, hat ein Amtsgericht, ein Forstamt und (1885) 1245 kath. Einwohner.

Monieren (lat.), erinnern, mahnen; Ausstellungen an etwas machen, es bemängeln.

Monĭka, die Heilige, Mutter des Augustinus (s. d.), geb. 322 in Afrika von christlichen Eltern, bekehrte ihren Mann, den Patricius von Tagaste, zum Christentum. Ihr mütterlicher Einfluß trug viel zu der Bekehrung ihres Sohns bei. Nachdem sie diese eben noch erlebt, starb sie 387 in Ostia. Ihr Tag 4. Mai.

Moniliformis (lat.), perlschnurartig.

Moniquirá (spr. -kirá), Stadt im Departement Boyaca der südamerikan. Republik Kolumbien, an einem gleichnamigen Nebenfluß des Suárez, 1705 m ü. M., mit (1870) 9597 Einw.

Monismus (griech.), die philosophische Lehre, welche im Gegensatz zu dem Dualismus (s. d.) ein einheitliches Prinzip zur Erklärung der Erscheinungen anwendet, also Gott und Welt, Kraft und Stoff, Geist und Körper nicht als unvereinbare Gegensätze, sondern als unzertrennliche Wesenheiten des Seienden betrachtet, die wir nur begrifflich und in der Vorstellung von ihm ablösen können. Die Idee des M., dem die meisten Anhänger der neuern Entwickelungslehre zugethan sind, welche sich danach Monisten nennen, fand ihren ersten Ausdruck in der natura naturans des Spinoza und ist vom Pantheismus (s. d.) dadurch verschieden, daß sie nicht das All gleichsam nur als Körper der Gottheit auffaßt, die es belebt und durchgeistigt, sondern vielmehr auch die geistigen Leistungen der Naturwesen als der natürlichen Entwickelung der Körperformen und Organisationen entsprechende betrachtet, so daß sie also erst auf bestimmten Stufen der Allgemeinentwickelung zum Selbstbewußtsein und zur bewußten Thätigkeit in bestimmten Richtungen gelangen können. Vgl. Rosenthal, Die monistische Philosophie (Berl. 1880); W. v. Reichenau, Die monistische Philosophie von Spinoza bis auf unsre Tage (2. Aufl., Köln 1881); du Prel, Die monistische Seelenlehre (Leipz. 1887); die Schriften von L. Noiré (s. d.).

Monistrol (M. sur Loire), Stadt im franz. Departement Oberloire, Arrondissement Yssingeaux, an der Loire und der Lyoner Eisenbahn (Lyon-Le Puy), hat ein schönes Schloß, (1881) 2296 Einw., Fabrikation von Spitzen, Bändern, Sacktüchern, Atlas, Papier, Eisenwaren und Leder.

Moniteur (franz., spr. -tör, "Ratgeber"), Pariser Zeitung, vom Buchdrucker Panckoucke als "Gazette nationale, ou le M. universel" 24. Nov. 1789 begründet, ward 1800 von Bonaparte zum Amtsblatt der Regierung gemacht und behielt diese Eigenschaft unter allen folgenden Regierungen bis 1869, wo das "Journal officiel" an seine Stelle trat. Der M. erschien seitdem als konservatives Privatjournal unter der Redaktion von Dalloz (gest. 1887) weiter. Die der Revolutionszeit angehörenden Jahrgänge, von denen 1858-63 ein Neudruck in 32 Bänden erschien (die Jahrgänge 1789-99 umfassend), sind eine wichtige Geschichtsquelle, deren Gebrauch erleichtert wird durch die "Tables chronologiques du M. universel" vom 5. Mai 1789 bis 1824 (Par. 1828, 8 Bde.). Erster Hauptredakteur war Marcilly, dann Thuau-Grandville, seit 1793 Thoré, nach dem 9. Thermidor (27. Juli 1794) Jourdan, der sich bis zur Konsularregierung behauptete und dann die Redaktion in die Hände von Sauve niederlegte. Nach dem Muster des französischen M. entstanden auch in andern Staaten offizielle Blätter unter diesem Titel.

Monition (lat.), Ermahnung, Erinnerung.

Monĭtor, s. Panzerschiff.

Monitōrische Dekrete, s. Dekret.

Monitorĭum (lat.), Mahnschreiben.

Monĭtum (lat., Mehrzahl Monita), erinnernde oder tadelnde Bemerkung, Mahnung.

Moniuszko, Stanislaus, poln. Komponist, geb. 5. Mai 1819 zu Ubiel im Gouvernement Minsk, verdankte seine musikalische Ausbildung dem Organisten Freyer in Warschau und 1837-39 Rungenhagen in Berlin, wurde 1858 Opernkapellmeister in Warschau und später Professor am Konservatorium daselbst; starb 4. Juni 1872. M. hat 15 Opern geschrieben (darunter "Halka", "Der Floßknecht", "Die Gräfin", "Das Gespensterschloß", "Der Paria" etc.), die alle ein durchaus nationales Gepräge haben und großen Beifall fanden; ferner Musik zu "Hamlet", viele Gesänge, Klavierstücke sowie ein theoretisches Werk (Harmonielehre).

Monk, George, Herzog von Albemarle, engl. Feldherr, geb. 6. Dez. 1608 als der Sohn eines Landedelmanns in Devonshire, trat 1625 in die Armee, war beim Ausbruch des Bürgerkriegs Oberstleutnant, focht auf seiten der Royalisten in Irland, geriet aber 1644 in Gefangenschaft und erkaufte erst 1646 durch den Übergang auf die Seite des Parlaments seine Freiheit. Hierauf mit dem Kommando der Parlamentstruppen in Nordirland betraut, entsetzte er das von den Royalisten belagerte Londonderry und entriß ihnen mehrere andre Plätze, knüpfte aber daneben mit dem königlichen Befehlshaber Unterhandlungen an, infolge deren er Irland räumte; doch ratifizierte das Parlament den Vertrag nicht. Nach Karls I. Hinrichtung ward M. von Cromwell zum Generalleutnant der Artillerie ernannt und begleitete diesen nach Schottland, wo er sich besonders bei Dunbar auszeichnete und sodann an der Spitze eines Armeekorps Stirling und Dundee eroberte. 1653 erhielt er das Kommando einer Division unter dem Admiral Blake im Seekrieg gegen Holland, schlug 2. Aug. auf der Höhe von Nieuport den Admiral Tromp und lieferte am 8. ein zweites Treffen auf der Höhe von Katwijk, wobei der Sieg zweifelhaft blieb, Tromp aber fiel. 1654 wieder als Oberbefehlshaber nach Schottland zurückgeschickt, erklärte sich M. nach Cromwells Tod auch für den Sohn desselben und nach dessen Sturz für das sogen. Rumpfparlament. Erst als der General Lambert eine neue Militärherrschaft begründete, marschierte M. gegen ihn, überschritt 1. Jan. 1660 mit 6000 Mann die englische Grenze, vereinigte sich zu York mit Fairfax, der für Karl II. ein Korps zusammengebracht hatte, und rückte 3. Febr. ohne Schwertstreich in London ein. Nach wenigen Tagen schon kündigte er dem Parlament den Gehorsam, führte 21. Febr. die im Dezember 1648 ver-^[folgende Seite]