Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Monkeygras; Monkwearmouth; Monme; Monmouth; Monmouthshire; Monnaie; Monnier

751

Monkeygras - Monnier.

triebenen presbyterianischen Parlamentsdeputierten nach Westminster zurück und verständigte sich mit Karl II., der auf Beschluß eines neugewählten Parlaments 25. Mai nach England zurückkehrte. M. wurde nun zum Mitglied des Geheimen Rats, Großstallmeister und Kammerherrn, zum ersten Kommissar des Schatzes und zum Herzog von Albemarle sowie zum Gouverneur der Grafschaften Devon und Middlesex ernannt, beteiligte sich aber wenig an den öffentlichen Angelegenheiten. 1666 befehligte er unter dem Herzog von York auf der gegen die Holländer ausgesandten Flotte, ward von Ruyter im Juni in einer viertägigen Seeschlacht auf der Höhe von Dünkirchen geschlagen, errang aber noch in demselben Monat (25. Juni) über denselben einen blutigen Sieg bei North-Foreland. Er starb 3. Jan. 1670 und ward in der Westminsterabtei bestattet. Vgl. Guizot, Monk (6. Aufl., Par. 1862; deutsch, Leipz. 1851).

Monkeygras, s. Attalea.

Monkwearmouth (spr. -ŭihrmöth), Vorstadt von Sunderland (s. d.) in Durhamshire (England).

Monme (Momme, Me), japan. Gewicht, à 10 Pun (Candarin) = 1 chines. Mas (Thién) = 3,78 g; nach preußischen Berichten etwas kleiner, 270 M. = 1 kg. Auch Rechnungsgeld, von den Holländern zu 1/6 Gulden holländisch gerechnet.

Monmouth (spr. mónnmöth), 1) (welsch: Mynwy) Hauptstadt von Monmouthshire (England), am Zusammenfluß von Monnow und Wye, von bewaldeten Hügeln umgeben, hat eine Eisenhütte, Kohlengruben und Eisenhütten in der Umgegend und (1881) 6111 Einw. Im Schloß (jetzt Ruine) wurde Heinrich V. geboren. -

2) Stadt im W. des nordamerikan. Staats Illinois, hat ein College und (1880) 5000 Einw.

Monmouth (spr. mónnmöth), James, Herzog von, natürlicher Sohn Karls II. von England und der Lucy Walters, geb. 9. April 1649 zu Rotterdam. Karl ließ den Knaben in Frankreich in der katholischen Religion erziehen, berief ihn nach der Restauration an seinen Hof und ernannte ihn zum Grafen von Orkney, später zum Herzog von M. und zum Hauptmann der Garde. 1679 stillte M. als Gouverneur Schottlands durch Milde die daselbst ausgebrochenen Unruhen. Als aber eine starke, dem Herzog von York, dem spätern Jakob II., feindliche Partei sich an M. anschloß, bewirkte der Herzog, daß M. nach den Niederlanden verwiesen ward. Auch hier blieb M. der Führer der mit der Thronfolge Yorks mißvergnügten Großen und war in alle ihre Verschwörungen verwickelt; im September 1682 ward er, eigenmächtig nach England zurückgekehrt, in Stafford verhaftet, aber wieder freigelassen; nach der Entdeckung des sogen. Ryehouse-Plot, als dessen Haupt er galt, erhielt er zwar die Verzeihung seines ihn heiß liebenden Vaters (November 1683), mußte aber wieder in die Verbannung gehen. Nach Jakobs II. Thronbesteigung (1685) verband sich M. mit dem Grafen von Argyll und landete, während dieser einen Einfall in Schottland versuchte, 11. Juni 1685 zu Lyme in der Grafschaft Dorset an der Südküste von England. Indem er sich für den Beschützer des von Jakob II. bedrohten protestantischen Glaubens ausgab, fand er unter den Bauern der südlichen Grafschaften viel Anhang und wagte es, von Taunton aus in einer Proklamation als rechtmäßiger Sohn Karls II. den königlichen Titel anzunehmen, ward aber 6. Juli 1685 bei Sedgemoore von den Truppen Jakobs überfallen und geschlagen. Auf der Flucht ergriffen, ward er zu London 15. Juli 1685 ohne vorhergegangen Prozeß auf Tower Hill enthauptet. Von ihm stammen die Herzöge von Buccleuch (s. d.) ab. Vgl. Roberts, Life and progress of Robert, Duke of M. (Lond. 1844, 2 Bde.).

Monmouthshire (spr. mónnmöthschĭr), Grafschaft im westlichen England, von Wales, Hereford- und Gloucestershire umschlossen, im SO. und S. von dem Ästuarium des Severn begrenzt, umfaßt ein Areal von 1499 qkm (27,2 QM.). Der Fluß Wye mit seinem Nebenfluß Monnow bildet die östliche, der Rumney die westliche Grenze; zwischen beiden mündet der Usk. Die Küste ist niedrig und wird durch starke Eindeichungen gegen die Flut, die hier oft bis zu 18 m steigt, geschützt; im Innern ist das Land hügelig, teilweise bewaldet, im NW. und NO. gebirgig. Verzweigungen der Schwarzen Berge treten im NW. in die Grafschaft herein. Die höchsten Höhen erreichen 596 m. Im NW. liegt ein ergiebiges Kohlenfeld. Der größte Teil der Grafschaft gehört zur devonischen Kalksteinformation, in der Mitte treten silurische Schiefer auf. Die Einwohner (1881: 211,267) bedienen sich fast ausschließlich der englischen Sprache, obgleich die geographische Nomenklatur welsch ist, und nur westlich vom Usk wird welsch noch vorwiegend gesprochen. Von der gesammten Oberfläche sind 16 Proz. unter dem Pflug; 51 Proz. bestehen aus Weideland, 8 Proz. aus Wald. Weizen wird namentlich in den fruchtbaren Thälern des Wye und Usk gebaut, Hafer und Gerste in den weniger ergiebigen Landstrichen. An Vieh zählte man 1887: 12,254 Pferde, 49,002 Rinder, 181,542 Schafe und 15,452 Schweine. Der Bergbau auf Steinkohlen (1885: 6,384,328 Ton.) und Eisenerze bildet einen wichtigen Erwerbszweig. Die Industrie beschränkt sich fast ausschließlich auf die Herstellung von Roh- und Gußeisen (1881: 38 Eisenhütten und Gießereien mit 6449 Arbeitern) und den Bau von Maschinen (1429 Arbeiter). Der Handel wird durch die günstige Lage an der See, gute Häfen, Flüsse, die Kanäle von M. und Brecknock und zahlreiche Eisenbahnen unterstützt. Hauptstadt ist Monmouth. - M. war zur Zeit der Römer, die hier die Stationen Venta und Isa Silurum hatten, von den Silurern bewohnt. Schon die Sachsen besetzten Monmouth, Chepstow und Caerleon, und Heinrich VIII. vereinigte die Grafschaft mit England.

Monnaie (franz., spr. -näh), Münze.

Monnier (spr. monnjeh), 1) Henri Bonaventure, franz. Schriftsteller und Maler, geb. 6. Juni 1799 zu Paris, war erst Gehilfe bei einem Notar, erhielt dann eine Stelle im Justizministerium und wandte sich schließlich der Malerei zu, indem er in das Atelier Girodets eintrat und sich zu einem ausgezeichneten Karikaturenzeichner ausbildete. Seine Illustrationen zu Bérangers Liedern und Lafontaines Fabeln, besonders aber seine "Scènes populaires, dessinées à la plume" (1830, mit den stereotyp gewordenen Figuren von Mr. Prudhomme, dem pedantischen, gespreizt feierlichen Schreiblehrer, und Mad. Gibou, der naiven, redseligen Pförtnerin) fanden großen Beifall u. erhielten mehrere Fortsetzungen (neue Ausg. 1879, 2 Bde.). Später brachte er auch mehrere seiner Volkstypen mit Erfolg auf die Bühne und spielte dann selbst, namentlich in der Provinz, die Hauptrolle. Hierher gehören namentlich die Lustspiele: "La grandeur et décadence de Joseph Prudhomme" (1852), "Le roman chez la portière" (1853), "Le bonheur de vivre aux champs" (1855), "Joseph Prudhomme, chef de brigands" (1860) u. a. Auch versuchte sich M. auf dem Gebiet des Romans ("Voyage en Holland", 1845; "Paris et la province" 1866, etc.). Er starb 3. Jan.