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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Monopoli - Monrad.

geheim gehaltene Erfindungen, hoch honorierte Künstler etc.). Eine mißbräuchliche Ausbeutung von Monopolen, welche aus verliehenen Vorrechten hervorgehen, wurde früher und wird auch heute noch durch Aufrichtung von Schranken, insbesondere durch Festsetzung von Preistaxen, verhütet. Solche Schranken können aber auch bei natürlichen Monopolen nötig werden, wenn dieselben auch nur eine Folge der allgemeinen Eigentumsordnung sind, sich jedoch auf Gegenstände erstrecken, deren geregelte und billige Beschaffung für die Gesamtheit von größter Wichtigkeit ist. Die meisten dieser Monopole verschwinden übrigens mit fortschreitender Verbesserung und Entwickelung des Verkehrs und der Technik.

Monopŏli, Stadt in der ital. Provinz Bari, am Adriatischen Meer und an der Eisenbahn Bologna-Otranto, Sitz eines Bischofs, mit den Trümmern eines alten Kastells und verfallenen Festungswerken, einer Kathedrale und mehreren andern Kirchen, einem offenen Hafen (1885 eingelaufen: 159 Schiffe mit 9020 Ton.), Leinweberei, Färberei und Gerberei, Handel mit Öl und Wein und (1881) 13,154 Einw.

Monopolisieren, etwas zum Gegenstand eines Monopols machen, ein Monopol auf etwas verleihen.

Monoptērisch (griech.), einflügelig, einflossig.

Monoptĕros (griech.), ein offener, von nur einer Säulenreihe getragener Rundbau; s. Tempel.

Monoptōton (griech.), Wort mit Einer Form für alle Kasus.

Monŏpus (griech.), Mißgeburt mit nur einer untern Extremität.

Monor, gewerblicher Markt im ungar. Komitat Pest, an der Österreichisch-Ungarischen Staatsbahn, mit (1881) 6228 ungar. Einwohnern.

Monosee, Kratersee im nordamerikan. Staat Kalifornien, 2300 m ü. M., jenseit der Sierra Nevada (Monopaß, 3281 m), mit salzigem Wasser.

Monospérmisch (griech.), einsamig, Bezeichnung solcher Früchte, welche nur einen Samen entwickeln.

Monosyllăbum (griech.), einsilbiges Wort; monosyllabisch, einsilbig.

Monothecisch (griech.), einfächerig, Bezeichnung für Staubblätter, die nur einen Beutel mit zwei Pollenfächern besitzen (antherae uniloculares).

Monotheïsmus (griech.), im Gegensatz zum Polytheismus (s. d.) die Anerkennung und Verehrung Eines Gottes. Monotheistische Religionen im strengen Sinn sind das Juden- und Christentum und der Islam, während ein allgemeiner Monismus auch den indischen Religionssystemen zu Grunde liegt. S. Gott.

Monothelēten (griech.), die Anhänger einer kirchlichen, den Monophysiten (s. d.) verwandten Partei im 7. Jahrh., welche entstand infolge des Versuchs, den der Kaiser Heraklios auf den Rat der Bischöfe Cyrus von Alexandria und Sergius von Konstantinopel 633 unter Zustimmung des Papstes Honorius I. machte, die Monophysiten mit der orthodoxen Kirche durch die Formel zu vereinigen, daß in Christus Ein gottmenschlicher Wille gewesen sei. Hiergegen erhob sich die dyophysitische Orthodoxie, und der Streit dauerte, wiewohl Heraklios durch das Edikt "Ekthesis" 638 und Constans II. 648 durch den "Typos" demselben Einhalt zu thun suchten, heftig fort, bis sowohl das erste Laterankonzil unter Führung des Papstes Martin I. 649 als auch unter dem Einfluß des Papstes Agatho das sechste ökumenische Konzil zu Konstantinopel (680) bestimmten, daß in Christus zwei den beiden Naturen entsprechende Willen und Wirkungsweisen seien, wobei sich der menschliche Wille dem göttlichen stets unterordne. Aus den Überresten der kirchlich ausgeschiedenen M. entstand die Sekte der Maroniten (s. d.).

Monotome Mineralien, nach Einer Richtung spaltbare Mineralien (vgl. Spaltbarkeit).

Monotōn (griech.), eintönig; Monotonie, Eintönigkeit, Mangel an Modulation und Biegsamkeit der menschlichen Stimme beim Sprechen oder Singen; im ästhetischen Sinn Mangel an Abwechselung und Mannigfaltigkeit.

Monotremăta, s. v. w. Kloakentiere.

Monotrimetrisches Kristallsystem, s. v. w. hexagonales Kristallsystem, s. Kristall, S. 231.

Monotropeen, dikotyle Pflanzengruppe aus der Reihe der Bicornes, eine Unterfamilie der Erikaceen bildend und hauptsächlich durch den Mangel von Laubblättern und von Chlorophyll ausgezeichnet, in der deutschen Flora durch die Gattung Monotropa vertreten.

Monovār, Bezirksstadt in der span. Provinz Alicante, an der Eisenbahn Madrid-Alicante, hat (1878) 8615 Einw. und Wollindustrie.

Monoxybenzōl, s. Phenol.

Monoxytoluōl, s. Kresol.

Monrad, 1) Ditlev Gothard, dän. Bischof und Minister, geb. 24. Nov. 1811 zu Kopenhagen, trat, nachdem er Theologie studiert und eine wissenschaftliche Reise ins Ausland gemacht hatte, mit einer Reihe von "Flyvende Blade" (1840-42) als politischer Schriftsteller auf, war auch eine Zeitlang einer von den Herausgebern der Zeitung "Fädrelandet" in Kopenhagen und wurde 1841 zum Bürgerrepräsentanten Kopenhagens erwählt. 1842 zum Mitglied der Direktion des Schulwesens der Stadt ernannt, machte er eine neue Reise ins Ausland, deren Resultate niedergelegt sind in seiner Schrift "Om Skolväsenets Ordning". 1843 übernahm er die Redaktion des Tageblatts "Dansk Folkeblad". 1846 wurde er Pastor auf Laaland. Als eins der Häupter der nationalliberalen Partei in Dänemark, welche 1848 zur Herrschaft kam, übernahm er 24. März das Portefeuille des Kultus im Ministerium Orla Lehmann, welches indes schon im November wieder zurücktrat, worauf er 1849 zum Bischof des Stifts Laaland-Falster ernannt wurde. Bald darauf wurde er zum Mitglied des Folkethings und von diesem auch zum Mitglied des Reichsrats erwählt, dagegen von dem Ministerium Örsted 26. April 1854 seines Amtes als Bischof entsetzt. Nach dem Sturz dieses Ministeriums wurde er Oberdirektor des dänischen Schulwesens, und 6. Mai 1859 übernahm er das Portefeuille als Kirchen- und Unterrichtsminister im Ministerium Hall. Als Hall beim Ausbruch des Konflikts mit Deutschland Ende 1863 seine Entlassung einreichte, bildete M. 31. Dez. 1863 ein neues Ministerium, in welchem er das Präsidium und die Finanzen übernahm. Ihm fiel die undankbare Rolle zu, den Krieg mit unzureichenden Kräften gegen die beiden deutschen Großmächte zu führen und die hartnäckig verblendeten Illusionen und Ansprüche seiner Partei und des Kopenhagener Pöbels dem Ausland gegenüber zu vertreten. Als alle Hoffnungen auf fremde Hilfe gescheitert waren und Dänemark sich zu Friedensverhandlungen bequemen mußte, nahm er 8. Juli 1864 seine Entlassung, wanderte 1865 mit seiner Familie nach Neuseeland aus, kehrte aber, da seine Besitzung im Maorikrieg verwüstet worden war, 1869 nach Dänemark zurück und erhielt 1871 sein altes Bistum Laaland-Falster wieder. Er starb 28. März 1887 in Nykjöbing.

2) Markus Jakob, norweg. Philosoph, geb. 19.