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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nahrungssaft; Nahrungsstoffe; Nahrungsverweigerung; Naht; Nahuelhuapi

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Nahrungssaft - Nahuelhuapi.

Arten, Topinambur, Oxalis-Arten, Apios tuberosa, Lathyrus tuberosa etc. schließen sich hier an, dann die Sagopalme, Cycas-Arten, der Kastanienbaum, mehrere Eichen, der Brotfruchtbaum etc. Eine geschlossene Gruppe, charakterisiert durch den hohen Gehalt an eiweißartigen Stoffen, besonders an Legumin, bilden die Hülsenfrüchte, zu denen die Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Lupinen, viele Dolichos-Arten, die Erdeichel (Arachis) etc. gehören. Endlich sind hier auch die Pilze, die Algen und Flechten zu erwähnen. Die Erdeichel bildet den Übergang zu den ölreichen N., welche indes auch viel Stärkemehl, Gummi, Zucker und Eiweißkörper zu enthalten pflegen. Hier sind besonders hervorzuheben: die Mandel, die Ölpalme und andre Palmen, die Olive, Walnuß, Haselnuß, Pistazie, Araukarie, Wassernuß, der Kakao und die Erdmandel (Cyperus esculentus). Von den zuckerreichen N. steht das Zuckerrohr an erster Stelle, und Ahorn und Runkelrüben schließen sich ihm an. Auch Rüben, Radieschen, Meerrettich, die gelbe Rübe, Pastinake, Zuckerwurzel, der Sellerie, die Laucharten etc. gehören hierher; doch haben die süßen Früchte stets eine viel größere Bedeutung als die Wurzeln, ja zum Teil eine kaum minder große als die Cerealien gehabt. Dies gilt besonders von der Dattelpalme und der Banane, während andre mehr oder weniger die Rolle des Obstes spielen. Zu nennen sind etwa: die Ananas, der Melonenbaum, die Feige, der Johannisbrotbaum, der Pandanus, die Kakteen und die Kürbis- und Gurkenfrüchte. Die süßen Früchte erlangen ihren größten Wohlgeschmack, wenn sich dem Zucker Säure in mäßiger Menge und ein Aroma zugesellen. Von diesen wohlschmeckenden Obstarten besitzt jeder Weltteil zahlreiche und ihm eigentümliche Arten, die zum Teil sehr weite Verbreitung gefunden haben. Zu den ursprünglich asiatischen gehören: der Mangobaum, der Rosenapfel, Nephelium Litchi, die Orange, Zitrone, der Pfirsich, die Pflaume, Aprikose, Kirsche, Quitte, der Apfel, die Birne, Tamarinde, Diospyros-Arten, die Mangostane, Mispel, Maulbeere, der Weinstock, der Granatapfel u. a.; Afrika dagegen hat nur wenige ihm eigentümliche Arten (Affenbrotbaum, Judendorn etc.), und eine noch geringere Auswahl bietet Europa dar. Amerika dagegen ist wieder reich an Obst, es bietet unter anderm den Anakardienbaum, den Mammaibaum, die liebliche Avocado (Persea gratissima), die Goyava (Psidium), die Pisange, die Ikakopflaume, den Breiapfel (Sapota Achras), den Zuckerapfel (Anona) etc. Zur letzten Gruppe der N. rechnet man die Gemüse, die zahlreichen Kohl- und Krautarten, Spinat, Salat, Spargel, Artischocken, Palmenknospen, Corchorus-Arten, die Eierpflanze etc. Eine Übersicht der wichtigsten N. geben unsre drei Tafeln "Nahrungspflanzen". Vgl. Unger, Die N. des Menschen (Wien 1857).

Nahrungssaft, s. v. w. Chylus.

Nahrungsstoffe, s. Nahrungsmittel.

Nahrungsverweigerung (griech. Sitophobie), eine nicht seltene krankhafte Willensäußerung, die bei allen Formen und Stadien von Geisteskrankheit je zuweilen vorkommt, am häufigsten jedoch in der Melancholie. Bald ist es eine dunkle Erfindung eines krankhaften Zustandes des Magens und Darms, welche dem Geisteskranken einen Abscheu gegen jede Nahrung eingibt; bald beruht die N. auf Halluzinationen, namentlich des Geschmackssinns, indem der Kranke ungenießbare, übelschmeckende Dinge vor sich zu haben glaubt, bald auf allerhand Wahnideen; bald ist die N. nur eine Modifikation des Selbstmordtriebs, welche für den Kranken höchst lebensgefährlich werden kann, die Ernährung aufs äußerste stört und nicht selten trotz aller ärztlichen Bemühungen zum Hungertod führt. Die Ernährung muß in solchen Fällen künstlich mit der Schlundsonde bewirkt werden, und wenn die Kranken durch willkürliches Erbrechen die Speisen wieder von sich geben, bleibt nur der Versuch durch Klystierernährung übrig.

Naht, s. Nähen. - Im Schiffbau heißen Nähte die Fugen zwischen den Planken, bez. Platten der Schiffshaut.

Naht (Sutura), in der Anatomie, s. Knochennaht. - In der Chirurgie ist die N. ein schon im Mittelalter sehr gebräuchliches Mittel, um Wundränder zu vereinigen. Man hat wohl die Vereinigung der Wundflächen durch Verbände, Heftpflaster, Kollodium, Stahlklammern als unblutige N. bezeichnet, welcher die eigentliche mit Nadel und Faden ausgeführte als blutige gegenübersteht. Von den vielfachen Methoden sind fast allein noch zwei üblich: die gewöhnlichste, die Knopfnaht, und die umschlungene N. Bei der ersten wird nahe am Rande des Wundspalts eingestochen und der Faden an einer genau gegenüberliegenden Stelle des andern Randes wieder herausgeführt; die Enden des Fadens werden angezogen und über dem so geschlossenen Spalt mit einfachen oder chirurgischen Knoten geknüpft. Zur umschlungenen N. dienen gerade, lange, sogen. Karlsbader Insektennadeln, welche tagelang in der Wunde liegen bleiben und dadurch wirken, daß der in ∞-Touren umschlungene Faden die Ränder aneinander hält. Man bedient sich dieser Methode, wenn man das Umlegen und Einrollen der Wundränder fürchtet (bei Hasenscharten und andern kosmetischen Operationen), bei Fällen, in denen die N. zugleich blutstillend wirken soll, und endlich bei großen Bauchwunden, bei denen es auf genauen Schluß des Spalts ankommt. Man wählt als Fäden meistens präparierte Seide und Catgut (in Karbolöl aufbewahrte feine Darmsaiten), seltener Silberdraht; das Catgut hat den Vorzug, daß es in tiefen Wunden einheilt und liegen bleiben darf, während die andern Fäden nach 2, 3, 4 bis 8 Tagen entfernt werden müssen oder von selbst ausgestoßen werden. Die N. wird bei Weichteilen, namentlich Haut, Muskeln, Sehnen, bei Nerven, selten am Darm und der Gebärmutter angewandt, immer aber nur dann, wenn eine Aussicht auf direkte Verheilung, d. h. Heilung ohne Eiterung, vorliegt; gequetschte oder allzu tiefe Schuß- oder Rißwunden dürfen nicht genäht werden, weil sie doch in Eiterung übergehen und die N. üblerweise den Abfluß der Sekrete hindert. Die Knochennaht wird bei sogen. falschen Gelenken (Pseudarthrosis) angewandt, wo zwei sich gegenüberliegende Knochenenden gereizt und durch hindurchgezogene Silberdrähte vereinigt werden, um ihr Zusammenheilen zu bewirken. Die Nervennaht dient namentlich bei Schußverletzungen, aber auch sonst bei Nerventrennungen dazu, die getrennten Stücke zu vereinigen, um so die Leitung und Bewegungsfähigkeit des Gliedes wiederherzustellen. Die Sehnennaht wird bei Trennungen namentlich einzelner Sehnen der Finger mit gutem Erfolg ausgeführt und rettet oft die Beweglichkeit, welche ohne die Operation verloren wäre. Vgl. Rawoth, Akiurgie (Berl. 1868).

Nahuelhuapi, See im südlichen Teil der Argentinischen Republik, am östlichen Fuß der Andes, 539 m ü. M., ist 1260 qkm (22,9 QM.) groß, von fruchtbarem Hügelland umgeben. Es entströmt ihm der Limay (ein Quellfluß des Rio Negro). Von hier aus führen die nur 877 und 840 m hohen Pässe von Ro-^[folgende Seite]