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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nez percés; Ngaikampfer; Ngamisee; Nganhui; Ngoo; Ngornu; Ni; Niagara

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Nez percés - Niagara.

für inkompetent erklärte, brachte der Minister Richelieu den Prozeß vor die Pairskammer. Mit großer Stimmenmehrheit ward er des Hochverrats für schuldig befunden und am Morgen des 7. Dez. 1815 im Garten des Luxembourg erschossen. Auf dem Platz der Exekution wurde ihm 1853 ein Standbild errichtet. N. hinterließ drei Söhne (s. unten), die später seine "Mémoires" (Par. 1833, 2 Bde.) veröffentlichten. Vgl. Dumoulin, Histoire complète du procès du maréchal N. (das. 1815, 2 Bde.); Rouval, Vie du maréchal N. (Par. 1833); Verronais, Vie militaire de Michel N. (das. 1853).

2) Joseph Napoléon, Fürst von der Moßkwa, ältester Sohn des vorigen, geb. 8. Mai 1803, ward 1830 Adjutant des Herzogs von Orléans und erhielt 19. Nov. 1831 die Pairswürde. Beim Ausbruch der Revolution von 1848 besuchte er die demokratischen Klubs, wirkte aber schon damals für den Bonapartismus. 1849 wurde er in mehreren Departements in die Nationalversammlung gewählt. Nach dem Staatsstreich vom 2. Dez. 1851 war er als Mitglied der konsultativen Verfassungskommission thätig und erhielt eine Senatorstelle; bald darauf ward er Brigadegeneral. Ein Freund der altklassischen Musik, gab er mit großem Kostenaufwand eine Sammlung alter Musikstücke heraus. Er starb 25. Juli 1857 in St.-Germain bei Paris. Sein jüngerer Bruder, Michel Aloys Félix, Herzog von Elchingen, geb. 24. Aug. 1804, starb 14. Juli 1854 während des Krimfeldzugs als Brigadegeneral in Gallipoli an der Cholera. Dessen Sohn Michel Aloys, Herzog von Elchingen, geb. 3. Mai 1835, General der Kavallerie, erschoß sich wegen zerrütteter Vermögensverhältnisse 23. Febr. 1881; er hinterließ zwei Söhne. Der dritte Bruder, Graf Napoléon Henri Edgar, geb. 20. März 1812, ward 1852 Kavallerieoberst und Adjutant Napoleons III., 1856 Brigadegeneral, 1857 nach dem Ableben seines ältesten Bruders, der keine Söhne hinterließ, als Prinz von der Moßkwa anerkannt, 1859 Senator, 1863 Divisionsgeneral, Adjutant und Großjägermeister Napoleons III. und starb 13. Okt. 1882 in Paris.

3) Jenny, Sängerin, s. Bürde-Ney.

Nez percés (spr. neh persseh, "durchbohrte Nasen", auch Sahaptin), amerikan. Indianerstamm, 1530 Seelen stark, östlich vom Snake River, auf vier Reservationen im Staat Idaho und im Indianerterritorium angesiedelt.

Ngaikampfer, s. Kampfer.

Ngamisee, Süßwassersee im Innern von Südafrika, unter 20° 30' südl. Br. und 23° östl. L. v. Gr., an der Nordgrenze der Wüste Kalahari, ungefähr 857 m ü. M., in der tiefsten Senkung des südafrikanischen Plateaus, mit einem Areal von 770 qkm (14 QM.), das aber stetig abnimmt. Von NW. her führt ihm der Okavango oder Cubango, in seinem untersten Lauf Tioge genannt, in der Regenzeit eine bedeutende Wassermasse zu; in der trocknen Zeit bildet er aber nordwestlich vom N. eine ausgedehnte sumpfige Fläche, aus welcher nur wenig Wasser dem See zugeht. Auch mit den nordöstlich und östlich liegenden Wasserbecken scheint der N. periodisch in Verbindung zu stehen. Er wurde zuerst 1849 von Livingstone und Murray erreicht, 1852 von Campbell und Macabe und 1853 von Andersson genauer erforscht, später sehr häufig von Jägern und Händlern, zuletzt (1886) von Schinz, besucht. Vgl. Andersson, Lake Ngami etc. (Lond. 1856).

Nganhui (Nganhoei), Provinz von China, am untern Jantsekiang, von diesem und dem Hweiho im Norden bewässert, 139,875 qkm (2540 QM.) groß mit (1882) 20,596,988 Einw., vor der Taipingrebellion aber, welcher Epidemien und Hungersnot folgten, mit nahezu 37 Mill. Einw. Die Provinz erzeugt Baumwolle, Reis, Thee etc., verfertigt lackierte Waren, Seiden- und Baumwollzeuge etc. Die Hauptstadt Nganking, links am Jantsekiang, betreibt bedeutenden Binnenhandel, besonders nach Hankeou und Schanghai, und hat (1878) 40,000 Einw.

Ngoo, japan. Hohlmaß, s. Zjoo.

Ngornu, Stadt im afrikan. Reich Bornu (Sudân), 30 km südöstlich von Kuka, am westlichen niedrigen Ufer des Tsadsees, der den Ort regelmäßig zur Zeit der Hochwasser überschwemmt, so daß die Einwohner (ca. 20,000) ihre Hütten immer weiter nach W. verlegen. Auch wird N. häufig von den Piraten des Sees heimgesucht.

Ni, in der Chemie Zeichen für Nickel.

Niagara (spr. engl. nei-äggärä), der Verbindungsstrom zwischen dem Erie- und Ontariosee, welcher die Grenze zwischen dem britischen Kanada und dem nordamerikanischen Staat New York bildet, durchläuft mit seinen Krümmungen eine Strecke von 53 km. Bei dem Fort Erie, wo er zuerst den Charakter eines Flusses annimmt, ist er 1200 m breit, verringert aber bald (bei Black Rock) sein Bett bis auf 600 m und eilt in raschem Lauf dahin. Dann erweitert er sich wieder zu seiner ursprünglichen Breite und fließt ziemlich langsam von S. nach Norden. Etwa 10 km unterhalb Fort Erie teilt sich der Fluß in zwei Arme, welche die zum Staat New York gehörige bewaldete Insel Grand Island umfließen und nach einem Laufe von kaum 15 km sich wieder vereinigen; vor dem Ausfluß des westlichen Arms liegt das britische Inselchen Navy Island. Von hier an schießt der Strom mit wachsender Schnelligkeit dahin, um endlich 7 km unterhalb, zwischen der amerikanischen Stadt Niagara Falls und dem kanadischen Dorf Clifton, in die Tiefe zu stürzen. Dies ist der weltberühmte Niagarafall. Durch die Ziegeninsel (Goat Island) wird derselbe in zwei ungleiche Arme geschieden. Der östliche, der amerikanische, ist 326 m breit und am Ufer 50 m hoch, der westliche, der große oder Horseshoefall (Hufeisenfall), 574 m oder, längs der Diagonale gemessen, 372 m breit und 48 m hoch. Der erstere liegt ganz innerhalb des Unionsgebiets, der letztere nur zur Hälfte, da die Grenze durch die Mitte desselben gezogen gedacht wird. Die Großartigkeit des Niagarafalles besteht nicht sowohl in der Höhe seines Sturzes als vielmehr in der ungeheuern Masse des sich herabstürzenden Wassers, die Barrett auf 554,000 cbm pro Minute schätzt. Aus der Tiefe der von 70-85 m hohen Felswänden eingefaßten Kluft, in welche das Wasser stürzt, steigen weiße Schaum- und Wolkenmassen empor, die meilenweit gesehen werden. Von beiden Seiten kann man hinter die riesenhafte Wasserschicht der herabstürzenden Fluten vordringen, deren Wucht im Flußbett, am Fuß des Falles, eine 57 m tiefe Höhlung ausgewühlt hat. Das 26 m dicke, fast ganz horizontale Kalksteinlager, über welches die ungeheure Wassermasse herabstürzt, ruht auf einem noch mächtigern Schieferlager, das durch den feinen Staubregen, den der Wind und das Aufschäumen der Wassermasse in die Höhe treibt, ohne Unterlaß zersetzt wird, so daß der seiner Unterlage beraubte Kalkstein in großen Massen nachstürzt, wie dies namentlich 1828, 1853 und 1862 geschah, wo der sogen. Table Rock, auf der kanadischen Seite, in den Fluten verschwand. Durch diese fortdauernde Zerstörung der Felsen seines Bettes geht der Nia-^[folgende Seite]