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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nexöe; Nexum; Nexus; Ney

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Nexöe - Ney.

der Wall Street errichtet. Während des Revolutionskriegs fiel N. 1776 in die Gewalt der Briten, die es erst 25. Nov. (Evacuation day) 1783 verließen. 1785 trat in N. der erste Kongreß zusammen; 1789 wurde hier Washington als erster Präsident der Vereinigten Staaten unter der neuen Konstitution inauguriert. 1807 wurde im Hafen von N. das erste Dampfboot zur Schiffahrt auf dem Hudson gebaut. 1835 verheerte eine furchtbare Feuersbrunst einen ca. 16 Hektar großen Teil des eigentlichen Geschäftsviertels. Zu Anfang des 19. Jahrh. hatte N. erst etwas über 60,000 Einw., 1820 schon das Doppelte, 1840: 312,852, 1860: 805,651 Einw. Obwohl nicht Hauptstadt der Union, erlangte N. durch seine Größe hervorragende Bedeutung für dieselbe und ihre Parteiverhältnisse und ist ein Hauptgegenstand der Rivalität zwischen Republikanern und Demokraten. Die Stadtverwaltung (s. oben) ward lange von einer auf die zahlreiche irische Bevölkerung sich stützenden Parteiorganisation, dem Tammany Ring (s. d.), beherrscht u. ausgebeutet. Auch nach deren Sturz ward die Korruption in den Gemeindebehörden nicht völlig beseitigt und 1886 zwölf Mitglieder des Gemeinderats wegen Anteil am Broadwaybahnschwindel verhaftet. Vgl. Appleton, Dictionary of N. (neue Ausg. 1886); Richmond, N. and its institution 1609-1871 (1872); Pachmayr, Leben und Treiben der Stadt N. (Hamb. 1874); Precht, N. im 17. Jahrhundert (das. 1884). Die Geschichte der Stadt schrieben Booth (neue Ausg. 1880), Lamb (1880, 2 Bde.), Lossing (1884, 2 Bde.).

Nexöe, Stadt auf der Südostküste der dän. Insel Bornholm, mit Hafen und Reede, Schiffahrt, Handel und (1880) 1999 Einw.

Nexum (lat.), im altröm. Rechtsleben die feierliche Form der Abschließung eines Darlehnsgeschäfts. Ursprünglich nämlich, als es noch kein geprägtes Metallgeld gab, wurde das Erz von dem Darleiher dem Empfänger zugewogen, und hieraus erklärt sich der spätere symbolische Gebrauch von Erz und Wage beim Abschluß des Darlehnsvertrags ("per aes et libram"), eine Form, welche übrigens auch zum Zweck der Begründung anderweiter Vertragsverhältnisse zur Anwendung kam, später aber aufgegeben wurde.

Nexus (lat.), Band, Zusammenhang, Verbindung; rechtliche Verbindlichkeit; N. feudalis, Lehnsverbindung; N. parochialis, Kirchenverband.

Ney (spr. nä), 1) Michel, Herzog von Elchingen, Fürst von der Moßkwa, Marschall von Frankreich, Sohn eines aus Wachendorf im württembergischen Oberamt Horb stammenden Böttchers, geb. 10. Jan. 1769 zu Saarlouis, ward Schreiber bei einem Notar, dann Aufseher in dem Eisenhammer zu Saleck, trat 1788 als Gemeiner in das Husarenregiment Colonel-général, wohnte dem Feldzug von 1792 als Adjutant der Generale Lamarche und Collaud bei und kehrte 1794 als Kapitän zu seinem Regiment zurück. Kléber ernannte ihn während der Blockade von Mainz zum Eskadronschef und Generaladjutanten. 1796 trat N. in die Maas- und Sambrearmee unter Jourdan und erwarb sich, indem er den Übergang über die Rednitz erzwang, den Grad eines Brigadegenerals. 1797 hatte er teil an dem Sieg bei Neuwied, doch geriet er bei Diernsdorf in kurze Gefangenschaft. Im Frühjahr von 1799 nahm er durch einen kühnen Handstreich Mannheim und wurde dafür zum Divisionsgeneral erhoben. Zur Verstärkung Massénas in die Schweiz beordert, erhielt er bei Winterthur eine schwere Verwundung. 1800 zeichnete er sich unter Moreau besonders bei Hohenlinden aus. Nach dem Frieden zu Lüneville bewirkte Bonaparte seine Vermählung mit Aglaé Louise Auguié de Lescans, einer Jugendfreundin der Hortense Beauharnais, und ernannte ihn zum Generalinspektor der Kavallerie. 1802 ging N. als Gesandter nach der Schweiz, wo er den Frieden und die Mediationsakte vom 19. Febr. 1803 zu stande brachte. Nachdem er bei Errichtung des Kaiserthrons den Marschallstab erhalten, schlug er im Kriege gegen Österreich 1805 den Erzherzog Ferdinand 9. Okt. bei Günzburg und führte 14. Okt. durch einen Sturm auf die Schanzen von Elchingen die Kapitulation von Ulm herbei. Napoleon I. ernannte ihn dafür zum Herzog von Elchingen. N. drang hierauf in Tirol ein und besetzte Innsbruck und Hall. 1806 verfolgte er nach der Schlacht bei Jena mit seiner Kavallerie den fliehenden Feind, zwang Erfurt und Magdeburg zur Übergabe und wendete sich hierauf nach Ostpreußen und Polen gegen die Russen. 1807 kämpfte er tapfer bei Eylau und entschied 14. Juni den Sieg bei Friedland. Damals erwarb er sich den Namen le brave des braves. Seit 1808 in Spanien befehligend, behauptete er durch eine Reihe der glänzendsten Waffenthaten seinen Ruhm. 1811 zerfiel er mit dem Oberfeldherrn Masséna wegen des Feldzugsplans und zog sich daher nach Frankreich zurück, bis er im russischen Feldzug den Befehl über das 3. Armeekorps erhielt, an dessen Spitze er in der Schlacht bei Smolensk, besonders aber an der Moßkwa tapfer kämpfte und sich den Titel eines Fürsten von der Moßkwa erwarb. Auf dem Rückzug befehligte N. die Nachhut des Heers. Mit eiserner Strenge hielt er die Manneszucht aufrecht und rettete beim Übergang über die Beresina wenigstens die Trümmer des Heers. 1813 eröffnete er die Schlacht bei Lützen, befehligte bei Bautzen das Zentrum und siegte an der Spitze des rechten Flügels bei Dresden 26. und 27. Aug. Nach der Niederlage Oudinots bei Großbeeren erhielt er den Oberbefehl über die zum Vordringen auf Berlin bestimmten Streitkräfte, wurde aber 6. Sept. von Bülow bei Dennewitz geschlagen. Bei Leipzig war er 16. Okt. in die Reserve beordert, verteidigte aber 18. und 19. Okt. hartnäckig die östlichen Vorstädte. Im Feldzug von 1814 focht er bei Brienne, Montmirail, Craonne, Châlons sur Marne etc., drängte aber nach der Einnahme von Paris den Kaiser zur Abdankung. Ludwig XVIII. ernannte ihn zum Mitglied des Kriegskonseils und zum Pair und verlieh ihm den Befehl über die 6. Militärdivision. Indes wurde er von den übermütigen Royalisten mannigfach gekränkt, daher er sich seit dem Januar 1815 auf sein Landgut Coudrot bei Châteaudun zurückzog. Auf die Nachricht von Napoleons Rückkehr von Elba zog er, nachdem er die Bourbonen noch ausdrücklich seiner Treue versichert, mit 4000 Mann gegen denselben, ging aber, als er zu Lons le Saunier erfuhr, daß die Garnison von Grenoble übergegangen sei und seine eignen Truppen für Napoleon wären, 17. März bei Auxerre ebenfalls zum Kaiser über. Bei Eröffnung des Feldzugs von 1815 übernahm er den Oberbefehl über das 1. und 2. Korps, kämpfte 16. Juni bei Quatrebras gegen den Herzog von Braunschweig und befehligte bei Waterloo mit großer Tapferkeit das Zentrum; zweimal, erst mit der Kavallerie, dann mit den Garden, versuchte er die englische Stellung zu erstürmen. Nach Paris zurückgekehrt, riet er in der Pairskammer im Interesse Frankreichs zur Rückberufung der Bourbonen. Er selbst wollte nach Amerika entfliehen, entschloß sich aber später, nach der Schweiz zu gehen. Auf der Flucht ward er entdeckt und 19. Aug. gefangen nach Paris zurückgebracht. Da sich das Kriegsgericht, vor welches man ihn stellte,