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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Niederlangenau - Niederrheinischer Kreis.

von 3,101,925 T., die Handelsflotte bestand aus 1885 Fahrzeugen von 288,337 T. Eisenbahnen bestehen auf Java (940 km) und Atschin (5 km), Telegraphenlinien auf Java (3629 km Linien und 5625 km Drähte) und Sumatra (2068 km Linien und 2112 km Drähte); Postämter bestehen auf Java 114, auf Sumatra 35, auf andern Inseln 25. Vgl. die einzelnen Artikel: Java, Sumatra u. a.

Niederlangenau, Badeort, s. Langenau 3).

Niederlassungsfreiheit, der Grundsatz, wonach sich jedermann an jedem Ort vorübergehend oder dauernd aufhalten kann, wo er eine eigne Wohnung oder ein Unterkommen sich zu verschaffen im stande ist. Das System der N. gilt jetzt für alle Angehörigen und für den ganzen Umfang des Deutschen Reichs. S. Freizügigkeit.

Niederloire (Loire-Inférieure), franz. Departement, s. Loire, S. 878.

Niedermarsberg, s. Marsberg 2).

Niedermendig, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Mayen, an der Linie Andernach-Mayen der Preußischen Staatsbahn, hat bedeutende Mühl- und Werksteinbrüche in Basaltlava, viele Bierbrauereien, deren Keller sich in den 20-30 m tiefen Gängen der Steinbrüche befinden, 3 Mineralbrunnen, Fabrikation flüssiger Kohlensäure, mechanische Werkstätten und (1885) 2881 meist kath. Einwohner.

Niedernau, Badeort im württemberg. Schwarzwaldkreis, Oberamt Rottenburg, am Neckar und an der Linie Plochingen-Villingen der Württembergischen Staatsbahn, hat 420 Einw. und bittersalzhaltige Mineralquellen, die gegen Verschleimungen, Unterleibsleiden, Rheumatismus und Krankheiten der Atmungs- und Geschlechtsorgane empfohlen werden. Vgl. Ritter, Badeort N. (Rottenb. 1869).

Niedernhall, Stadt im württemberg. Jagstkreis, Oberamt Künzelsau, am Kocher, hat Jacquardweberei, eine Salzquelle und (1885) 1387 evang. Einw.

Niederolm, Dorf in der hess. Provinz Rheinhessen, Kreis Mainz, an der Selz und an der Linie Mainz-Wahlheim der Hessischen Ludwigsbahn, hat eine kath. Pfarrkirche, ein Amtsgericht, Weinbau und (1885) 1683 Einw.

Niederösterreich, s. Österreich (Erzherzogtum).

Niederplanitz, Dorf in der sächs. Kreis- und Amtshauptmannschaft Zwickau, hat eine evang. Kirche, Steinkohlenbergbau, Treibhausgärtnerei auf der Oberfläche eines seit 1641 brennenden Kohlenflözes und (1885) 7331 Einw.

Niederpyrenäen (Basses-Pyrénées), Departement im südwestlichen Frankreich, aus den alten Landschaften Béarn, Niedernavarra, Soule und Labourd gebildet, grenzt im Norden an das Departement Landes, im O. an Gers und Oberpyrenäen, im S. an Spanien und im W. an den Atlantischen Ozean und umfaßt 7623 qkm (138,5 QM.). Das Departement enthält mehrere Gebirgszüge der Pyrenäen mit dem Pic du Midi d'Ossau und bildet mit seinen felsigen Meeresufern, seiner bewegten See, seinen reizenden Hügelreihen mit dem ewigen Schnee der Pyrenäen im Hintergrund, seinen Thälern, welche von klaren, reißenden Gebirgswassern (Gaves) durchflossen werden, ein an Naturschönheiten reiches Land. Der Boden ist wohl nur in den tiefern Thälern fruchtbar, im übrigen aber mit guten Weiden und schönen Waldungen bedeckt. Der Hauptfluß ist der Adour, der den Luy, den Gave de Pau mit dem Gave d'Oloron, die Bidouze und die Nive empfängt. Sonst sind die Nivelle und die Bidassoa (Grenzfluß gegen Spanien) zu nennen. Auch gibt es im Gebirge zahlreiche kleine Seen. Das Klima ist auf dem Hochgebirge rauh, in den untern Thälern dagegen mild und sehr gesund. Die Bevölkerung betrug 1886: 432,999 Seelen, wovon etwa 116,000 auf den Volksstamm der Basken kommen, welcher sich aber durch Auswanderung, namentlich nach Südamerika, immer mehr verringert. Von der gesamten Oberfläche kommen 161,425 Hektar auf Äcker und Gärten, 108,271 auf Wiesen, 22,157 auf Weinberge, 161,370 auf Wälder, 224,580 auf Heide- und Weideland. Bodenprodukte sind: Cerealien, hauptsächlich Mais (1,3 Mill. hl, fast 1/7 der gesamten Produktion Frankreichs), die ausschließliche Nahrung eines großen Teils der Landbewohner, dann Weizen in den ebenen Gegenden und etwas Hafer, ferner Kartoffeln, Flachs, Kastanien, Obst und Südfrüchte, Wein (in guten Jahren über 300,000 hl) und Bauholz. Die Bewirtschaftungsmethode ist jedoch noch sehr zurückgeblieben, ein großer Teil des Heide- und Weidelandes könnte Ackerland sein. Was die Viehzucht betrifft, so ist besonders die Zahl der Schafe (422,612 Stück), Ziegen (19,015), Maultiere und Esel (18,748) und Schweine (129,769) ansehnlich. Die Pferde (Navarrarasse) sind wegen ihrer Lebhaftigkeit und Ausdauer geschätzt; auch die Bienen- und Geflügelzucht ist sehr verbreitet. Das Mineralreich liefert Steinsalz, Granit, Kalkstein und Marmor, Anthracit, dazu Torf, etwas Eisen- und Kupfererz. Unter den zahlreichen warmen und kalten Mineral- und Salzquellen nehmen Eaux Bonnes, Eaux Chaudes und St.-Christau die erste Stelle ein. Die Industrie ist von geringer Bedeutung und erstreckt sich nur auf Eisen, Papier, Leder, Spinnerei und Weberei u. a. Der Seehandel konzentriert sich in den beiden Häfen Bayonne und St.-Jean de Luz; der Binnenhandel findet in den Eisenbahnlinien von Bordeaux über Bayonne nach Spanien, dann von Bayonne über Pau nach Toulouse mit mehreren Zweigbahnen, ferner auf dem Adour und den andern schiffbaren Flüssen seine Hauptkommunikationswege. Das Departement zerfällt in fünf Arrondissements: Bayonne, Mauléon, Oloron, Orthez, Pau. Hauptstadt ist Pau.

Niederrad, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, Stadtkreis Frankfurt a. M., an der Linie Mainz-Frankfurt a. M. der Hessischen Ludwigsbahn, hat eine evang. Kirche, eine Oberförsterei (für den Frankfurter Stadtwald), Seidenhut- und Wachstuchfabrikation und (1885) 5181 meist evang. Einwohner.

Nieder-Ramstedt, Dorf in der hess. Provinz Starkenburg, Kreis Darmstadt, an der Modau, im Odenwald und an der Linie Darmstadt-Heubach der Hessischen Ludwigsbahn, hat eine evang. Kirche, eine Erziehungsanstalt für Mädchen, Oberförsterei, Papierfabrikation, viele Mühlen und (1885) 1401 Einw.

Niederrhein (Bas-Rhin), früheres franz. Departement, umfaßte den nördlichen Teil des Elsaß und einige Stücke von Lothringen, im ganzen 4550 qkm (82,7 QM.) mit (1866) 588,970 Einw., und hatte Straßburg zur Hauptstadt. Es fiel durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 vollständig an Deutschland (s. Elsaß-Lothringen).

Niederrheinischer Kreis (kurrheinischer Kreis), ehemaliger Kreis des Deutschen Reichs, an beiden Seiten des Rheins, umfaßte die Kurpfalz, die Kurfürstentümer Mainz, Trier und Köln, das Fürstentum Arenberg, die Deutschordensballei Koblenz, die Herrschaft Beilstein, die dem Fürsten von Nassau-Dietz gehörte, die Grafschaft Nieder-Isenburg und das Burggrafentum Rheineck im Besitz der Grafen von Sinzendorf. Das Direktorium führte Kurmainz. Er grenzte an den oberrheinischen, westfälischen,