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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Nipigon; Nipissing; Nipperdey; Nippes; Nippold; Nippon; Nippsachen; Nirgua de Collado; Nirwâna; Nisäa; Nisâm

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Nipigon - Nisâm.

Verbrannt liefern sie Salz, zerstoßen sind sie wirksam gegen den Stich giftiger Insekten. Aus den Kolben wird Toddy gewonnen. Das Innere der Frucht ist genießbar.

Nipigon, See in der britisch-amerikan. Provinz Ontario, mit über 1000 Inseln, 48 km nördlich von und 95 m über dem Obern See, in den er durch den Nipigonfluß abfließt.

Nipissing, See in der britisch-amerikan. Provinz Ontario, 760 qkm groß, liegt 195 m ü. M. und fließt durch den French River in den Huronensee ab.

Nipperdey, Karl, Philolog, geb. 13. Sept. 1821 zu Schwerin, studierte 1840-46 in Leipzig und Berlin (unter Lachmann u. Haupt), wurde 1850 Privatdozent in Leipzig, 1852 außerordentlicher Professor in Jena, 1855 Ordinarius und gab sich dort, an einer schweren Krankheit leidend, 2. Jan. 1875 selbst den Tod. N. war einer der feinsten Kenner der lateinischen Prosa. Wir verdanken ihm von Cäsar eine kritische Bearbeitung (Leipz. 1847) und eine Textausgabe (das. 1847, 4. Aufl. 1881), von Nepos eine größere Ausgabe (das. 1849; 2. Aufl. von Lupus, Berl. 1879), eine kleine Ausgabe (Leipz. 1850; 9. Aufl. v. Lupus, Berl. 1885) und eine Textausgabe (das. 1867), von Tacitus eine Ausgabe der "Annalen" mit Anmerkungen (Leipz. 1851; 1. Bd., 8. Aufl. v. Andresen, Berl. 1884; 2. Bd., 4. Aufl., das. 1880) und eine Textausgabe (das. 1871-76, 4 Bde.; 4. Bd. von R. Schöll), außerdem "Die leges annales der römischen Republik" (Leipz. 1870). Seine übrigen Arbeiten, von denen wir "In Cornelio Nepote spicilegium criticum" (Bd. 1, Leipz. 1850; Bd. 2, Jena 1868-71) hervorheben, sind gesammelt von Schöll als "C. N. opuscula" (Berl. 1877). Vgl. Schöll, Karl N. (Jena 1875).

Nippes, bis 1887 Gemeinde im preuß. Regierungsbezirk und Landkreis Köln, jetzt der Stadt Köln einverleibt, an der Linie Köln-Neuß der Preußischen Staatsbahn und mit Köln durch eine Pferdebahn verbunden, hat 2 katholische und eine evang. Kirche, eine Hauptwerkstätte der linksrheinischen Eisenbahn, eine Gummiwaren-, eine Schuh-, eine Seifen- und eine Malzfabrik, 3 Sägewerke, eine Eisengießerei, eine Dampfmühle, Fabrikation von Chemikalien und Harzprodukten, 3 Pappschachtelfabriken, Bierbrauerei und (1885) mit der auf einem zur Befestigung Kölns gehörigen Fort liegenden Garnison (2 Kompanien vom Infanteriereg. Nr. 65) 14,600 meist kath. Einwohner. Innerhalb N. liegen der zu Köln gehörige zoologische Garten und die Flora, ein Sommertheater und das Panoptikum.

Nippold, Friedrich Wilhelm Franz, protest. Theolog, geb. 15. Sept. 1838 zu Emmerich, machte 1860 eine Reise in den Orient. Seit 1865 in Heidelberg habilitiert, wurde er 1867 daselbst zum außerordentlichen, 1871 zum ordentlichen Professor der Theologie in Bern ernannt, von wo er 1883 in gleicher Eigenschaft nach Jena übersiedelte. Die bedeutendsten unter seinen zahlreichen Werken sind: das "Handbuch der neuesten Kirchengeschichte" (Elberf. 1867; 3. Aufl. 1880-83, 2 Bde.); "Welche Wege führen nach Rom?" (Heidelb. 1870); "Die altkatholische Kirche des Erzbistums Utrecht" (das. 1872); "Richard Rothe" (Biographie, Wittenb. 1872-73, 2 Bde.); "Die römisch-katholische Kirche im Königreich der Niederlande" (Leipz. 1877); "Die Theorie der Trennung von Kirche und Staat" (Bern 1881). Vorträge, Predigten und Abhandlungen gab er gesammelt heraus unter dem Titel: "Zur geschichtlichen Würdigung der Religion Jesu" (Bern 1884-1886, 7 Hefte).

Nippon (Nipon, Nihon), einheimische Name für Japan, s. v. w. Orient, Sonnenaufgang, wurde früher irrtümlich in Europa auf die größte Insel, jetzt Hondo genannt, angewandt. S. Japan, S. 154.

Nippsachen (v. franz. nippes), allerlei kleine zierliche Gegenstände, besonders als Zimmerschmuck zum Aufstellen auf sogen. Nipptischchen etc.

Nirgua de Collado, Stadt im Staat Carabobo der Bundesrepublik Venezuela, 770 m ü. M., in fruchtbare Gegend, bereits 1553 gegründet, mit (1873) 8394 Einw.

Nirwâna ("das Erlöschen"), bei den Buddhisten das höchste Ziel des menschlichen Strebens, welches nur durch Erlangung der höchsten Erkenntnis und die Ausübung aller Tugenden erreicht werden kann. Die Sprachgelehrten und Missionäre erklären N. als das absolute Aufhören der mit der persönliche Existenz verbundenen Bewegung, der leiblichen und geistigen, als die absolute Ruhe, welche dem Orientalen als höchstes Glück erscheint, von den einen als vollkommene Vernichtung des Daseins, von den andern mehr oder weniger nur als Vernichtung alles Unangenehmen im Dasein aufgefaßt. Von Philosophen wird N. als "innerer Friede" dem Gottesreich unsers Evangeliums gleichgesetzt. Worin jener aber nach dem Tod bestehe, welches der Zustand dann sei, wird vom Stifter des Buddhismus (s. d.) selbst ganz unbestimmt gelassen; "es genüge zu wissen, daß N. vor Gefahren bewahrt, Sicherheit ohne Furcht gewährt und Glückseligkeit verleiht". Neben diesem ursprünglichen Begriff der vollständigen Erlösung von der Existenz und allen ihren Formen als höchste Belohnung wurden später noch zwei niedrigere Stufen der Belohnung aufgestellt und diese je niedriger, desto menschlicher geschildert. Diese Neuerung wurde von indischen Buddhisten philosophisch begründet und bildete das Mittel, in China, Hinterindien und Zentralasien dem aus Indien verdrängten Buddhismus neue Anhänger zu werben. Bei Übertragungen in die Sprachen der Neubekehrten wird N. verständlicher gemacht durch die Erklärung als "Befreiung vom Schmerz der Existenz". Sodann sind auf Grundlage des N. als Belohnungen niederer Ordnung aufgestellt: die Aufnahme in die "Region der Freude", deren Bewohner nicht mehr der Wiedergeburt unterworfen sind, und als unterste Stufe: Wiedergeburt als Mensch oder Gott unter Befreiung von den "schlechten Wegen" (Geburt als böser Geist, als Tier, als hungerndes Ungeheuer, in der Hölle). Jede Stufe wird erreicht infolge des eignen Verhaltens und der Vollendung, zu welcher es das Individuum in Überwindung der Unwissenheit gebracht hat. In dieser neuen Lehre führt N. in allen drei Stufen zu einem bestimmten Grad von Wohlbefinden, von Glückseligkeit, denen gemeinsam ist: Wegfall des Gefühls der Existenz. Vgl. aus der zahlreichen Litteratur die kritischen Berichte von E. Schlagintweit im "Ausland" 1864; Köppen, Die Religion des Buddha (Leipz. 1857); Lassen, Indische Altertumskunde, Bd. 2 (2. Aufl., das. 1874); Wurm, Geschichte der indischen Religion (Basel 1874); M. Müller, Die Bedeutung von N. (in "Essays", Bd. 1, S. 242 ff.); Oldenberg, Buddha (Berl. 1881).

Nisäa, im Altertum Stadt ungewisser Lage in der pers. Landschaft Margiana; auch Name des Hafens von Megara (s. d. 1). Die Nisäischen Felder, berühmt durch ihre Rosse, lagen in Medien zwischen dem heutigen Hamadan und Teheran.

Nisâm (Nizam, "Gesetz"), in der Türkei die aktive Armee zum Unterschied von dem "Redife" (Landwehr).