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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Norrige; Norristown; Norrköping; Norrland; Norrtelje; Nort; Nörten; North

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Norrige - North.

ist in Nederkalix (65° 51' nördl. Br.) +0,82°, in Enontekis (68° 30') -3,2°, die der drei Sommermonate aber resp. +14,92° u. 12,57° C. Die Bevölkerung beläuft sich (Ende 1886) auf 96,912 Seelen (noch nicht 1 pro QKilometer). Die Zahl der Lappen beträgt zwischen 4000 u. 5000, die fast ausschließlich von ihren Renntieren leben. An Erzen besitzt das Land Silbererze, reichhaltiges Kupfererz, besonders aber Eisenerz, neuerdings bei Gellivara (s. d.) gefördert. Aber es fehlt sowohl an Kommunikationsmitteln als an Menschenhänden zur Ausbeutung dieser Schätze. 1880 bestanden nur 4 Eisengruben, ein Hochofen (Roheisenproduktion: 24,409 metr. Ztr.) und 5 Eisenwerke mit 13 Schmelzöfen. Die Industrie beschränkt sich außerdem auf die Nutzbarmachung der Waldprodukte und auf Schiffbau; Fischfang sowohl im Bottnischen Meerbusen als auch in den zahlreichen Landseen sowie Jagd (auch Bären, Wölfe, Luchse, besonders aber Vielfraße werden nicht selten geschossen) sind lohnende Nebenbeschäftigungen. Von der Eisenbahn Luleå-Ofotenfjord sind (1887) ca. 70 km fertig. Handel und Schiffahrt sind ziemlich lebhaft. Hauptstadt ist Luleå. S. Karte "Schweden und Norwegen".

Norrige (schwed.), s. v. w. Norwegen.

Norristown (spr. -taun), Hauptstadt der Grafschaft Montgomery im nordamerikan. Staat Pennsylvanien, am Schuylkillfluß, 20 km oberhalb Philadelphia, hat ein Gerichtshaus, ein großes Gefängnis, ein Irrenhaus, Fabriken und (1880) 13,063 Einw.

Norrköping (spr. norrdschöping), Fabrikstadt im schwed. Län Ostgotland, an der Eisenbahn Katrineholm-Näßjö, unweit des Meerbusens Bråviken, wird durchströmt von der Motala, dem wasserreichen Abfluß des Wettersees, die in der Stadt selbst bedeutende Wasserfälle und Stromschnellen bildet, und über die mehrere Brücken führen. Unterhalb der letzten fließt der Fluß ruhig dahin und ist tief genug für die größten Schiffe. N. ist regelmäßig angelegt und hat breite, gerade Straßen, 6 öffentliche Plätze (darunter der Platz Karl XIV. Johanns, mit der 1846 errichteten Statue des Königs, von Schwanthaler), 3 Kirchen und eine Synagoge, ein Gymnasium mit Realschule (in palastähnlichem Gebäude), eine technische Elementarschule, Handelsschule, Findelhaus, Straf- und Arbeitshaus für Weiber etc. und (Ende 1886) 28,993 Einw. (1790 erst 7739). Wichtig ist die industrielle Thätigkeit, die größtenteils durch die Motala hervorgerufen ist und der Stadt den ehrenvollen Namen des "schwedischen Manchester" erworben hat. Es sind hier in Betrieb: eine mechanische Werkstätte derselben Gesellschaft, welcher die Werkstätten von Motala gehören, und die hier ihre großartigen Schiffswerfte hat, ferner Tuchfabriken (jährliche Produktion 10 Mill. Kronen), Baumwollspinnereien (3 Mill. Kr.), Baumwollwebereien (4 Mill. Kr.), Zucker-, Tabaks-, Papierfabriken u. a. Außerdem betreibt N. Schiffahrt und ansehnlichen Handel und steht in Dampferverbindung mit Stockholm, den Küstenstädten an der Ostsee, Kopenhagen und Lübeck. N. ist Sitz eines deutschen Konsuls. - Es wird schon zu Ende des 12. Jahrh. erwähnt, erhielt aber erst im Anfang des 17. einige Bedeutung durch die Fabrikanlagen des aus Belgien eingewanderten de Geer. Unter den hier gehaltenen Reichstagen sind die merkwürdigsten: der von 1604, wo Karl IX. die Königskrone empfing und ein Erbverein angenommen wurde, und der von 1800, wo Gustav IV. Adolf nebst seiner Gemahlin gekrönt wurde.

Norrland, der nördlichste und größte, aber am dünnsten bevölkerte von den drei Hauptteilen Schwedens, 262,997,7 qkm (4776,6 QM.) groß, wird gebildet durch die Flußgebiete der Torneå-, Kalix-, Luleå-, Piteå-, Skellefteå-, Umeå-, Ångerman-, Indals-, Ljusneelf sowie teilweise der Dalelf und umfaßt die acht alten Landschaften: Gestrikland, Helsingland, Medelpad, Angermanland, Herjeådalen, Jemtland, Westerbotten und die schwedischen Lappmarken oder die fünf Läns: Gefleborg, Westernorrland, Jemtland, Westerbotten und Norrbotten (s. d.). Die Zahl der Bewohner betrug 1751 nur 148,759, 1887 aber 691,739 (noch nicht 3 auf 1 qkm).

Norrtelje, Hafenstadt im schwed. Län Stockholm, an der Ostsee und der Eisenbahn Upsala-N., mit Seebad, Fabriken für Tuch und Gewehre, Handel, Fischerei und (1885) 2295 Einw.

Nort (spr. nör), Stadt im franz. Departement Niederloire, Arrondissement Châteaubriant, an der Erdre, die hier schiffbar wird, und der Eisenbahn Nantes-Rennes, mit Steinkohlenbergbau, bedeutendem Handel und (1886) 1976 Einw.

Nörten, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Hildesheim, Kreis Northeim, an der Linie Hannover-Kassel der Preußischen Staatsbahn, hat eine kath. Kirche, ein Waisenhaus, eine Zuckerfabrik; Blech- und Holzwarenfabrikation, eine Dampfbrauerei, Sandsteinbrüche, Tabaksbau und (1885) 1499 meist evang. Einwohner. Das ehemalige Kollegiatstift, mit berühmter Klosterschule, gehörte bis 1803 zu Mainz.

North, Frederick, Lord N., Graf von Guilford, brit. Staatsmann, geb. 13. April 1733, studierte zu Oxford und bereiste dann drei Jahre lang das Festland. Im Unterhaus, in welches er 1754 eintrat, machte er sich durch die Gewandtheit, mit welcher er das Interesse der Regierung verteidigte, bemerklich und erhielt daher 1759 eine Stelle im Schatzmeisteramt, die er aber 1765 mit Eintritt des Ministeriums Rockingham aufgeben mußte. Doch wurde er schon 1766 im Ministerium Grafton wiederum Zahlmeister der Armee und 1767 Kanzler des Schatzamtes. Bei der Auflösung des Kabinetts 1770 übernahm er unter den schwierigsten Umständen das Staatsruder und wußte sich sehr bald populär zu machen, indem er das Schicksal Irlands linderte, die zerrüttete Ostindische Kompanie der Oberaufsicht der Krone unterstellte und die Verfassung Kanadas einer Revision unterwarf. In der schwierigsten Frage der Zeit, dem Streit mit den amerikanischen Kolonien über das Recht des Mutterlandes, dieselben zu besteuern, verstand er sich zwar zur Aufhebung der meisten auferlegten Zölle, hielt aber, dem persönliche Wunsch des Königs nachgebend, um so hartnäckiger an dem Theezoll und damit an dem von den Kolonien verabscheuten Prinzip fest und machte dadurch den Aufstand derselben unvermeidlich. Indem er unter maßlosen Schwierigkeiten den aussichtslosen Kampf gegen die Kolonien und ihre Verbündeten führte, gelang es ihm, seine Politik lange gegen eine von den beiden Pitts, Fox, Burke und andern glänzenden Geistern geleitete parlamentarische Opposition aufrecht zu erhalten, bis er endlich, da das Unterhaus jede fernere Bewilligung verweigerte, 19. März 1782 von der Verwaltung zurücktrat. Im April 1783 kam eine Vereinigung zwischen ihm und Fox zu stande, aus der das sogen. "Ministerium aller Talente" hervorging. N. übernahm darin das Departement des Innern. Schon 18. Dez. 1783 ward aber die Koalition genötigt, einer neuen, von Pitt geleiteten Verwaltung zu weichen. So ward N. wieder in die Reihen der Opposition getrieben und bot nun alles auf zum Sturz seines Nebenbuhlers. Der Tod seines