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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Nukupa - Numa Pompilius.

reste aus der Vorzeit, namentlich eine aus kyklopischen Steinblöcken zusammengefügte Terrasse von 100 m Länge und 20 m Breite. N. wurde 1791 von Ingraham entdeckt.

Nukupa (Nukapu), eine zu dem Santa Cruz-Archipel gehörige, 0,8 qkm große, von 200 Melanesiern bewohnte Insel, auf welcher 1872 der Bischof von Melanesien, John Patteson, ermordet wurde.

Nules, befestigte Bezirkshauptstadt in der span. Provinz Castellon, unweit des Mittelländischen Meers und an der Eisenbahn Valencia-Tarragona, hat (1878) 4443 Einw. In der Nähe große, als Kornmagazine benutzte Felsenhöhlen (Silos).

Null (v. lat. nullus, keiner), in der Arithmetik 1) die Differenz zweier gleicher Großen: a - a = 0; 2) der Grenzwert eines Bruches, dessen Zähler einen beliebigen konstanten (unveränderlichen) Wert a hat, während der Nenner über alle Grenzen wächst (unendlich groß [∞] wird): a/∞ = 0. Bei der üblichen Schreibweise dekadischer Zahlen, bei welcher die Geltung einer Ziffer von ihrer Stellung abhängt, wird die N. gesetzt, wenn an einer Stelle keine Einheiten stehen. Eine N., rechts an eine ganze Zahl gesetzt, verzehnfacht deren Wert; wird eine solche aber an die erste Stelle links an einen Dezimalbruch gesetzt, so vermindert sie denselben auf den zehnten Teil. - In der Musik wird das Nullzeichen gebraucht: in der Generalbaßbezifferung, wo es anzeigt, daß zu dem Baßton, über oder unter dem es sich findet, keine Harmonie genommen werden soll, und in der Applikatur der Saiteninstrumente, wo es die leere Saite anzeigt.

Nüll, Eduard van der, österreich. Architekt, geb. 9. Jan. 1812 zu Wien, war daselbst 1844-65 Professor der Architektur und Ornamentik an der Akademie und übte auch durch seine künstlerische Thätigkeit einen großen Einfluß auf die neue bauliche Entwickelung Wiens. Von seinen Bauten, die er meist in Gemeinschaft mit August v. Siccardsburg ausführte und zwar so, daß N. die ästhetische, Siccardsburg die technische Seite bearbeitete, sind besonders zu erwähnen: das Sophienbad in Wien, das Aktienbad in Baden, das Kommandanturgebäude des k. k. Arsenals, das neue Haassche Haus am Graben, das Palais Larisch und das neue Opernhaus in Wien. Außerdem verdankt das Kunstgewerbe ihm eine Reihe trefflicher Entwürfe. Ohne tiefere Bildung auf dem Feld klassischer Kunst, ließ er sich oft zu einer bedenklichen Stilmengerei oder zu einer allzu starken Hinneigung zur Spätrenaissance und zum Rokoko, z. B. beim Opernhaus, verleiten. Er endete durch Selbstmord 3. April 1868.

Nulla diës sine linĕa (lat.), "Kein Tag ohne einen Strich", nach Plinius ein zum Sprichwort gewordener Ausspruch des Malers Apelles, der so viel sagen soll, daß man keinen Tag ganz ohne nutzbringende Thätigkeit verstreichen lassen soll.

Nullibisten, s. Holomerianer.

Nullifizieren (lat.), für null und nichtig erklären, aufheben; davon Nullifikation.

Nullipōrenkalk, s. Tertiärformation.

Nullität (lat.), s. Nichtigkeit.

Nullpunkt, der Anfangspunkt einer jeden Skala; beim Thermometer s. v. w. Gefrierpunkt, s. Thermometer. Vgl. auch Normalnull.

Numantĭa, die Hauptstadt des keltiberischen Stammes der Arevaker in Hispania Tarraconensis (Altkastilien), lag am Durius nahe seiner Quelle und war durch ihre Lage auf einer steilen, 1100 m hohen und nur auf einer Seite zugänglichen Anhöhe fast uneinnehmbar. Ihr Umfang betrug 24 Stadien (4½ km). Berühmt ward sie durch den heldenmütigen Widerstand, den sie mit ihren 8000 streitbaren Männern den Römern bis zu ihrem Untergang leistete. Nachdem der Konsul Q. Cäcilius Metellus Macedonicus 143 und 142 v. Chr. die Keltiberer unterworfen hatte, setzte die Stadt allein den Kampf gegen die Römer fort, zwang den Konsul Q. Pompejus 139 zu einem für sie ehrenvolle Frieden, den aber der römische Senat nicht anerkannte, schlug einen Angriff des Konsuls M. Popilius Länas mit Erfolg zurück und schloß seinen Nachfolger, den Konsul Gnäus Hostilius Mancinus, 137 so vollständig ein, daß er kapitulieren mußte. Der Konsul, der Quästor Tib. Sempr. Gracchus und die vornehmsten Offiziere beschworen den Friedensvertrag; aber auch dieser ward vom römischen Senat verworfen und Mancinus selbst zur Sühne den Numantinern ausgeliefert, die ihn jedoch nicht annahmen. Der Krieg ruhte nun, bis 134 der jüngere P. Cornelius Scipio Africanus nach Spanien geschickt wurde. Dieser vermied jedes Gefecht mit den Numantinern, verwüstete dagegen das Land im Umkreis der Stadt und umschloß diese eng durch Wall und Graben und mit seinem 60,000 Mann starken Heer, so daß in N. bald der größte Mangel an Lebensmitteln entstand. Trotzdem verteidigen sich die Numantiner bis aufs äußerste. Erst als sie alle Qualen der Hungersnot erduldet, ergaben sie sich 133. Doch töteten sich die meisten Überlebenden vor der Übergabe gegenseitig, der Rest wurde in die Sklaverei verkauft und die Stadt dem Erdboden gleich gemacht. Die Eroberung erschien den Römern so ruhmvoll, daß Scipio nicht nur den Triumph, sondern auch den Beinamen Numantinus erhielt. Später erstand N. wieder aus den Trümmern, blieb aber unbedeutend. Die Ruinen finden sich bei Garray unfern Soria.

Numa Pompilĭus, nach der Überlieferung der zweite König von Rom, Sohn des Sabiners Pompilius Pompo, Eidam des Königs Tatius, der mit Romulus die Herrschaft einige Jahre geteilt hatte, wurde von Cures im Sabinerland, wo er als Privatmann lebte, nach dem Tode des Romulus und einem einjährigen Interregnum nach Rom zur Herrschaft berufen (715 v. Chr.). Seine Regierung war im Gegensatz zu der des Romulus eine durchaus friedliche. Sein Bestreben war ausschließlich darauf gerichtet, in dem neugegründeten Staat einen geordneten, auf Religiosität gegründeten Zustand einzuführen. Er verteilte daher die von Romulus eroberten Ländereien unter die Bürger, setzte deren Grenzen durch Grenzsteine fest und errichtete dem Gott Terminus (Grenzstein) und der Göttin Fides (Treue) besondere Heiligtümer; er ordnete ferner das Jahr besser, indem er es in zwölf Mondmonate statt der bisherigen zehn einteilte und durch bestimmte Schaltmonate einen regelmäßigen Cyklus herstellte. Er setzte ferner die Priesterschaften der Pontifices, welche das gesamte Religionswesen überwachten, der Augurn, Flamines, Salii, Fetiales und der Vestalinnen (s. d.) ein. Auch errichtete er dem Janus ein in einem Doppelthor bestehendes Heiligtum, welches nur während eines Kriegs geöffnet werden sollte und unter seiner Regierung stets geschlossen blieb. Wegen seiner großen Weisheit machte ihn die Sage zum Schüler des berühmten griechischen Philosophen Pythagoras und gab ihm die Göttin Egeria zur Gemahlin, mit der er im Hain der Kamenen seine Zusammenkünfte gehalten haben soll. Er starb 672 und wurde unter dem Janiculus begraben, wo 181 v. Chr. seine angebli-^[folgende Seite]