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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Oskaloosa; Oskar; Oskarshamn; Osker

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Oskaloosa - Osker.

nahm er den Kampf gegen Typhon auf, und dieser ward endlich gänzlich besiegt. Nach Plutarch bedeutet das Einschließen des O. in den Sarg das Verschwinden des Nilwassers; doch faßt er den O. auch allgemeiner als das Prinzip des Schaffenden, während er in Typhon die zerstörende Gewalt der Natur erkennt. Mag nun auch der Mythus des O. sich teilweise auf das Austreten und Versinken des Nils beziehen, so liegt ihm doch jedenfalls eine weit tiefere Anschauung zu Grunde. Isis wird aufgefaßt als die Mutter Erde, als empfangende Naturkraft, und ihr gegenüber bedeutet O. die der Erde einverleibte Zeugungskraft der Sonne. Wenn das Leben auf der Oberwelt erstorben ist, herrscht O. mit Isis in der Unterwelt, lebt aber auf der Oberwelt fort in seinem Sohn Horos (der jungen Frühlingssonne), in dem er sich immer wieder erneuert. Das Schicksal des O. ist nur ein Vorbild des menschlichen; daher wird in den heiligen Schriften der Ägypter jeder Verstorbene ein "O." oder "Osirianer" genannt. Die Hauptstätten seiner Verehrung waren in Oberägypten Philä und Abydos, in Unterägypten Memphis, Sais und Busiris. Dargestellt wird O. in menschlicher Gestalt, mit dem Menschenhaupt, regelmäßig in Mumienform. In den frei vorgestreckten Händen oder den über der Brust gekreuzten Armen trägt er die Zeichen der Herrschaft (Zepter und Geißel), auf dem Haupte die Krone von Oberägypten, häufig an den Seiten besetzt mit der Straußfeder, dem Sinnbild der Wahrheit (s. Abbildung). Vgl. Engel, Isis und O. (Nordhaus. 1866); Lefébure, Le mythe osirien (Par. 1874-75, 2 Bde.).

Oskaloosa (spr. -lúhsa), Stadt im nordamerikan. Staat Iowa, in fruchtbarer Gegend am Des Moines, mit Kohlen- und Eisengruben und (1880) 4598 Einw.

Oskar, Könige von Schweden und Norwegen: 1) O. I. Joseph Franz, geb. 4. Juli 1799 zu Paris als Sohn des damaligen Generals Bernadotte, wurde nach dessen Ernennung zum Kronprinzen von Schweden 1810 zum Herzog von Södermanland ernannt und erhielt in Schweden eine im nationalen Sinn geleitete Bildung. Seit 1811 Oberstleutnant in der Svealeibgarde, ward er 1818, nach der Thronbesteigung seines Vaters, Kronprinz von Schweden, Großadmiral des Reichs, Generalleutnant und Chef der 1. Kavalleriebrigade, außerdem Kanzler der Universitäten Upsala, Lund und Christiania. Erstere bezog er 1819 selbst. 1822 bereiste er Deutschland und Italien, später auch Rußland; 1824 ward er Vizekönig von Norwegen, 1826 Großmeister der Artillerie, 1833 Generalbefehlshaber im vierten Artilleriedistrikt. In allen diesen verschiedenen Stellungen erwarb er sich die Liebe des Volkes in hohem Grad. Als er 4. März 1844 den Thron bestieg, legte er zwar den Ständen mehrere zeitgemäße Reformen in liberalen Sinn vor; doch entsprachen die Ergebnisse der durch ihn veranlaßten Beratungen über die Revision der Verfassung den gehegten Erwartungen nicht. Seit Jahren körperlich und geistig leidend, starb er 8. Juli 1859. Als Schriftsteller versuchte sich O. unter anderm mit Abhandlungen über Volkserziehung, 1839 in der schwedischen "Staatszeitung" abgedruckt, und in der Schrift "Über Strafverfahren und Gefängniswesen" (Stockh. 1841; deutsch, Leipz. 1841). O. war auch Komponist; man hat von ihm eine Oper, Lieder, Walzer und Märsche. Vermählt war er seit 1823 mit Josephine Maximiliane Auguste Eugenie (geb. 22. Dez. 1808, gest. 7. Juni 1876), einer Tochter des Herzogs Eugen von Leuchtenberg.

2) O. II. Friedrich, Sohn des vorigen, geb. 21. Jan. 1829, trat 1840 als Kadett in die Marine, studierte nach einer längern Reise auf einer Kriegsbrigg, die er befehligte, in Upsala und widmete sich dann Angehenden Studien über Kriegsgeschichte und Seewesen, über die er in der Schwedischen Militärgesellschaft zu Stockholm wiederholt Vorträge hielt. Auch veröffentlichte er: "Einige Beiträge zur Kriegsgeschichte Schwedens 1711-13" (Stockh. 1859-65, 3 Bde.); "Historische Nachrichten über die Regimenter und Korps der schwedischen und norwegischen Armeen und Flotten" (das. 1870); "Karl XII.", ein Lebensbild (das. 1868; deutsch von Jonas, Berl. 1875), sowie eine Anzahl lyrischer und dramatischer Dichtungen, die von ebensoviel Talent wie feinem Geschmack zeugen. Hervorhebung verdient davon besonders "Ur svenska flottans minnen" ("Erinnerungen der schwedischen Flotte", 1858), das von der schwedischen Akademie den Konkurrenzpreis erhielt. Auch übersetzte er in gelungener Weise Herders "Cid" und Goethes "Tasso". Die Universität Lund ernannte ihn 1868 zum Doktor der Philosophie. Nach dem Tod seines söhnelosen Bruders Karl XV. (18. Sept. 1872) bestieg O. den Thron, wurde 11. Mai 1873, nachdem der schwedische Reichstag die Kosten der Krönung abgelehnt hatte, auf eigne Kosten in Stockholm gekrönt und 18. Juli in Drontheim. In der innern Verwaltung nahm er sofort die Heeresreorganisation in die Hand und führte sie nach vielen Schwierigkeiten durch. In der äußern Politik schloß er sich Deutschland an. Vermählt ist er seit 6. Juni 1857 mit der Prinzessin Sophie von Nassau (geb. 9. Juli 1836), welche ihm vier Kinder geboren hat: den Kronprinzen Gustav Adolf, Herzog von Wermland, geb. 16. Juni 1858, seit 20. Sept. 1881 mit der Prinzessin Viktoria von Baden vermählt; Prinz Oskar, Herzog von Gotland, geb. 15. Nov. 1859, seit seiner Vermählung mit Ebba Munck (9. März 1888) Prinz Bernadotte; Prinz Karl, Herzog von Westgotland, geb. 27. Febr. 1861, und Prinz Eugen, Herzog von Nerike, geb. 11. Aug. 1865. Die "Samlade skrifter" des Königs erschienen in 2 Bänden (Stockh. 1875-76); eine deutsche Übersetzung seiner "Gedichte" veröffentlichte Jonas (Berl. 1877).

Oskarshamn, Stadt im schwed. Län Kalmar, am Kalmarsund u. an der Eisenbahn Näßjö-O., hat Industrie, Schiffswerften, lebhaften Handel und (1885) 5576 Einw. Es steht mit Lübeck u. Stockholm in Dampferverbindung. O. ist Sitz eines deutschen Konsulats.

Osker (Osci, Opsci, bei den Griechen Opiker), einer der ältesten Völkerstämme Italiens, gleich den übrigen Völkern Mittel- und Unteritaliens zu dem indogermanischen Volksstamm gehörig. Sie wohnten nach der Überlieferung ursprünglich in der Gegend zwischen Benevent und Cales und verbreiteten sich von da über ganz Kampanien, über Samnium und Apulien, wurden aber später, als die sabellischen Völker sich erobernd über die genannten Landschaften verbreiteten, von diesen unterworfen, so daß sie aufhörten, ein besonderes Volk zu bilden; nur die Aurunci oder Ausones, die wahrscheinlich mit ihnen identisch sind, behaupteten sich in einem kleinen Teil von Kampanien. Die oskische Sprache, mit den übrigen Ursprachen Italiens, also mit der lateinischen, verwandt, war auch nach der Unterwerfung des Volkes in Mittel- und Unteritalien weit verbreitet und wurde noch in der Mitte des 1. Jahrh. v. Chr. auf dem Land gesprochen. Außer einer Anzahl von Wörtern und Notizen bei den römischen Schriftstellern sind in oskischer Sprache noch zahlreiche Münzlegenden (vgl. Friedländer, Die oskischen Münzen,