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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Patte - Pau.

und 52 km breit, gut bebaut und von einer durch Vermischung von Negern, Arabern und Persern hervorgegangenen Bevölkerung bewohnt, die lebhaften Handel betreibt. Im 16. Jahrh. hatten sich die Portugiesen auf der Insel festgesetzt, wie zahlreiche Ruinen und Inschriften beweisen; noch 1724 bestand hier ein Augustinerkloster. Aber 1787 wurde P. nebst den nächstgelegenen Inseln (Manda, Lamu) von den Arabern erobert; jetzt steht die Insel unter einem Sultan. Hauptorte sind Patta, Siju und Siwi.

Patte (franz.), Pfote, Tatze, Klaue; auch Taschenklappe an einem Kleidungsstück.

Patte de lièvre (spr. patt dö lĭähwr), s. Ochroma.

Pattensen, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Hannover, Kreis Springe, unweit der Leine, hat (1885) 1608 meist evang. Einwohner.

Patterson, Stadt, s. Paterson.

Patterson (spr. petters'n), Elisabeth (Elisa), geb. 1785, Tochter eines reichen Kaufmanns aus Baltimore, erste Gemahlin Jérôme Bonapartes, der sich 24. Dez. 1803 mit ihr vermählte, aber auf Befehl des Kaisers Napoleon I. 1806 die Ehe für nichtig erklären ließ. Die P. suchte später vergeblich die Anerkennung seitens der Napoleonischen Familie zu erlangen und starb 4. April 1879 in Baltimore. Über ihren Sohn s. Bonaparte 4 a). Vgl. E. Didier, Life and letters of Madame Bonaparte (2. Aufl., Lond. 1879).

Pattes de mouche (franz., spr. patt dö muhsch, "Fliegenfüße"), unleserliches Geschreibsel, "Hahnen- oder Krähenfüße".

Pattes d'oie (franz., spr. patt dŏa, "Gänsefüße"), scherzhafte Bezeichnung der kleinen Runzeln, die sich mit eintretendem Alter in den Augenwinkeln bilden.

Patti, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Messina, auf einer Anhöhe über dem Tyrrhenischen Meer gelegen, am Golf von P., hat einen Hafen (Marina), einen Dom mit dem Grabmal Adelheids, der Gemahlin des Grafen Roger, ein Lyceum, Konviktkollegium und Gymnasium, eine öffentliche Bibliothek; Thonwarenfabriken, Dampfmühlen und (1881) 7612 Einw. Im Hafen von P. sind 1885: 466 Schiffe mit 39,272 Ton. eingelaufen. P. ist Bischofsitz. In der Nähe die Ruinen von Tyndaris.

Patti, Adelina, Opernsängerin, geb. 9. April 1843 zu Madrid von italienischen Eltern, wurde in Amerika, wohin ihr Vater, selbst ein namhafter Sänger, sich später begeben hatte, frühzeitig für die Musik ausgebildet und debütierte 1859 als Lucia auf dem Italienischen Theater in New York mit glänzendem Erfolg. Nachdem sie darauf die Hauptstädte Nordamerikas besucht hatte, begab sie sich nach Europa und erregte in England, Frankreich, Holland, Belgien, Preußen und Österreich die gleiche Bewunderung. Ihre Erfolge bewegten sich von 1864, wo sie die Zierde der Italienischen Oper in Paris war, bis zur Gegenwart (1888) in aufsteigender Linie; einer ihrer glänzendsten Triumphzüge war der in Rußland 1870. Sie vermählte sich 1866 mit dem Marquis de Caux, ließ sich aber 1877 von ihm scheiden und verheiratet sich später mit dem Tenoristen Niccolini. Ihre größten Erfolge feierte P. in den Opern: "Die Nachtwandlers", "Traviata", "Lucia", "Crispino e la Comare", "Liebestrank", "Rigoletto", "Linda", "Dinorah" und zuletzt noch als Aïda. Vgl. Lauw, Vierzehn Jahre mit Ad. P. (Wien 1884). - Ihre ältere Schwester, Carlotta P., geb. 1840 zu Florenz, ist vorzugsweise Konzertsängerin und erschien zuerst 1861 in den großen Konzerten der Musikakademie in New York. Auch sie durchzog die Vereinigten Staaten und betrat später, obgleich ungern, in New York die Bühne, wo sie trotz eines Unglücksfalls in der Jugend, der fortan beim Gehen bemerklich blieb, die meisten der oben genannten Rollen mit Erfolg sang. In London, Paris, Wien, Petersburg und andern Städten, die sie mit dem bekannten Unternehmer Ullmann besuchte, fand sie allgemeinen Beifall. 1879 verheiratet sie sich mit dem Cellisten Ernst de Munck und unternahm mit demselben eine größere Kunstreise nach dem Westen Nordamerikas.

Pattinsonieren, s. Silber.

Pattinsons Bleiweiß, s. Bleichlorid.

Pâturages (spr. -türahsch'), Gemeinde im Arrondissement Mons der belg. Provinz Hennegau, an der Eisenbahn Mons-Quiévrain, mit bedeutendern Kohlenbau, höherer Knabenschule, Industrieschule und (1887) 10,520 Einw.

Pätus, Cäcina, röm. Konsular, Gemahl der Arria (s. d.), nach deren heldenmütigem Tod er sich ebenfalls entleibte.

Patzau, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Pilgram, an der Eisenbahn Iglau-Tabor, Sitz eines Bezirksgerichts, mit Schloß, einer Dechanteikirche, Tuchmacherei, Bierbrauerei, Getreidehandel und (1880) 2886 Einw.

Pátzcuaro, Stadt im mexikan. Staat Michoacan, südöstlich vom fischreichen See von P., 2300 m ü. M., hat Zuckerfabrikation, Zuckerrohr-, Plantagen- und Bergbau und (1880) im Munizipium 11,632 Einw.

Pau (spr. poh, lat. Palum), Hauptstadt des franz. Departements Niederpyrenäen, am Gave de P. (s. Gave), über den eine Brücke nach dem Flecken Jurançon führt, und an der Französischen Südbahn (Linie Toulouse-Bayonne, mit Abzweigungen nach Oloron und Laruns) 190 m ü. M. gelegen, mit herrlichem Blick auf die Pyrenäenkette, ist gut gebaut, hat schöne Spaziergänge (darunter die Basse-Plante und der Schloßpark) und einen großen öffentlichen Platz (Place royale) mit reizender Aussicht und einer Marmorstatue König Heinrichs IV. (seit 1843). Am westlichen Ende der Stadt, mit derselben durch drei Brücken in Verbindung gesetzt, liegt das nach Heinrich IV. benannte Schloß, in welchem dieser König 1553 geboren wurde und seine Kinderjahre verlebte. Es wurde im 14. Jahrh. von Gaston Phöbus, Grafen von Foix, neu erbaut und im 16. Jahrh. von Margarete von Valois restauriert, wird durch fünf an den Seiten angebracht Türme begrenzt und enthält im Innern mehrere schöne Säle mit Gobelins, Kunstgegenständen und Antiquitäten und eine 1843 vollendete Kapelle. Andre bemerkenswerte Bauwerke sind: die Kirchen St.-Martin und St.-Jacques (beide im gotischen Stil des 13. Jahrh. restauriert); der neue Justizpalast, die neue Halle mit Arkaden, in welcher die Bibliothek untergebracht ist; die große Kaserne, das Präfekturgebäude (mit dem Archiv von Béarn), das neue Theater u. a. P. zählt (1886) 25,879 (als Gemeinde 30,626) Einw. Die ziemlich bedeutende Industrie der Stadt besteht in der Fabrikation von Leinwand (besonders Taschentüchern, den sogen. Mouchoirs de Béarn), Teppichen, Kattun, Hüten, Leder, Papier, Drechsler- und Stahlwaren, großen Färbereien, Bleichereien und Dampfwäschereien. Der Handel ist ebenfalls sehr lebhaft, besonders mit Leinwand, Wein, Schinken (Bayonner Schinken), Marmor, Kalk und Kastanien. In P. werden vier besuchte Märkte abgehalten. Die Stadt besitzt, nachdem die 1724 von Ludwig XIV. gestiftete Universität in der Revolution aufgehoben worden und auch die 1721 gestiftete Akademie der Wissenschaften und schönen Künste eingegangen ist, ein Lyceum, eine Lehrerbildungs- und