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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Peabody-Gewehr - Pechstein.

Doll. Auch die Grinnell-Expedition unterstützte er mit einer namhaften Summe, gründete am Yale College und an der Harvard University mit je 150,000 Doll. Professuren für Archäologie, Physik und schöne Künste und spendete noch 2,5 Mill. Doll. zur Erbauung von Musterwohnungen für Arbeiter in London. Hochgeehrt starb er 4. Nov. 1869 in London, und seine Leiche ward nach einem feierlichen Leichenbegängnis in der Westminsterabtei von englischen und amerikanischen Kriegsschiffen nach Amerika übergeführt, wo sie in seinem Geburtsort (der ihm zu Ehren den Namen P. erhielt) beigesetzt wurde.

Peabody-Gewehr, s. Handfeuerwaffen, S. 105.

Peace River (spr. pihs riwwer), Fluß im Nordwestgebiet des brit. Nordamerika, entspringt im W. des Felsengebirges, das er in tiefen Schluchten durchbricht, kreuzt ein fruchtbares Gebiet und mündet 48 km nördlich vom Athabascasee in den Sklavenfluß.

Pea Jacket (spr. pih), kurzer Matrosenrock.

Peak (spr. pihk, P. von Derby), ein 604 m hoher Tafelberg im nördlichen Derbyshire (England). Der Name wird auch auf den ganzen umliegenden Teil der Grafschaft angewendet, dessen steile Kalksteinberge und tief eingeschnittene Thäler wegen ihrer malerischen Schönheit berühmt sind. Tropfsteinhöhlen, intermittierende Quellen (ebb and flow wells) und Trichter (swallows), in welchen Bäche verschwinden, um ihren Lauf unterirdisch fortzusetzen, kommen häufig vor. Berühmt ist die Peakhöhle (engl. auch Devil's cavern, "Teufelshöhle") bei Castleton, 685 m tief.

Pearl River (spr. perl riwwer, Perlfluß), Fluß in Nordamerika, entspringt im Staat Mississippi, fließt südlich durch einen fruchtbaren Baumwollbezirk, bildet in seinem untern Lauf die Grenze zwischen den Staaten Mississippi und Louisiana und mündet nach einem Stromlauf von 480 km durch den Borgnesee in den Mexikanischen Meerbusen. Er ist bis Jackson schiffbar. Wert der Ausfuhr des Zollbezirks P. 1886 bis 1887: 521,296 Dollar, der Einfuhr 31,640 Doll.

Pearson (spr. pihrssn), Komponist, s. Pierson.

Pébrine, s. Seidenspinner.

Peça, brasil. Silbermünze, s. v. w. Pataca (s. d.).

Peccais (spr. peckäh), Ort im franz. Departement Gard, an der Küste des Mittelländischen Meers, unweit Aigues-Mortes, hat ein Fort und ausgedehnte Salzschlämmereien, welche 2000 Arbeiter beschäftigen und mit dem Kanalnetz von Aigues-Mortes durch einen 3 km langen Kanal in Verbindung stehen.

Peccātum (lat.), Sünde; P. originis oder originale, Erbsünde.

Peccātur intra et extra (lat.), "drinnen und draußen wird gesündigt", Verkürzung des Horazischen Verses: Iliacos intra muros etc. (s. d.).

Pecci (spr. pettschi), Gioacchino, der Familienname des Papstes Leo XIII. (s. d.).

Peccieren (lat.), sündigen, etwas verschulden.

Peccothee, s. Thee.

Pech (lat. Pix, Schiffspech, Schusterpech), der durch längeres mäßiges Erhitzen in offenen gußeisernen Gefäßen entwässert und durch Destillation von dem größten Teil der flüchtigen Bestandteile (Teeröle) befreite Holzteer. Das P. wird um so schöner und weicher, je früher man die Destillation unterbricht. Früher kochte man den Teer in offenen Kesseln, bis sich eine abgekühlte Probe nicht mehr an die Zähne hing; dann leitete man ihn in die Kühlpfanne und füllte ihn noch heiß in die Pechtonnen. So bereitetes P. hat eine dunkle Farbe, läßt sich kneten, ohne an den Fingern zu kleben, zerspringt in der Kälte wie Glas, sinkt in Wasser unter, schmilzt in kochendem Wasser, löst sich in Alkohol, alkalischen Laugen und Sodalösungen und brennt mit leuchtender, stark rußender Flamme. Dies P. dient zum Kalfatern der Schiffe, zum Steifen des Schuhmacherhanfs, zu wasserdichten Kitten etc. Wird Steinkohlenteer ebenso behandelt wie Holzteer, so hinterläßt er ein P., welches das aus Holzteer bereitete vielfach ersetzen kann und auch als Asphaltsurrogat benutzt wird. Das P. zum Auspichen der Bierfässer (Faßpech), welches die Verdunstung des Biers durch das Holz hindurch und den Zutritt der Luft zum Bier verhindern soll, gibt an das alkoholhaltige Bier einige Bestandteile ab, welche die Haltbarkeit desselben erhöhen und ihm den von manchen Leuten geliebten Pechgeschmack erteilen. Dieser darf indes nicht zu stark werden, und man siedet daher das rohe Harz von Kiefern, Fichten und Tannen in offenen gußeisernen Kesseln so lange, bis sich der Terpentinölgeruch verloren hat. Das hellere Faßpech ist gelblichrot, zäh, leicht schmelzbar, riecht angenehm, weihrauchartig und schmeckt sehr rein. Das dunklere ist dunkel rotbraun, aber ebenfalls sehr zäh. Amerikanische Kolophonium kann man durch vorsichtiges Zusetzen von sehr reinem Harzöl zur Verwendung als Faßpech geeignet machen. Statt des Pechs wendet man in neuerer Zeit vielfach einen Firnis (Faßglasur, Moogscher Brauerfirnis, flüssiges P.) an, welcher aus einer Lösung von Kolophonium, Schellack; Terpentin und gelbem Wachs in Weingeist besteht. Man macht damit zwei Anstriche und, wenn der letzte getrocknet ist, noch einen dritten mit einer Lösung von Schellack in Weingeist. Weißes P., s. v. w. Fichtenharz.

Pechbaum, s. v. w. gemeine Fichte.

Pechblende, s. v. w. Uranpecherz.

Pecheisenstein, s. v. w. Stilpnosiderit.

Pechfackel, s. Fackel.

Pechgriefen, die bei der Darstellung von Kolophonium, gelbem und weißem Pech beim Durchseihen bleibenden Rückstände; sie werden zur Kienrußbereitung benutzt.

Pechkohle, s. Braunkohle und Steinkohle.

Pechlarn, Stadt, s. Pöchlarn.

Pechnase (Pecherker), an mittelalterlichen Burgen oben an Türmen, über Thoren oder Fenstern angebrachte, auf Konsolen vorgekragte, unten offene Balkone, durch deren Öffnungen bei Belagerungen auf die Feinde siedendes Pech, kochendes Wasser, Steine u. dgl. herabgeschüttet wurden.

Pechnelke, s. v. w. Lychnis viscaria L.

Pechöl, ätherisches (Resineon), ein flüchtiges, farbloses Öl, welches durch Destillation von Teer mit Pottasche erhalten und bisweilen als äußerliches Arzneimittel benutzt wird.

Pechpflaster, s. Pflaster.

Pechstein (Felsitpechstein), Gestein, die glasartige Modifikation des Quarz- (Felsit-) Porphyrs darstellend und nur fälschlich den Mineralien beigezählt. Grün, rot, braun oder schwarz von Farbe, mitunter gefleckt und fettglänzend, wird der P. bisweilen porphyrisch durch Feldspatindividuen (eine dem Sanidin ähnlichen Varietät) oder auch durch Felsitkugeln (vgl. Felsit), die bisweilen auf septarienartigen Sprüngen Amethyst, Hornstein oder Achat zeigen. Häufen sich die Kugeln, so entsteht eine vollkommen sphärolithische Struktur (Sphärolithfels). Unter dem Mikroskop betrachtet, stellt sich die Masse häufig als teilweise entglast durch kleine Kristalle von Feldspat, Quarz und Glimmer dar, oder auch nur durch mitunter sehr zierlich angeordnet Mikrolithe (vgl. Tafel "Gesteine"). Die chemischen