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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Peeters; Pegănum; Pegăsos; Pegau; Pegel; Pegelstoof; Pegli; Pegmatīt; Pegmatolith; Pegnitz; Pegnitzorden

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Peeters - Pegnitzorden.

trina et facultate Nederlandorum, qui carmina latina composuerunt" (Preisschrift, 1818; 2. Aufl., das. 1838). Seine "Opuscula oratoria et poetica" erschienen gesammelt von Bergman (Leid. 1879). Mit Bake (s. d.), Geel und Hamaker begründete er 1825 die "Bibliotheca critica nova".

Peeters, Bonaventura, niederländ. Maler, geboren im Juli 1614 zu Antwerpen, widmete sich der Marinemalerei und war nach weiten Seereisen, die ihn bis in die Türkei führten, in seiner Vaterstadt thätig. Er starb 25. Juli 1652 in Hoboken bei Antwerpen. P. schilderte mit Vorliebe die bewegte oder stürmische, von Schiffen belebte See, aber auch Küstenlandschaften mit Figuren. Bilder von ihm befinden sich in den Galerien von Berlin, Dresden, Kassel, Antwerpen, Braunschweig und Wien (Belvedere). - Seine Brüder Gillis P. (1612-53) und Jan P. (1624-77) sind ebenfalls als Marinemaler zu erwähnen. Ersterer arbeitete mit Bonaventura zusammen.

Pegănum L. (Harmelkraut, Harmelraute), Gattung aus der Familie der Rutaceen. P. Harmala L. (syrische Raute), ein ausdauerndes Gewächs im südlichen Europa und im Orient, mit aufsteigendem oder fast niedergestrecktem, 30-60 cm langem Stengel, gegenständigen, sitzenden, ganzen oder geteilten Blättern, gestielten, einzeln den Blättern gegenüber oder am Ende der Ästchen stehenden, ziemlich großen, weißen Blüten und dreifächeriger, vielsamiger Kapsel. Die Samen dienen in der Türkei als Wurmmittel.

Pegăsos ("Quellroß"), in der griech. Mythologie das göttliche Flügelroß des Bellerophon (s. d., mit Abbildung), das mit Chrysaor an den Quellen des Okeanos aus dem Blute der von Perseus enthaupteten Medusa entsprang. Bellerophon fing den P., als er gerade an der Quelle Peirene trank, und besiegte mit ihm die Chimära, die Amazonen und Solymer. Als er sich aber auf ihm zum Olympos emporschwingen wollte, ward er vom P. abgeworfen, während dieser seinen Flug fortsetzte. Im Olymp ist P. das Roß des Zeus, dem es Donner und Blitz trägt. Bei Spätern ist er das Roß der Eos und das Musenroß, insofern er den beim Gesang der Musen vor Entzücken himmelwärts strebenden Helikon durch einen Hufschlag zur Ruhe brachte und zugleich damit die begeisternde Musenquelle Hippokrene (s. d.) hervorschlug. Als Dichterroß, auf dem die Dichter sich in Begeisterung emporschwingen, erscheint P. erst in der neuern Zeit. Vgl. "Neuer Teutscher Merkur" (1796, Bd. 2, S. 263 ff.).

Pegăsos, Sternbild zwischen 5½ und 33° nördlicher Deklination und 318-360° Rektaszension, zwischen dem Delphin, dem Wassermann, den Fischen, der Andromeda, der Eidechse und dem Schwan, nach Heis 178 dem bloßen Auge sichtbare Sterne enthaltend, von denen zwei 2. Größe die hellsten sind. Bemerkenswert sind zwei veränderliche, die zwischen 7. und 12. Größe schwanken, und mehrere Doppelsterne.

Pegau, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, Amtshauptmannschaft Borna, an der Elster und der Linie Leipzig-Zeitz der Sächsischen Staatsbahn, hat eine schöne gotische Kirche mit den Grabmälern des Grafen Wiprecht I. von Groitzsch und des 1813 in der Schlacht bei Lützen gefallenen Prinzen Karl von Hessen-Homburg, ein altes Rathaus, ein vom Grafen Wiprecht gegründetes Spital, ein Amtsgericht, starke Schuhmacherei, Filzwaren- und Zigarrenfabrikation, Gerberei, Drechslerei, Handelsmühlen, Pappefabrikation, Getreide- und Gemüsebau und (1885) mit der Garnison (2 Eskadrons Karabiniere) 4888 meist evang. Einwohner. - Die Stadt P. ist um das vom Grafen Wiprecht 1096 gegründete Kloster entstanden, welches bald große Besitzungen erwarb, vom Bistum Merseburg eximiert und dem Papst unterstellt, aber 1539 aufgehoben wurde.

Pegel (Peil), ein in Flüssen und am Meer angebrachter Wasserstandsmesser, besteht aus einem senkrechten, gleichmäßig eingeteilten Maß (hölzernen Pfahl oder Stein), dessen Nullpunkt sich auf einen bestimmten festen Punkt beziehen muß, der nicht leicht verändert wird. Gleichen Zweck haben die Peilstangen (Maßstablatten), die senkrecht in das Wasser gehalten werden. Der Stand des Wassers über oder unter dem Nullpunkt wird täglich einmal oder mehrere Male abgelesen und in eine Tabelle eingetragen. Die Veränderungen des Wasserstandes gibt ein Schwimmer an, der denselben, wie in den Kriegshäfen Englands und Frankreichs, wohl auch selbst notiert (s. Flutmesser). Das Pegelrecht umfaßt die gesetzlichen Bestimmungen über die Höhe, bis zu welcher das Wasser bei einer Mühle getrieben werden darf, damit der nächsten Mühle oberwärts kein Stauwasser verursacht werde. Vgl. Frantzius und Sonne, Der Wasserbau (Leipz. 1879).

Pegelstoof (Visierstoof), Flüssigkeitsmaß in den russ. Ostseeprovinzen, = 1,537 Lit.

Pegli (spr. pellji), Flecken und besuchter klimatische Winterkurort in der ital. Provinz Genua, in geschützter Lage an der ligurischen Küste und der Eisenbahn Genua-Ventimiglia-Nizza, mit Seebad, zahlreichen Villen (darunter die berühmte Villa Pallavicini-Durazzo mit prachtvollem Park, Wasserwerken, Stalaktitengrotte etc. und die sehenswerte Villa Doria aus dem 16. Jahrh.), einem kleinen Hafen und (1881) 3693 Einw., welche sich mit dem Bau von Wein, Öl und Südfrüchten, Seidenzucht und Schiffahrt beschäftigen. Vgl. Kaden, P. bei Genua (Luzern 1886); Frühauf, Die klimatischen Winterkurorte P., Arenzano und Nervi (2. Aufl., Leipz. 1887).

Pegmatīt, s. Granit.

Pegmatolith, s. Orthoklas.

Pegnitz, 1) Fluß in Bayern, entspringt bei Lindenhard in Oberfranken, führt anfangs den Namen Fichtenohe und nimmt erst bei Buchau den Namen P. an, fließt südwestlich, verschwindet unterhalb der Stadt P. in einer Berghöhle, aus welcher er durch drei Felsöffnungen wieder hervorkommt, tritt dann in seinem weitern Lauf nach Mittelfranken über, fließt durch Nürnberg und mündet bei Fürth in die Rednitz, welche nun den Namen Regnitz annimmt. -

2) Bezirksamtsstadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, am Fluß P. und der Linie Nürnberg-Eger der Bayrischen Staatsbahn, 432 m ü. M., hat ein Amtsgericht, ein Forstamt, eine Drahtfabrik, Gerberei und (1885) 1683 meist evang. Einwohner. Nahebei Rötel-, Ocker- und Eisensteingruben.

Pegnitzorden (Orden der Gesellschaft der Pegnitzschäfer, auch gekrönter Blumenorden an der Pegnitz genannt), eine der im 17. Jahrh. in Deutschland gegründeten Gesellschaften, welche sich Reinerhaltung der deutschen Sprache und Förderung der vaterländische Dichtkunst zur Aufgabe gestellt hatten, wurde in Nürnberg 1644 durch Harsdörffer und Joh. Klaj gestiftet. Der einseitigen Verstandesrichtung der ersten schlesischen Dichterschule suchten die Mitglieder des Pegnitzordens Phantasie und heiteres Leben entgegenzusetzen; da es ihnen aber an den nötigen Voraussetzungen gebrach, so kamen sie nicht über die Allegorie hinaus, verfielen auf kindische Spielereien (Verherrlichung des Schäferlebens