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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Petechiāltyphus; Petechĭen; Petén; Petént; Peter

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Petechialtyphus - Peter.

verschiedenen Kollegien desselben und ward 1621 Professor der Theologie zu Paris; starb hier 11. Dez. 1652. Sein Hauptwerk ist: "De doctrina temporum" (Par. 1627, 2 Bde.), wozu als dritter Band das "Uranologion" (das. 1630) kam. Beide erschienen vereinigt Amsterdam 1703, Verona 1734-36 und Venedig 1757 (in jeder der 3 Ausgaben 3 Bde.). Ein Auszug: "Rationarium temporum" (zuerst Par. 1633), diente lange als Lehrbuch für den historischen Unterricht in den Schulen. Oft ediert wurden auch seine "Tabulae chronologicae regum, dynastiarum, urbium, rerum virorumque illustrium" (Par. 1628, zuletzt 1708). Auch schrieb er "Theologica dogmata" (Par. 1644-50, 5 Bde.; neue Ausg. von Fournials, das. 1865-67, 8 Bde.). Vgl. Stanonik, Dionysius P. (Graz 1876).

Petechiāltyphus (Fleckfieber), s. Typhus.

Petechĭen (Petechiae, Peteschen), kleine, meist stecknadelkopfgroße Blutungen in die Lederhaut. Die P. lassen sich im Gegensatz zum Erythem nicht durch Druck entfärben; sie sind meist rundlich (P. oder Purpura), oder sie erscheinen als Striemen (vibices) oder Blutaustritte in die Haarbälge in Gestalt blauroter, nicht wegdrückbarer Knötchen (lichen lividus) oder größerer Blutblasen (pemphigus scorbuticus) unter der Oberhaut. Die P. entstehen gruppenweise ohne Ordnung und bleiben fast immer voneinander getrennt, wenn sie gleich in solcher Häufigkeit erscheinen können, daß der befallene Teil wie dunkelrot marmoriert aussieht. Sie verschwinden nach einiger Zeit ohne weitere Verwandlung, indem sie sich allmählich entfärben, ohne Abschuppung der Oberhaut, und verursachen weder Jucken noch Schmerz. Sie erscheinen bisweilen bloß an solchen Stellen der Haut, welche stark gedrückt worden sind (etwa durch eng anliegende Kleidungsstücke), am häufigsten an der Innenfläche der Vorderarme und Oberschenkel, am Unterleib, auf den Brüsten. Dagegen verschonen sie meist das Gesicht. Auch auf den innern Häuten beobachtet man die P., z. B. auf dem Herzbeutel, in den Häuten des Darmkanals. Diese P. beruhen auf einem Austritt von Blut aus einzelnen feinen Gefäßen. Sie sind das charakteristische Symptom aller skorbutischen Blutzersetzungen, finden sich daher außer dem Skorbut selbst auch bei gewissen Formen des Typhus, der septischen Krankheiten, Herzklappenentzündung, den Blattern und dergleichen Krankheiten, wobei sich zuweilen Bakterienwucherungen als Ursache der Gefäßberstung nachweisen lassen. Bei Kindern deutet das Vorkommen von P. auf die Anlage zur Bluterkrankheit (s. d.) hin. Vgl. Blutfleckenkrankheit, Typhus (exanthematischer), Skorbut.

Petén (Itza), ein Departement des zentralamerikan. Staats Guatemala, welches geographisch sowohl als ethnologisch einen Teil des nördlich angrenzenden Yucatan bildet, von dem es nur durch dichte Urwälder getrennt wird, während schroffe, selbst Maultieren beschwerliche Sierras es vom eigentlichen Guatemala trennen. Bewaldetes Hügelland wechselt mit Savannen ab, und der Boden ist ungemein fruchtbar. Der Usumacinta, der Belize und andre Flüsse entspringen im Departement; aber am eigentümlichsten sind demselben zahlreiche Seen, unter welchen die Laguna de P. (auch Itzasee, von den Itzaindianern Nohukén, d. h. viel trinken, genannt) der merkwürdigste ist. Er ist 50 km lang, etwa 12 m tief und fischreich, hat weder sichtbare Zuflüsse noch einen Abfluß, schwillt zwar nach heftigem Regen an, schrumpft aber während der trocknen Jahreszeit nicht zusammen. Auf einer Insel desselben liegt Flores, die Hauptstadt des Departements, mit (1880) 1181 Einw., während ganz P. deren 1886 nur 8373 zählte, fast nur Indianer. Hierbei sind die unabhängigen Indianer (Lacandones) nicht mitgezählt. Das jetzige P. bildet seit 1697, in welchem Jahr der Gouverneur von Yucatan das Reich der Itza, die hier herrschten, zerstörte, einen Teil des spanischen Amerika.

Petént (lat.), Bittsteller.

Peter (lat. Petrus, v. griech. petrus, "Fels", franz. Pierre, ital. Pietro, span. u. portug. Pedro), männl. Name, unter dessen Trägern folgende zu bemerken sind:

1) Sankt P., Apostel, s. Petrus.

[Aragonien.] 2) P. I., König von Aragonien 1094-1104, folgte seinem Vater Sancho Ramirez, der vor Huesca fiel, und setzte den Kampf gegen die Mauren mit kühner Entschlossenheit fort. Nach dem Sieg bei Alcoraz eroberte er 1096 Huesca und damit das ganze Gebiet nördlich vom Ebro. Er starb jung und ohne Söhne 1104.

3) P. II., König von Aragonien 1196-1213, ein tapferer Kriegsmann von riesenhafter Gestalt und Kraft, folgte seinem Vater Alfons II. in Aragonien, Katalonien und Roussillon, ließ sich 1204 vom Papst Innocenz III., dem er Treue schwur und Zahlung eines jährlichen Zinses an den päpstlichen Stuhl versprach, in Rom krönen, erregte hierdurch und durch die Auflegung einer neuen Steuer, der Monedaje, die Unzufriedenheit des Adels und der Städte, welche gegen ihn eine Union schlossen, begünstigte, ritterlich, prachtliebend und freigebig, die Troubadoure, welche ihn in ihren Gesängen feierten, verband sich 1212 mit den Königen von Kastilien und Navarra gegen die Almohaden, welche 16. Juli bei Navas de Tolosa besiegt wurden, zog 1213, obwohl er früher die Ketzer verfolgt hatte, den Albigensern gegen Montfort zu Hilfe, fiel aber 13. Sept. in der Schlacht bei Muret.

4) P. III., der Große, König von Aragonien, geb. 1239, Sohn Jakobs I., folgte diesem 1276. Als Erbe der Hohenstaufen unterstützte er die Erhebung der Sizilianer in der Sizilianischen Vesper (1282), eroberte darauf die Insel und wurde als deren König anerkannt, mußte, um die Kriegskosten zu bestreiten, die Rechte der aragonischen Stände vermehren, kämpfte aber glücklich gegen Frankreich, Neapel und seinen eignen Bruder Jakob von Mallorca; starb im November 1285.

5) P. IV., König von Aragonien, geb. 1319, Sohn Alfons' IV., folgte diesem 1336, entzog seiner Stiefmutter Leonore von Kastilien und seinen Brüdern die ihnen von Alfons geschenkten großen Güter, entriß 1342-44 seinem Vetter Jakob II. die Balearischen Inseln, die er wieder mit Aragonien vereinigte, konnte aber nach langem Kampf mit den Genuesen Sardinien nicht völlig erobern. Er unterwarf 1348 den aufständischen Adel in seinen Königlichen und verstärkte die königliche Gewalt, unterstützte Heinrich von Trastamara im Kampf gegen Peter den Grausamen von Kastilien, geriet aber darauf mit Heinrich selbst in Streit und mußte 1375 im Frieden von Almazan auf seine kastilischen Eroberungen verzichten; starb 7. Jan. 1387.

[Brasilien.] 6) Kaiser von Brasilien, s. Pedro.

[Kastilien.] 7) P. der Grausame, König von Kastilien, zweiter Sohn des Königs Alfons XI. und der Maria von Portugal, geb. 30. Aug. 1334 zu Burgos, folgte 1350 seinem Vater auf dem kastilischen Thron und vermählte sich 3. Juni 1353 mit Blanka, der Tochter Peters von Bourbon und Schwester der Königin von Frankreich, ohne jedoch seine